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Die Doppelmuttipublik

von Hadmut Danisch

Über Medien, Angela Merkel und den Streit über die Tafel in Essen.

Manchmal sind es die Kleinigkeiten, die sich zum Politikum aufschaukeln. Sicherlich wird jeder inzwischen mitbekommen haben, was da mit der Tafel in Essen lief, war ja in allen Zeitungen. Weil da einer seine Arbeit macht, werden die da nun als „Nazi” beschimpft, diffamiert, deren Fahrzeuge beschmiert.

Merkel hat sich nun zu der Tafel-Sache geäußert, aber so weit ich das verstanden habe, eher unübersichtlich, weil wohl nachträglich wieder zurückgenommen oder abgeschwächt. Ich habe so viele Meldungen darüber gesehen, dass ich eigentlich gar nicht mehr weiß, was sie eigentlich dazu gesagt hat. Die Tagesschau ergeht sich gerade mal wieder in Faktenfindereien, um eine Aussage, die man Merkel unwahr in den Mund gelegt hat, als Fake herauszustellen, und schreibt dabei bei Meedia ab, obwohl ich diese unwahre Meldung nirgends gesehen hätte. Ich habe da den Eindruck, als ginge es vor allem darum, groß „Fake News” zu schreien und Verunsicherung zu pumpen. Eine ganze Reihe von Zeitungen äußerte sich verhalten kritisch zum Vorfall und Merkels Äußerungen, wie man etwa an der Presseschau von FOCUS sieht.

Bemerkenswert ist dabei, dass ausgerechnet das Frühstücksfernsehen von SAT.1 da mal richtig draufhaut und da mal richtig Kritik rausbläst (Video gucken!): Sie kümmere sich um Flüchtlinge, vergesse darüber aber die Einheimischen und ihre Sorgen. Sie lasse sich mit Flüchtlingen selfiegraphien, aber nicht mit Grenzschützern, kümmere sich nicht um Terroropfer, besuche aber Flüchtlinge. Zu Morden sage sie nichts, aber gegen AfD und Pegida nehme sie Stellung.

Merkel zur doppelten Mutti geworden, zur strengen, gefühllosen und ungerechten Stiefmutter für die aufmüpfigen Deutschen, und zur fürsorglichen, gütigen und nachsichtigen Mama für die Flüchtlinge. Sie beschimpfe nun diejenigen, die mit den Problemen fertig werden müssten, die sie selbst verursacht hat. Sie stehe für eine Bürgerverachtung, deren Folgen noch gar nicht absehbar seien.

Völlig richtig.

Es ist aber schlimmer. Es ist ja nicht nur Merkel, es ist generell der Politikstil der Zeit. Ich beschreibe das ja oft als verschiedene Maßstäbe, als double standards.

Man wird sich aber die Frage stellen müssen, ob Angela Merkel so ideologisch gefangen ist, dass sie inzwischen unter Realitätsverlust oder so einer Art Realitätsverleugnung leidet.

Und man wird, wie der SAT.1-Moderator Claus Strunz, die Frage stellen müssen, wem Angela Merkel eigentlich ihren Amtseid geleistet hat.

Mir drängt sich aber mittlerweile noch eine andere Frage auf. Es hieß, Merkel sei machtbessessen und ihr sei alles egal, sie habe keine Forderungen an den SPD-Koalitionspartner, außer eben dass sie Kanzlerin bleibt. Als ginge da im Hirn nichts mehr vor sich als das Ansinnen, auf dem Posten zu bleiben.

Könnte es aber sein, dass sie deshalb Kanzlerin bleiben will, weil sie ein Ziel verfolgt, das sie für übergeorgnet hält? Dass es ihr nicht um Macht als solche, sondern um das Erreichen eines ideologischen Zieles geht, und sie deshalb alles an die SPD verhökert, damit sie lange genug auf dem Chefposten bleiben kann?

Ist Angela Merkel sowas wie ein trojanisches Pferd?