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Passt die Messung nicht zum Meeresspiegel…Pech für die Messung!

von roger

Der Meeresspiegel steigt. Und zwar immer schneller! Schon wieder mal. Aber diesmal sei es wirklich wirklich gefährlich, denn die Dynamik habe sich *Tusch* VERDOPPELT, meldet soeben der Spiegel. Eine Studie hätte dies eindrucksvoll erwiesen.

Bei solchen Meldungen schaue ich stets zuerst nach, wer da eigentlich mit der Glocke durchs Dorf rennt, und „das Ende ist nahe“ ruft. Steve Nerem ist es und der wird uns im Spiegel als Wissenschaftler von der University of Colorado in Boulder vorgestellt. Das mag stimmen. Nerems Agenda wird aber viel deutlicher, wenn man ihn als Mitarbeiter seiner Forschungsgruppe kenntlich macht, der „Sea Level Research Group“. Sea-Level sind sein Brot und Honig. Seit Jahren tingelt er mit Vorträgen durch die Welt, die immer denselben Inhalt haben: Alarm! Mehr Meer! Mehr Geld! Mehr Alarm! Doch ich komme gleich auf Steve Nerem zurück, schauen wir zunächst kurz nach, was der Spiegel als Zusammenfassung über dessen Studie schreibt.

„Bei ihrer neuen Kalkulation gingen die Forscher um Steve Nerem nun davon aus, dass sich die Veränderungsrate der vergangenen 25 Jahre in Zukunft fortsetzt. “Angesichts der großen Veränderungen, die wir heute in den Eisschilden sehen, ist das unwahrscheinlich”, betont Nerem. Der Anstieg werde wahrscheinlich noch höher ausfallen. Nerem und Kollegen verwendeten die längste bisher vorhandene Satellitenmessreihe zur globalen Meereshöhe. Sie begann mit dem Start des Erdbeobachtungssatelliten “Topex/Poseidon” im August 1992 und wurde mit den drei “Jason”-Satelliten fortgesetzt.“ 

Nur zur Erinnerung: Mit „Eisschilde“ sind Grönland und die Antarktis gemeint – nicht dass wieder jemand auf die Idee kommt, das Abschmelzen des Packeises der Arktis zum Problem zu erklären. Wäre dies eines, läge der Nordseestrand von Juni bis September wohl irgendwo südlich von Hamburg. Doch auch mit der Antarktis ist soweit alles in Ordnung. Berichten, wonach der Eispanzer der Antarktis entgegen aller Pressemeldungen einfach nicht schwinden will, wird gern und heftig widersprochen. Das Gegenteil sei der Fall!

Die Webseite klimafakten.de, eine vom Grünstrom-Lobbyverband „Smart Energy for Europe“ betriebene „Aufklärungsseite“ weiß zu berichten, dass nur das Antarktische Meereis zunehme, das Inlandeis aber bestimmt schwände. Zwar haben man keine verlässlichen Daten über Eisdickemessungen und die gebe es auch nicht, aber wer es genauer wissen wolle, der solle doch mal beim IPCC nachsehen. Dies ist, sie ahnen oder wissen es, die große Lobbymutter aller Klimaalarmisten und „Smart Energy for Europe“ zieht natürlich nur zufällig an einem Strang mit dieser NGO.

Unter dem Wellblechdach der UNO

Das IPCC, dies nur zur Erinnerung, ist eine UN-Organisation, bei der wie bei anderen Orgas unter dem Wellblechdach der UN 150 „Lupenreine Demokratien“ und 40 entwickelte Länder darüber abstimmen, wer die Pizzarechnung begleichen muss. Verlinkt wird bei klimafakten.de dann ausgerechnet ein sogenannter SPM-Bericht, also ein „Summary for Policymakers“.

In diesem Format verpackt das IPCC seine Erkenntnisse traditionell so aufbereitet, dass die Politiker keine dummen Fragen stellen und genau die Knöpfe drücken, die gewünscht sind. Nun, wissenschaftliche Studien sind leider keine IKEA-Bauanleitungen – sie sind stark interpretativ und nur selten in Stein gemeißelt. Das Goddard-Space-Center der NASA kommt denn auch zu einem ganz anderen Ergebnis bezüglich des Eises in der Antarktis, nämlich dem, dass es nur einen Rückgang beim Eiszuwachs in der Antarktis gibt – einen Rückgang des Netto-Zuwachses!

Wenn Sie ihrem Sparkonto bei der Süd-Eisbank also im Jahr statt 110 Milliarden Tonnen Eis nur noch 85 Milliarden Tonnen Eis hinzufügten, wohlgemerkt Netto, alle Abflüsse und die Inflation durch das Klima schon eingerechnet, würden sie dann sagen, ihr Eis-Konto schmilzt? Wollen wir wetten, dass ich dennoch eine Kurve zeichnen kann, nach deren Anblick sie sofort in den Flieger steigen, um ihre Assets zu prüfen? Und weil sie das per Augenschein nicht hinbekommen können, werden sie schon die richtigen Knöpfe drücken, wenn ich ihnen sage, welche…

Graf Zahl reist in die Vergangenheit

Aber lassen wir das mit dem Eis für einen Moment, es spielt für die eigentliche Frage keine Rolle. Die lautet nämlich: wie um alles in der Welt kommt Steve Nerem auf diese geradezu galoppierenden Anstiegsraten des Meeresspiegels? Um es vorweg zu nehmen: es ist nichts als ein Taschenspielertrick, leider kein eleganter, sondern einer aus der Rubrik „Wenn die Messungen nicht zur Theorie passen…Pech für die Messungen“.

Das Spiegel-Zitat deutet an, dass es seit einigen Jahrzehnten Messreihen von Satelliten gibt, die neuesten sind die der Jason-Reihe. Klar ist auch, dass jede Messung Fehleranfällig ist. Die Messgenauigkeit, systematische Fehler, Störungen, statistische Schwankungen…die Reihe ist lang. Es ist deshalb wichtig, diese Fehler möglichst genau zu kennen und insbesondere bei statistischen Reihen wie Wetter- und Klimaphänomenen zu berücksichtigen.

Das Problem ist nun aber die Definition, welcher Teil einer Messung Fehler und welcher Teil der eigentlich gemessene Wert ist – und hier wird’s jetzt fast schon kriminell. Es deutet einiges darauf hin, dass Nerem die frühen Satellitenmessungen so aufgehübscht hat, dass die Gesamtkurve systematisch aus einem gleichbleibenden Anstieg in eine Beschleunigung übergeht. Man flacht die Kurve in der Vergangenheit ab – und zwar nachträglich – um die Dynamik der Nachfolgenden Jahre größer aussehen zu lassen.* Wenn solche nachträglichen Adjustierungen jedoch zu derart veränderten Daten führen, hätte man die alten Daten verwerfen müssen, statt sie „anzupassen“, um der eigenen Theorie einen Gefallen zu tun – aber sie so dreist zu manipulieren, ist eigentlich unstatthaft – es sei denn, man hat eine große Glocke in der Hand, die geläutet werden soll.

Schematische Darstellung der vorgenommenen “Adjustierungen” und deren Auswirkungen auf die Trendlinie

Der Zweck heiligt die Mittel – Mathematischer Utilitarismus beim IPCC

Es wäre nicht das erste Mal, dass das IPCC und die angeschlossenen Honig-Töpfchen-Schlecker einen wichtigen Datensatz in die Vergangenheit hinein so manipulieren, dass ihre Prognosen in Proportion zu ihren angstvoll aufgerissenen Augen und bittend aufgerissenen Brieftaschen stehen.

So „sank“ die Definition der statistischen Größe „Erddurchschnittstemperatur“ immer mal wieder um ein paar Zehntelgrade, um dem Klimawandel durch eine ordentliche Differenz einheizen zu können. Noch dreister war allerdings die „Optimierung“ der weltweiten Temperaturmessungen, welche die NASA zu einem gigantischen Datensatz zusammengestellt hat und dessen Messungen teilweise bis 1850 zurückreichen. Dieser Datensatz ist frei zugänglich. Es gibt allerdings zwei Versionen davon.

Wer mit einer Datenversion von 2010 arbeitet, bekommt gänzlich andere Ergebnisse heraus, als wenn mit einer aktuellen Version gearbeitet würde – und zwar bei identischen Messungen! Wie bei den Meeresspiegelhöhen hatte man irgendwann zwischen 2010 und 2012 die Daten dem gewünschten Modell “angepasst” und sich im Detail große Mühe dabei gegeben, damit es nicht nach einem Algorithmus aussah!

Es sieht sehr danach aus, als hätten die Klima-Alarmisten mittlerweile eine gewisse Routine für “Data-Mining-Zeitreisen” entwickelt, um in der Vergangenheit Messwerte so anzupassen, dass sie besser zur „gefühlten Gegenwart“ der Klimakatastrophe passen. Dem Meeresspiegel dürfte das aber zum Glück egal sein.

* Im verlinkten Artikel bei EIKE gibts jede Menge weiterführender Links und die Original-Grafiken, die den “kreativen Eingriff” in die Datenbasis belegen.