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“Feind des amerikanischen Volkes“

von N8Waechter

Am gestrigen 7. November 2018 gab US-Präsident Donald Trump eine ausgiebige Pressekonferenz im Weißen Haus zur Nachbetrachtung der am Vortag gelaufenen Zwischenwahlen (die wichtigsten Inhalte hiervon werden Teil eines später folgenden Beitrags).

Der Austausch mit den anwesenden Reportern erwies sich als folgenreicher Eklat, nachdem es zu einem recht gereizten Schlagabtausch zwischen dem US-Präsidenten und Jim Acosta von CNN kam:

Beginnend bei etwa Min. 27:10 konfrontiert Acosta den Präsidenten mit seiner Wortwahl in Bezug auf die Migranten-“Karawane“, welche Donald Trump als “Invasion“ bezeichnet hatte.

»Ich betrachte es als Invasion. Wir beide haben eine unterschiedliche Meinung dazu«,

sagt der Präsident und widerspricht Acostas Aussage, er würde die “Migranten“ generell »verteufeln«, mit der Feststellung, dass diese »legal hereinkommen müssen«.

»Wir haben hunderte von Unternehmen, die [ins Land] kommen. Wir brauchen die Leute«, doch müsse deren Einreise auf legalem Wege und dem Einreiseprozedere folgend geschehen. Acosta legt nach, dass die “Migranten“ »hunderte Meilen weit weg«

seien und kritisiert einen Wahlwerbefilm der Republikaner für die Zwischenwahlen, welcher einen illegal eingereisten Polizistenmörder zeigt, wie er öffentlich mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht bedauert, “nicht zwei“ Polizisten ermordet zu haben und dazu einen bildlichen Bezug zu illegal die Grenze übertretenden Menschen herstellt.

Als Acosta einfach weiterredet, maßregelt der Präsident ihn mit den Worten:

»Ehrlich, ich denke, Sie sollten mich das Land führen lassen. Führen Sie CNN und wenn Sie es gut tun würden, dann wären ihre Quoten viel besser.«

… womit er Acosta das Wort entzieht, was dieser jedoch nicht zu respektieren gedenkt und einfach weiterredet. In diesem Moment kommt eine Mitarbeiterin der Administration zu ihm, um ihm das Mikrofon abzunehmen, doch Acosta verweigert die Herausgabe. Hier die Szene aus einem anderen Blickwinkel:

In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass der Respekt gegenüber dem Amt des US-Präsidenten in den Vereinigten Staaten generell ausgesprochen hochgehalten wird. Wenn dann jemand, der ohnehin schon und bekanntlich auf der Alarmliste des Präsidenten und seiner Mitarbeiter steht, wie Jim Acosta, sich so benimmt, ist wohl durchaus zu erwarten, dass der Präsident ihn wie einen kleinen Schuljungen zurechtweist:

»Das reicht.« (drei Mal)

Acosta redet weiter …

»Entschuldigen Sie, das reicht.«

Acosta redet weiter … über die “Russland“-Ermittlungen …

»Ich bin über die Russland-Ermittlungen nicht besorgt, denn sie sind eine Ente. Das reicht, legen Sie das Mikro nieder.«

Acosta redet weiter …, bis ihm die vorher bereits erwähnte Mitarbeiterin das Mikrofon abnimmt.

»Ich sage Ihnen was: CNN sollte sich was schämen, dass Sie für die arbeiten. Sie sind eine rüpelhafte, schreckliche Person, Sie sollten nicht für CNN arbeiten. …

Sie sind eine sehr ungehobelte Person. Die Art, wie Sie Sarah Huckabee [die Pressesprecherin] behandeln, ist schrecklich und die Art, wie Sie andere Menschen behandeln, ist schrecklich. Sie sollten Leute nicht so behandeln.«

Der Nächste Reporter, in diesem Fall Peter Alexander von NBC, übernimmt das Mikrofon und müht sich Acosta zur Hilfe zu kommen, was vom Präsidenten mit den Worten: »Von Ihnen bin ich ebenfalls kein Fan.« quittiert wird.

In dem Moment steht Jim Acosta wieder von seinem Stuhl auf und beginnt darüber zu lamentieren, dass der Präsident unter anderem CNN als “Volksfeind“ bezeichnet hatte, worauf Donald Trump ihn anweist, sich bitte wieder zu setzen und auf dessen Äußerungen erwidert:

»Wenn Sie Fake-News berichten, was CNN sehr viel tut, dann sind sie der Feind des Volkes.«

Nach der Pressekonferenz äußerte sich die Pressesprecherin der Administration, Sarah Huckabee Sanders, in einem ausgedehnten Gezwitscher zu dem Vorfall:

Dieses Benehmen ist absolut inakzeptabel. Es ist auch vollkommen respektlos gegenüber den Kollegen des Reporters, ihnen nicht die Gelegenheit zu geben, eine Frage zu stellen. Präsident Trump hat der Presse mehr Zugang gegeben, als irgendein Präsident in der Geschichte.

Im Gegensatz zu den Behauptungen von CNN gibt es keine größere Demonstration der Unterstützung einer freien Presse, als die heute von ihm veranstaltete [Pressekonferenz]. Nur sie würden den Präsidenten dafür angreifen, eine freie Presse nicht zu unterstützen, während er 68 Fragen von 35 verschiedenen Reportern über eine Zeit von 1 ½ Stunden annimmt, darunter mehrere von dem fraglichen Reporter.

Die Tatsache, dass CNN stolz auf die Art ist, wie sich ihr Angestellter verhalten hat, ist nicht nur widerlich, es ist ein Beispiel ihrer ungeheuerlichen Geringschätzung eines jeden, darunter junge Frauen, welche in dieser Administration arbeiten.

Als Folge des heutigen Vorfalls entzieht das Weiße Haus bis auf Weiteres die Akkreditierung des involvierten Reporters.

Somit ist, zumindest für den Moment, der Zugang zum Weißen Haus für CNNs Jim Acosta verschlossen, was dazu führte, dass er bei dem durchaus als frech zu erachtenden Versuch, am Abend dennoch auf das Gelände zu kommen, vom Secret Service abgewiesen wurde.

Das Weiße Haus bekräftigt jedoch die Entscheidung:

Wir stehen zu unserer Entscheidung, die Akkreditierung der betreffenden Person zu entziehen. Wir werden das unangemessene Verhalten, welches eindeutig in diesem Video dokumentiert ist, nicht tolerieren.

Alles läuft nach Plan …

Der Nachtwächter

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