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Jude, oder was?

von Henry Hafenmayer

Auf dem Weg zu neuen Erkenntnissen muß man sich mit dem Vergangenen beschäftigen. Ohne die Wurzeln der Geschichte wird nichts Gutes für die Zukunft entstehen. Auch wenn Sie jetzt erschrocken sind – darauf ein „Heil Hitler“!

Ich war noch nie ein „Radau-Nazi“, ein „Radau-Antisemit“ oder ein „Hakenkreuzler“, wie es manche Juden so gerne hätten. Ich habe immer nach dem „Woher“, dem „Warum“ und dem „Wohin“ gefragt, und mich versucht zu bilden. Nun, mir scheint es, als wären meine Bemühungen nicht unnütz gewesen. Ich habe einen Faden gefunden, dem ich gerne weiter nachgehen möchte.

Was ist damals geschehen, im „bösen Deutschen Reich“?

Warum ist der Haß gegen alles Deutsche in der Welt entbrannt?

Es gibt darauf nur eine logische Antwort: Gewissenlose Subjekte, die ihre „Felle“ davonschwimmen sahen, wollten durch Krieg – der eine sichere Einnahmequelle zu sein schien – dem Deutschen Geist den Garaus machen. Und ja, es waren Juden, die maßgebend die Geschichte bestimmten.

Angeregt durch eine Dissertationsschrift von Reuben Clarence Lang, gelangte ich an viele interessante Bücher und Veröffentlichungen, die es heute gar nicht mehr geben dürfte. Ich habe die Herausforderung angenommen und mich in die Literatur vertieft, die mich tief blicken ließ. Die Schrift des Herrn Lang werde ich Auszugsweise als Broschüre herausgeben.

Zu Beginn des Jahres 2019 meldete sich ein Rabbi zu Wort und verkündete folgende Worte:

„Nun, für den Antisemitismus gibt es eine Reihe von Gründen. Ich möchte speziell auf folgenden Aspekt in dieser Frage eingehen. Viele weiße Menschen europäischer Herkunft, sowohl in Nordamerika wie auch in Europa, in Australien usw., also Menschen europäischer Herkunft, glauben, dass ihre Nationen, ihre Länder, ihre Kulturen und Zivilisationen auf dem Hackklotz zur Enthauptung liegen.

Sie sehen ihre Lebensart, ihre Werte, ihre sozialen Normen und Systeme, unter denen sie leben, die sie ihren Kindern und Kindeskindern weitergeben möchten, gefährlich bedroht.

Grund: Die vollkommen unverantwortliche Massenimmigration. Europa wurde überflutet mit Dritte-Welt-Immigranten. Diese Entwicklung hat sich zu einer enormen Krise für jene ausgewachsen, die die authentischen europäischen Nationen als europäische Nationen erhalten wollen.

Sie wollen sozusagen Europa als das Heimatschutzgebiet für die europäischen Gesellschaften erhalten.

Sie wollen Europäer bleiben und sich als Europäer identifizieren können.

Sie wollen ihre kulturelle Ära erhalten und fühlen sich jetzt bedroht.

Ich betone nochmals, sie haben 100 Prozent Recht. Was heute geschieht, ist ein massives Verbrechen der westlichen Politiker, die dabei auch noch Hochverrat begehen, indem sie unkontrollierte, massive Immigration aus Drittwelt-Ländern nicht nur erlauben, sondern fördern.

Überdies ist es ein massiver historischer Akt der Torheit. Nun suchen Menschen mit europäischem Hintergrund nach Verantwortlichen für diese Entwicklungen. Und, ja, wir Juden, überall auf der Welt, müssen gestehen, dass es Juden sind, die an diesen Immigrationsbewegungen beteiligt sind.

Meist sind es die NGOs, die die Immigration aus der Dritten Welt in die westliche Welt fördern. So folgern die europäischen Menschen und Amerikaner, dass die Juden hinter dieser Politik steckten, dass es sich um eine jüdische Verschwörung handele, die das Ziel verfolge, die weißen Menschen zu vermischen, oder ihnen zumindest irreparablen Schaden zuzufügen.

Sie glauben, dass die Juden Rache nehmen wollten, weil sie in all den Jahrhunderten in Europa nie Fuß fassen konnten. Aus Sicht des authentischen Tora-Judentums ist das falsch, denn es lehnt die Vermischung ab, und somit jede Überflutung der westlichen Länder durch Drittwelt-Migranten. Dadurch würden die westlichen Länder zu Drittwelt-Ländern werden.

Die weißen Menschen kommen zu diesem Schluss, weil sie so viele Juden sehen, die diese Migrationsbewegungen steuern und diese Programme fördern. Aber das sind nicht die authentischen Tora-Juden.“

Ich wäre fast geneigt, das Judentum lieben zu lernen – wenn ich nicht um die Machenschaften „Jener“ wüßte, die erst dafür gesorgt haben, daß dem Dritten Reich ein ewiger Schuldkult anhaftet.

Ein Jude, Dr. Dr. Erwin Goldmann hat das Dritte Reich überlebt. Er ist nicht – wie so viele seiner Volksgenossen – ins Ausland geflüchtet. Ganz im Gegenteil: Er war sogar überzeugter Nationalsozialist.

Und hier beginnt das Drama – für viele Deutsche – oder sich als Deutsche fühlende. Wie kann es denn sein, daß ein Jude Nationalsozialist ist? Es scheint wohl doch nicht so zu sein, daß alles nur Schwarz oder Weiß ist – nicht alles in die bekannten Schablonen paßt.

Dieser nationalsozialistisch fühlende Jude hat seine Erinnerungen, seine Lebensgeschichte, 1975 in Buchform veröffentlicht. Ich bin noch mit mir am hadern, ob ich nicht das ganze Werk digitalisiert zur Verfügung stellen sollte.  Ich möchte Ihnen hier nur drei Kapitel zur Verfügung stellen. Drei Kapitel die – für sich genommen – schon äußerst interessant sind. „Jude, oder was?“ – kommt klar zum Ausdruck.

Widerstand oder Verrat?

Von etwa 1934 an wurde mir von den verschiedensten Seiten zugeflüstert, daß aus Haß gegen Hitler namhafte politische Persönlichkeiten und hohe Offiziere Auslandsverbindungen angeknüpft hätten. Wahrscheinlich glaubte man, gerade ich müßte mich über solche Kunde besonders freuen. Um so erstaunter war und ist man über meine Antwort, daß ich stets jeden abgelehnt hätte, der mit Fremd- oder später Feindhilfe etwas erreichen wollte. Selbstverständlich konnte man darüber anders denken.

Das muß der einzelne nach seinem Gewissen entscheiden. Ich bekam manches harte Wort wegen meines Standpunktes zu hören.

Jedenfalls traue ich mir zu, daß – wenn ich der festen Überzeugung von schwerster Gefahr für Deutschland durch Hitler gewesen wäre – ich Mittel und Wege gefunden hätte, ihn zusammen mit seinen engsten Mitarbeitern unter Einsatz des eigenen Lebens unschädlich zu machen. Gewiß hat es Zeitabschnitte gegeben, während derer aus mancherlei Gründen ein gewaltsamer Eingriff in die Geschichte besser unterblieben wäre; aber das dürfte nach meiner Auffassung keine Rechtfertigung für so langes Zögern sein.

Es war später im Internierungslager wirklich tiefbewegend, ausgerechnet hohe Offiziere, Beamte und auch besonders Diplomaten in der ganzen Armseligkeit ihrer Gesinnung und Haltung erkennen zu müssen, insbesondere wenn man daran dachte, welche Vorteile sie eingeheimst hatten!

Was schon früher gesagt ist, darf hier wiederholt werden: Ich habe von keinem der ehemaligen Reichsminister, Staatssekretäre, Führer der SS, SA und des Arbeitsdienstes ein einziges abfälliges Wort über Hitler gehört. Diese Feststellung möge nicht falsch verstanden werden. Diese Männer waren weder dumm noch blind oder taub, und sie hatten sicher vieles richtig wertend erkannt. Selbst bei Gesprächen über Grundfragen unserer eigenen Mitschuld wurde bewußt von den Fehlern und Schattenseiten Hitlers geschwiegen. Nur von seinen gesundheitlichen Störungen und deren Ursachen haben wir gesprochen.

Selbstverständlich kann man die Haltung dieser „Oberbelasteten“ anders auffassen als zum Beispiel ich. Das ändert dort und hier nichts. Mich hat sie als Zeichen einer anständigen Gesinnung beeindruckt und sich auf mich ausgewirkt. Eine Ausnahme war Schacht, der von seiner später veröffentlichten „Abrechnung mit Hitler“ vieles bei Gesprächen vorausberichtete. Besonders herzlich denke ich ofl an den früheren Reichspostminister Dr. Ohnesorge, der selbst Patient im Lagerhospital war und mir während einer schweren Erkrankung im Winter 1945/46 wochenlang die Hälfte seines Essens schenkte. Genauso denke ich an den Reichsarbeitsführer Hierl, diesen selten trefflichen Mann, mit dem ich später in Stuttgart auch noch in Verbindung stehen durfte. In guter Erinnerung ist mir unser erstes Gespräch, bei dem wir uns unter anderem mit der Persönlichkeit Ludendorfis befaßten, den wir beide – trotz mancher anderen Einstellung zu ihm – aufrichtig verehrten. Hierl, der als ehemaliger Reichswehroffizier die Entwicklung des Dritten Reiches und hauptsächlich auch der Wehrmacht genau kannte, hat mich über vieles mir bis dahin noch Unbekannte aufgeklärt. Hierl und ich waren der Überzeugung, daß der Zweite Weltkrieg nicht vorgeplant und auch die Aufrüstung bei dessen Beginn nicht abgeschlossen war.

Meinen persönlichen Eindruck von der Haltung vieler Widerständler, daß sie Hitler gar nicht aus sachlichen, sondern aus Gründen seiner Herkunft ablehnten („diesen Emporkömmling haben wir noch nie leiden können“), bestätigte Hierl. Vor allem lag mir viel daran, ihm klarzumachen, wie ich als damals „Geächteter der Nation“ sicher völlig unbeeinflußt die Entwicklung in der Wehrmacht beobachtet hatte, was durch die Ereignisse nachher weitgehend bestätigt wurde.

An der Tapferkeit vieler Generale vor dem Feind habe ich nie gezweifelt, aber um so mehr an ihrem Bürgermut. Jedenfalls war und ist es würdelos, das Versagen von Offizieren in dieser Hinsicht auch als Schuld Hitlers werten zu wollen. Und wenn schon, haben sie, die nachher von „Kriegswahnsinn“ sprachen, nicht die Verpflichtung auf Grund ihrer soldatischen Überlieferung gehabt – ohne Rücksicht auf sich selbst – den „halbgebildeten Eindringling“ rechtzeitig auszuschalten, da sie ja schon längst den furchtbaren Schaden durch ihn angeblich erkannt hatten? Im übrigen hat es viele Offiziere gegeben, denen Fahneneid und Deutschland über allem standen, die dann aber nicht wie ein Teil ihrer hohen Vorgesetzten im Lager herablassend und verächtlich höhnten: „Ja, Ihr Nazis!“ In diesem Zusammenhang sagte ich Hierl und anderen gewesenen Ministern immer wieder, daß vielleicht eine spätere Zeit erst richtig erkennt, was Hitler vor der Zerrüttung seiner Gesundheit als Verpflichtung vorausgesehen hat, aber durch den Krieg und seinen Ausgang nicht erfüllen konnte; den Widerstand gegen all das, was uns, Europa und die Welt, heute bedroht. Ich bin auch jetzt noch der Überzeugung, daß er lange Zeit gar nicht an Krieg gedacht hat, weil andere große Aufgaben vor ihm lagen und ihn erfüllten.

Da meine Mutter und ich manches Mal traumhafte Sichten und Vorahnungen hatten, die tatsächlich eintrafen, war ich seit 1939 der Meinung, daß Hitler damals ähnlich erkannte: eine unheimliche Waffenbedrohung Deutschlands durch die uns feindlichen Mächte. Schon lange vor dem Dritten Reich hatte auf mir das Gefühl nur eines Waffenstillstandes gelastet; denn Friedensbringer waren die Pariser Verträge nicht. Gerade deshalb auch meine Zugehörigkeit zur „Schwarzen Reichswehr“. Und – das verstand Hierl besonders gut – waren für mich Turnen, Sorge für die Turnerjugend, Teilnahme an sportärztlichen Lehrgängen im Grunde nichts anderes als die Erfüllung eines inneren Befehls, der neben der Erkenntnis von dringenden Notwendigkeiten für die Volksgesundheit auf einer Ahnung von kriegerischen Auseinandersetzungen beruhte.

Wenn man am Spätabend seines Lebens Rückschau hält, kann es nur ein ehrlicher Bericht sein. Aber es muß bei aller Gefahr einer Mißdeutung gesagt werden, daß ich von 1933 an, als in den ersten Monaten nach der Machtübernahme schon die jüdischen Sprecher den heiligen Krieg gegen Deutschland ankündigten, einen weltweiten Waffengang mit dem Ziel der Vernichtung für unvermeidlich ansah. Deshalb auch mein Verständnis für die damalige Wiederaufrüstung, die heute vielfach völlig falsch als nur auf Massenmord gezielt beurteilt wird.

Wie schwer die innere Lage mit all dem Verrat schon seit 1936 war, erfuhr ich später von meinem getreuen Kameraden Dr. Ohnesorge. Seit dem erwähnten Jahr konnte keine Vollsitzung des Reichskabinetts mehr abgehalten werden, da über alle vertraulichen Gespräche vom Mittag bereits in den Abendsendungen des englischen Rundfunks genau und richtig berichtet wurde. Übrigens hat sich bekanntlich ein Ministerialdirektor des Auswärtigen Amtes später vor einer Spruchkammer dessen gerühmt und wurde dadurch als unbelastet gefeiert.

Ich war schon damals – und sagte das auch Göring – immer mehr von der Sorge wegen eines neuen Großkrieges erfüllt.

Eine gute Bekannte wollte mich etwa im Jahre 1938 mit dem Hinweis trösten, die Juden würden bestimmt alles tun, um Hitler zu beseitigen und Deutschland auf die Knie zu zwingen, dann sei meine Lebenslage auch wieder besser. Ich erwiderte ihr: „Um diesen Preis nicht!“ – Und darauf sie: „Gibt es wohl noch mehr solcher Narren wie Sie?“ – Dies sei nur nebenbei erwähnt, wenn mir auch das Gespräch nach 1945 als schwere Belastung bitter bekommen ist.

Die Kriegsschuld und die Verschwörung

Es liegt mir daran, dazu beizutragen, daß das Gerede von der Alleinschuld Hitlers und Deutschlands am Ausbruch des Krieges aufhört. Darüber haben wir viele Lagergespräche geführt.

Hierl gab vor allem der Sowjetunion die Schuld. Bei den Nürnberger Prozessen hat man in blindem Haß zweifellos falsch be- und geurteilt. Erfreulicherweise ist das inzwischen weltweit so erkannt worden.

Göring war seiner ganzen Art nach frei von kaltblütiger Kriegsplanung, und Hitler hätte den Polen gegenüber ganz andere Bedingungen gestellt, wenn er die ihm angelasteten Vorhaben unbedingt hätte verwirklichen wollen. Aber wahrscheinlich ist durch das Verhalten der Großmächte in der kritischen Augustzeit 1939 deren vermutlich erst für 1940 oder 1941 vorgesehenes Eingreifen klarer denn zuvor als lebensbedrohliche Gefahr in Erscheinung getreten. Wir sollten uns ganz ehrlich verdeutlichen, welche Vorwürfe man Hitler bei einem weiteren Zuwarten gemacht haben würde, wenn die andere Seite mit ganzer Macht ein oder zwei Jahre später einen Überraschungskrieg vom Zaun gebrochen hätte!

Hierl hat übrigens 1941 Hitler offen – aus seiner Sicht als alter Generalstäbler – seine Sorgen um den möglichen Ausgang des Krieges gesagt. Leider sind seine Befürchtungen Wirklichkeit geworden. Sein trotzdem so mannhafles Mitdurchhalten hat mich auch viel später noch tief beeindruckt. Ich konnte verstehen, daß ein Mann wie er einen Anschlag auf Hitlers Leben verurteilen mußte. Bei aller Achtung vor der Gesinnung eines Teils der Verschwörer lehnte er wie ich ihr Vorgehen aus innerster Überzeugung ab.

Im Lager vermutete man überdies, daß nicht zuletzt der „plebejische Volkstribun“ von den „Patriziern“ nach jahrelangem Zögern hätte umgebracht werden sollen. Und nochmals, ich habe keinerlei Verständnis dafür – bis heute nicht! – daß man eine Aktenmappe mit einer Bombe hinstellt und dann wieder verschwindet. Wenn sich der Täter unmittelbar neben Hitler mit seiner Mappe aufgehalten hätte, dann wären die weiteren Opfer im Bunker eher zu verantworten gewesen. Die Mehrzahl der Männer aus der Führungsspitze des Dritten Reiches, die mit mir im Lager interniert war, hat mit aufrechtem Gesamtverhalten in der Frage der Mitschuld wesentlich anders gewirkt.

Ich selbst hatte Gelegenheit genug, als Kamerad, Arzt, Hilfsseelsorger und Mitkranker diese Männer genau kennenzulernen. Übrigens dachten manche amerikanischen Offiziere über den 20. Juli ähnlich.

Die Mitwisser , „Ja, sind denn das nicht die mutmaßlichen Mörder der Juden, von denen du da gut sprichst?“ könnte man mich mit Recht fragen. – Es war beinahe selbstverständlich, daß in den Lagern und Gefängnissen gerade von Kameraden, die in bestem Wollen mit sich selbst ins Gericht gingen und sich über ihre Mitverantwortung Gedanken machten, besonders Aussprachen auch mit mir gesucht wurden. Wir haben es uns mit der Wahrheitsfindung wirklich nicht leicht gemacht. Das böse Spiel mit sechs Millionen Toter wurde jedoch von uns allen als würdelos und überflüssig abgelehnt. Andererseits waren auch die einst maßgeblichen Männer – und das nicht etwa, um sich aus einem Schuldbereich herauszubringen – der Überzeugung, daß unter „Endlösung“ nie Ausrottung, sondern erzwungene Auswanderung zu verstehen gewesen ist und auch so verstanden wurde. Zunächst war – wie bekannt – an eine Verschickung nach Madagaskar gedacht, weil alle Großmächte nur in beschränktem Umfang Juden aufnehmen wollten; erst später – sozusagen als Maßnahme im Kriege – an eine solche in Arbeitslager im Osten.

Wer dann die Vernichtung wirklich befohlen hat, konnte auch von diesem Kreis Wissender nicht geklärt werden. Jedenfalls ist das bis heute auch noch nicht einwandfrei klar. Sicher ist nur, daß Himmler im Herbst 1944 weiteren Mord verboten hat, so daß man bestenfalls daraus schließen kann, er müsse ihn auch angeordnet haben. Seit der Lagerzeit habe ich noch von keinem Beweis über eine andere Auslegung gehört.

Alles was über die Zahl der Mittäter damals und heute gesagt und geschrieben worden ist, beruht nur auf Vermutungen. In einem Punkt hatte ich auf Grund meiner Erlebnisse eine eigene Meinung. Das ist die Frage, ob tatsächlich im deutschen Volk so wenig Leute etwas Sicheres gewußt oder von dem Furchtbaren zumindest gehört hatten. Zweifellos waren viele durch das Kriegsgeschehen an der Front und in der Heimat anderweitig voll ausgelastet und auch abgestumpft gegen fremdes Leid.

Wenn ich durch die Mitarbeit bei der Betreuung der nichtarischen Christen auch von Verschickungen und der damit verbundenen entsetzlichen Not sicher mehr erfuhr als Fernerstehende, war ich doch oft erstaunt über das Wissen in weiten Bevölkerungskreisen, wobei allerdings niemand an eine Vernichtung dachte. Gewiß hat das Abhören von Feindsendern hierbei eine Rolle gespielt.

Bei mir entwickelte sich vor allem ein furchtbarer Haß gegen das Ausland und die Weltjudenheit, weil ich nun seit 1933 ständig miterlebt hatte, wie vergeblich alles Bitten und Betteln um umfangreiche und wirkungsvolle Hilfe in der sich immer deutlicher abzeichnenden Gefahr war. Und selbst die ansonsten von mir so geliebten Schweizer haben in dieser Sache ihr Brusttuch erheblich befleckt. Darüber hinaus muß aber hier noch etwas mit aller Deutlichkeit gesagt werden, auch wenn es uns, die nichtarischen Christen, nicht unmittelbar betrifft; denn die Organisationen der deutschen Juden wollten offensichtlich mit uns nie zu tun haben: Es ist eine Unverfrorenheit sondergleichen von seiten der einst im Ausland gewesenen Juden, den Frauen und Männern an den Spitzen dieser Organisationen nachträglich Vorwürfe wegen ihres Verhaltens im Reich nach 1933 zu machen. Die meisten zeigten auch in schwierigster und aussichtslosester Lage vorbildliche Tapferkeit und Würde. Diejenigen aber, die damals nicht im Lande waren, sollten lieber an ihr eigenes folgenschweres Versäumen denken. – Auch das mußte einmal gesagt werden!

Aber nun zurück zu dem Mitwissen im deutschen Volk, das bis heute von allen Seiten bestritten wird. Wie schon berichtet, hatte ich selbst von Gegnern des Nationalsozialismus gehört, daß angeblich aus toten Juden Seife hergestellt werden würde.

Beim SD hatte ich mich offen danach erkundigt. Seit 1943 war ich sehr hellhörig für Mitteilungen über die Vernichtung von Juden geworden. Immer wieder hatte ich von den verschiedensten Seiten darüber etwas erfahren. Nachher sah es dann so aus, als ob ich der einzige Mensch neben meinen ehemaligen SD-Kameraden gewesen sei, der manches gewußt und noch mehr geahnt hatte.

In solchen Zusammenhängen taucht zwangsläufig immer wieder die Frage an mich auf: „Warum sind Sie dann dennoch treu geblieben?“ – Eine solche Treue kann niemals eine Frage der Vernunft sein, sowenig sich mein Glaube rein verstandesmäßig nach dem Verhalten der Kirche, Pfarrer und Mitchristen richtet.

Man hat mir ja, wie bekannt, manchmal übersteigertes Deutschbewußtsein vorgeworfen, ebenso auch zu betontes Christsein.

Nehmen wir ruhig einmal an, das sei so gewesen, oder vielleicht ist es noch so? Ich weiß es nicht, aber idch weiß, daß mein Glaube und die innige Verbundenheit mit Volk und Vaterland in Glück und Not, in Freud und Leid eine Gottesgabe waren und sind, für die ich täglich dankbar bin.

Ich hatte immer ein schweres Schicksal zu tragen und versucht, es nicht zu schleppen. Aber ich habe nie einen Zwang auf mich ausüben lassen, auch nicht, als ich Mitwisser solchen Mordens wurde. Hier stand ich nun in der Tat zwischen beiden Völkern; denn ich hatte mitzuleiden mit den Blutopfern an den Kampffronten und in den Todeslagern. – Offengestanden war es mir aber gleichgültig, wie meine Haltung von anderen Menschen beurteilt wurde. Aus der Tiefe des Seins erreichte es mich wie ein Befehl, möglichst viel verhindern und mildern Zu sollen – aber auch verantwortungsbewußt etwaige Schuld mitzutragen. Man muß den Mut zur Wahrheit haben und nicht verlegen durch Vorschützen von Erinnerungslücken schweigen. Nur das kann ein gutes Erbe für unsere Jugend sein, die in sich oft schwer um Vergangenes und Gegenwärtiges ringt.

Immer wieder hört und liest man von der angeblichen Stille, die sich über die „]udenfrage“ in der Bundesrepublik auftut. – Zunächst muß man – das kann nicht oft und deutlich genug gesagt werden – die Entwicklung nicht zeitlich rückwärts von den Verbrechen einer kleinen Schar Grausamer oder Triebenthemmter her, sondern in ihrem zeitlichen Werdegang werten.

Es gibt keine deutsche Alleinschuld am Zweiten Weltkrieg und keine solche an dem furchtbaren Weg vieler Juden in die Hände ihrer Mörder. Die unmittelbaren Zeugen des Gesamtgeschehens

sterben bald vollends aus, und deshalb sollten sie sich rasch überlegen, ob und was sie noch zu den Darstellungen mancher sogenannter Geschichtsforscher und Meinungsmacher vorzubringen haben.

Es geht dabei nicht um „Persilscheine“ für den Nationalsozialismus, sondern um bescheidene Beiträge zu dem für uns alle so schweren Suchen nach Wahrheit und Ehrlichkeit. Dabei hat man die Pflicht zu überdenken, was wirklich war!

Schuld und Schicksal

Vor vielen Jahren las ich ein mich besonders bewegendes Wort von Friedrich Ludwig Jahn: „Den Deutschen kann nur durch Deutsche geholfen werden, fremde Völker bringen uns immer tiefer ins Verderben.“ – Und im Frühjahr 1912 fand ich in der damals sehr geschätzten Zeitschrift „Kunstwart“ den Aufsatz eines Moritz Goldstein, der mir jungen Kandidaten der Medizin nach vielen sorgenerfüllenden Eindrücken in zwei Berlin-Semestern eine neue schwere seelische Belastung mit folgenden Sätzen brachte: „Wir Juden verwalten den geistigen Besitz eines Volkes, das uns die Berechtigung und die Fähigkeit dazu abspricht. Diese in solcher scharfen Formulierung ungeheuerliche Tatsache, die Juden ebenso wie Nichtjuden das Blut aufregen muß, fordert unerbittlich zu Maßregeln auf. Dieser Konflikt muß auf irgendeine Weise gelöst werden. Niemand bezweifelt im Ernst die Macht, die die Juden in der Presse besitzen.“ Also Schicksal und Schuld, Unrecht des Antijudaismus auch durch jüdisches Mitverschulden. Mit Irrtum, Wahn und Lüge führt aber kein Weg aus dem Teufelskreis heraus zu wertbeständiger Achtung voreinander über alles von Natur aus Trennende hinweg, dessen mahnende Grenzen immer beiderseits beachtet werden müssen. Jahn und Goldstein seien ergänzt durch Shakespeare: „Ida tu’ das Üble, schrei’ dann selbst zuerst – das Unheil, das ich selber angerichtet, leg’ ich dem andern dann zur Last.“ Während der Niederschrift dieses Rückblicks hatte ich Gelegenheit, mit vertrauenswürdigen Menschen über solche Überlegungen zu sprechen. Dabei erfuhr ich nicht etwa von „Betroffenen“ wesentliche Einzelheiten über ein zunehmendes Ausmaß von offenen und verborgenen Spannungen zwischen Juden und ihren Wirtsvölkern in England, den USA und Kanada. Die Gewährsleute dafür waren ganz unabhängig voneinander von banger Sorge erfüllt. Eine sehr ernst zu nehmende Frau wies dann noch auf viel Unbekanntes in dem Verhältnis der Israelis zu den Arabern hin. Mögen all die Befürchtungen, die mir gegenüber geäußert wurden und wie sie ähnlich von Jugend auf immer wieder schwer auf mir lasteten, nicht noch einmal zu furchtbarem Erleben sonstwo in der Welt oder bei uns führen. Ehrlich besorgt habe ich schon in der ersten Spruchkammerverhandlung 1947 darüber gesprochen. Und immer wieder denke ich in solchen Zusammenhängen an die Schlußworte eines offenen Briefes, den Walther Rathenau am 10. November 1918 an einen ausschlaggebenden Berater des Präsidenten Wilson geschrieben hat: „Die Menschheit trägt gemeinsame Verantwortung. Jeder Mensch ist für das Schicksal jedes Menschen verantwortlich, für das Schicksal jeder Nation.“ Es wäre auch hierbei Pflicht, an das zu denken, was man anderen Menschen, die ebenfalls in ihrer Bindung an Volk und Glauben fest geblieben sind, mit weltweiter Hetze und zehntausend Prozessen angetan hat. Das soll beiderseits keine willkürliche Gesamtentlastung bedeuten. Es ist so leicht, bei Juden wie Nationalsozialisten nachher überheblich zu verurteilen, was in der jeweiligen Lage getan worden ist. Nicht von ungefähr steht geschrieben: „Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet.“ – Es ist so leicht, nachher Steine zu werfen und zu brüllen: „Ich hätte . . .“ oder „Ich hätte nicht . . .“ Das erinnert mich auch an das schon erwähnte Gerede mancher Pfarrer in den Internierungslagern der Siegermächte von unserer Schuld. Und heute erfahren sie selbst von ihrer Schuld am Tiefstand kirchlichen Lebens. Es hat wohl jeder genug mit eigener Schuld zu tun! Zumindest sollte man sich nur gerecht um die Schuld anderer kümmern, aber stets im Bewußtsein eigener Fehler. Die Kunde davon möge man jedem so ehrenwerten und gewissensreinen Mitglied des „Weltbundes der Selbstgerechten“ zur Kenntnis bringen oder noch besser, sie in ihr dickes Fell, unter dem andere Menschen ein warmes Herz verspüren, einbrennen. Und alle miteinander sollten wir nie vergessen: „Wir steh’n vor Gott im Bunde und teilen Recht und Schuld.“ Im Verlauf einer Unterredung mit Göring kam die Sprache auch auf Rathenau, den er insgesamt so gerecht wie etwa im Jahre 1931/32 Gregor Strasser ihn im Hause Winnig in Potsdam wertete; während Winnig selbst mehr die Schatten des Wesens von Rathenau sah. Göring war der Meinung, Leute wie Rathenau und andere dieser Art, habe er im Auge gehabt, als er von der Aufnahme von Juden in die deutsche Volksgemeinschaft gesprochen habe. Und dann fügte er hinzu: „Es wäre mir in diesem Zusammenhang völlig gleichgültig, ob einer religiös Jude oder Christ sein will. Eine Beurteilung danach dürfte es nicht geben. Wichtig ist nur: Ein bedingungsloses Ja zu Deutschland – oder ein klares Nein!“ Dann fragte er mich: „Haben Sie sich auch schon genau überlegt, was Rathenau wohl von Ihrem Weg zum Nationalsozialismus denken oder sagen würde?“ Ich holte zu einer längeren Antwort aus: „Herr Reichsmarschall, das hat mich oft umgetrieben! Rathenau hätte sich bestimmt bemüht, mich zu verstehen. Ob es ganz dazu gekommen wäre, weiß ich nicht. Vaterländisch bestimmt; denn er ist ja nach Kriegsende auch um der Rettung Deutschlands willen über sich selbst hinausgewachsen. Ich weiß um sein inneres Gespaltensein in wesentlichen Lebensdingen, aber auch um seine wahre Größe.

Nicht oft ist das Wesen eines Menschen so in kleinste Bestandteile zerlegt worden wie bei ihm durch Feinde und Freunde oder wenigstens hat man es zu tun versucht. Rathenau hat sich viel mit sozialen Reformen beschäftigt, aber es fehlte ihm irgendwie die innere Volksverbundenheit, nicht aus Absicht, sondern mehr durch Nicht-überwinden-können einer gewissen Zurückhaltung. Vielleicht hätte er als Jüngerer viel durch ein paar Jahre Frontdienst in dieser Hinsicht gelernt und wäre zutiefst in sich zu einem echten Gleichklang gekommen. Seine Worte ‚An Deutschlands Jugend‘ (1918) könnten auch andererseits von einem Nationalsozialisten nicht inniger und gläubiger geschrieben werden. Rathenau wäre fähig gewesen, sich in meine Gedanken abseits von unserem persönlichen Schicksal zu vertiefen, aber er hätte bei anderer Einstellung niemals Steine der Verachtung nach mir geworfen. Ich bin schon an der Ruhestätte der Familie Rathenau gestanden, aber auch an dem Gedenkstein für seine Mörder Fischer und Kern auf dem Friedhof in Saaleck. Gelten die Worte auf dem Stein dort nicht gerade auch für Rathenau selbst: ‚Tu was du mußt. Sieg oder stirb und laß Gott die Entscheidung‘.“ – Göring antwortete nur: „Ihr beide seid auch Wanderer zwischen zwei Welten.“ Dann fuhr ich fort: „Herr Reichsmarschall, vielleicht nicht nur Wanderer, sondern auch Kämpfer.“ – Jedenfalls hat Göring klar erkannt, wie Rathenau noch viel mehr für das Ganze hätte leisten können, wenn er ohne die seelische Last von Jugend auf innerlich freier gewesen wäre.

Und an mir hat Göring sich gefreut, als ich nach der Zurückweisung einer für mich möglich gewesenen Vergünstigung Gärtner wurde. Sicher war er irgendwie beeindruckt von meiner – wie er mir einmal durch einen höheren HJ-Führer sagen ließ – „sanften Sturheit“.

Blut und Boden“

Im Internierungslager kam ich aus ärztlichen Gründen auch mit dem inzwischen verstorbenen damaligen Reichsbauernführer Walter Darré in Berührung und war gerade bei ihm besonders gespannt darauf, ihn näher kennenzulernen. Das hatte folgenden Grund: Rathenau war, wenn er sich selbst auch gar nicht dazu eignete oder zu eignen schien, überzeugt davon, daß die Juden vom Asphalt der Großstädte weg zu einfachen Berufen auf dem Lande, insbesondere zu Bauern, Handwerkern und Gärtnern – und das abseits von allem Handel – zurückfinden müßten, und zwar möglichst auf eigenem Heimatboden. Allerdings hatte Rathenau an die Zionisten, die in Palästina aufzubauen begannen, harte Absagen erteilt; aber dennoch waren diese Wehrbauern doch die erwünschte Verkörperung dessen, was man später – oft bis heute verhöhnt und geschmäht – unter „Blut-und-Boden-Mythos“ verstand.

Ich wußte von den schweren Auseinandersetzungen, die Darré mit Hitler und Himmler gehabt hatte, und war froh, mir nun selbst auch ein Urteil bilden zu können. Vorher hatte mir noch Dr. Ohnesorge erzählt, Darré sei in besonders schmählicher Weise entlassen worden. Ley, als „Schirmherr der groß-städtischen Arbeitermassen“, habe ihn verständnislos bekämpft. Auch mit Himmler hatte sich Darré offenbar entzweit und den ihm verliehenen Ehrendegen der SS zurückgesandt.

Insgesamt machte Darré einen sehr guten Eindruck auf mich. Ich möchte nicht falsch verstanden werden, wenn ich sage, er sei ein „Herr“ im allerbesten Sinne des Wortes gewesen – und zwar ohne alle Überheblichkeit.

Auch Darré brachte kein krummes Wort über Hitler und andere, obwohl sie ihn offenbar schwer gekränkt hatten, vor. Wir saßen in mancher Abendstunde zusammen und sprachen miteinander. Darré freute sich natürlich über meine Begeisterung für wahres Bauerntum, meine Liebe zum Durchstreifen der Heimat ohne Fernweh, meine Erlebnisse als Gärtner und Landhelfer, meinen Stolz, mit Pferden gerade Furchen pflügen zu können, die Bewährung als Schwerarbeiter beim Wasserleitungsbau in der Nähe von Goslar und die im Rahmen der Lagerfortbildung gut bestandene Prüfung als Siedler und Kleingärtner.

Als ich später mit einem amerikanischen Oberleutnant, dessen Großeltern schon aus Deutschland ausgewandert waren, mich über Darré unterhielt und von all dem Spott erzählte, lachte er: „Wie würden die gleichen Leute heucheln, wenn wir ihnen von unserem ‚The blood and the land nexus‘, dem atlantischen Gegenstück von ‚Blut und Boden‘ erzählen würden?“ – Völlig unabhängig voneinander kamen der Ami-Offizier und Darré auf die Israelis in Palästina zu sprechen. Daran habe ich oft gedacht, weil Darré als Urgermane und der judenstämmige Amerikaner in vieler Hinsicht gleicher Meinung waren. Man kann sagen: „Die Wahrheit von heute ist der Irrtum von morgen“ – oder auch umgekehrt! – All das bewegte mich jetzt wieder besonders, als ich bei der Niederschrift von neuen Maßnahmen dieser Art in Israel las.

Auch wird von der „naiven Unschuld vieler Zionisten“ gesprochen, die völlig blind gegenüber der Möglichkeit, daß es einen arabischen Nationalismus geben könne, gewesen seien. Den frühen Pionieren wird fahrlässige Gutgläubigkeit zugestanden. In zwanzig Jahren Krieg hat sich aber zionistische Erlösungsschwärmerei mit unduldsamer Gewalt verbunden. – So ist offenbar vieles von dem Hunger nach Freiheit und Gerechtigkeit im Getriebe des Zusammenlebens dahingegangen. Aber auch die Not, die man über die Araber Palästinas gebracht hat, war und ist ein hart mahnendes Erbe.

In diesem Zusammenhang ist nur wichtig, daß wider Erwarten Gedanken und Hoffnungen vieler Menschen, unter ihnen Rathenau, Darré, der Ami-Oberleutnant und ich, auf einen Staat mit der tatsächlichen Verwirklichung einer „Blut-und-Boden“Bewegung doch keine echte Erfüllung finden können. Auch das Gefüge der Kibbuzim ändert sich im Wandel der Zeit. Letztlich weiß man nicht, ob der innere und äußere Aufbau eines Staates Israel innerhalb eines großen, rechtzeitig zur Verfügung gestellten anderen Gebietes nicht vielen Menschen das Leben gerettet haben würde. Vielleicht hätte ohne das große Unrecht an den Arabern mehr Segen und Frieden auf einer solchen Heimat aller Israelis gelegen. Aber man wollte in weiten Teilen der Welt ja nichts – oder möglichst wenig – für sie tun und ist sich bis heute der großen Mitschuld gar nicht bewußt – oder will sie nicht zugeben.

Offenbar ist es durch die Verständigung und Industrialisierung nicht einmal in jungen Staatsgebilden mehr möglich, einen durch und durch gesunden Bauernstand als Grundlage des Ganzen zu erhalten. Wir wissen ja aus eigenster Erfahrung über die damit verbundene Minderung des Gleichgewichts zwischen Land- und Stadtbevölkerung Bescheid. Noch vor ein paar Jahrzehnten durften wir überzeugt sein, daß ein fester Stamm kleinerer und mittlerer Bauern der beste Schutz gegen soziale Störungen ist. Rathenau, Darré, die israelischen Wehrbauern und viele Deutsche glaubten an die Wahrheit und Bedeutung der im „Blut-und-Boden“-Gedanken zum Ausdruck gebrachten Lebensform. Vielleicht kehren einmal unsere Enkel auf harten Umwegen und durch bittere Erfahrung zu dem zurück, was in den letzten fünfzig Jahren von angeblich verblendeten und geistig armen, in Wahrheit aber innerlich gesünderen Menschen erhofft worden ist.

Und nun – wenn Sie den bis hierhin gelesen haben – frage ich Sie: Wissen Sie noch über die Geschichte Bescheid?  Glauben Sie noch an all die Märchen die uns – seit dem Entfernen unserer alten Märchenbücher – aufgetischt werden?  Ist Jude wirklich Jude? Was bezweckt dieser Rabbiner – vom Anfang des Artikels – mit seinen Aussagen? Möchte er einfach wieder die Juden als „rechtzeitig auf dem richtigen Weg“ kennzeichnen?

Denken Sie bitte selbst nach!  Lassen Sie sich nicht durch Medien (in jüdischer Hand) beeinflussen! Logik hilft uns Menschen die Welt, die Natur, zu verstehen. Denken Sie logisch und es wird alles Gut werden!


Quelle und Kommentare hier: