Clicky

Oktober 1932: Die Geschichts-Not und die Gefahr der Barbarei

von Prof. Dr. Eugen Rosenstock

Vor 130 Jahren hat Friedrich Schiller dem deutschen Volk die großen Ereignisse der europäischen Geschichte in seinen mächtigen Dramen lebendig gemacht. „Wallenstein“, „Don Carlos“, „Die Jungfrau von Orleans“ und „Wilhelm Tell“ – in ihnen ist die Geschichte erschlossen als sittliche Macht. „Die Weltgeschichte ist das Weltgericht“.

Als Professor der Geschichte hat Schiller aber auch den Anschluss an die wissenschaftliche Geeschichtsschreibung gefunden. Und selbst das große Publikum kennt seine Geschichte des Abfalls der Niederlande oder hat wenigstens davon gehört, dass er sein Wirken in Jena eröffnet habe mit einer großen Rede: „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?“

Weniger bekannt ist es aber, daß der Dichter nicht nur hinüber zum Geschichtsstudium die Brücke geschlagen hat, sondern dass er mit gleicher Kraft  an den Volksüberlieferungen hing. Und doch erklärt erst diese Seite seines Geistes die Volkstümlichkeit seines Schaffens. Eines seiner letzten Worte vor dem Sterben war der Wunsch:

„Gebt mir Märchen und Rittergeschichten; da liegt der Stoff zu allen Schönen und Großen.“

Das Wort in der Sterbestunde wiegt schwer. Also der Sage, der Lust an den geraunten und vererbten Geschichten räumte Schiller die gleiche Würde und Wichtigkeit ein wie dem reifen historischen Kunstwerk und dem ernsten Studium der Geschichte.

So umfaßt er die geschichtlichen Strömungen in all ihren verschiedenen Höhenlagen mit gleicher Inbrunst. Kann es da seinem Volk, dem Volk Schillers, je an Geschichtssinn mangeln?

Man sollte es nicht für möglich halten. Und doch ist heute deutlich ein Nachlassen der geschichtlichen Sicherheit zu vrspüren. Nicht nur der Deutschen, auch aller anderen Völker bemächtigt sich eine Unrast und Ungeduld. Sie scheinen sich losgerissen zu fühlen vom Mutterboden des großen Geschehens ihrer Ahnen.

Die alten Geschichtlichen Werte in Europa sind  bedroht. Schon spricht man von Einbruch der Barbarei in Europa. Barbaren aber sind eben geschichtslose Massen, geschichtslos gewordene Massen. Denn von Haus aus sind alle Menschen geschichtsgläubig und geschichtenfroh. Es ist also eine nachträgliche Errkrankung, wenn ihr Gedächtnis abstumpft, weil die Last der Erinnerungen mit dem eigenen Leben der Generation nicht mehr vereinbar zu sein scheint.

Aber die Erkrankung braucht vielleicht auch nur eine heilsame Erschütterung zu bedeuten, durch die neuer Geschichte Bahn gebrochen wird?

Das Verhältnis zwischen Sage und naiver Überlieferung, künstlerischer Erzählung der Vergangenheit und mühsamer Erforschung der Geschichte ist jedenfalls heute gestört.  Das Gleichgewicht in dem bei Friedrich Schiller diese drei Arten der Geschichte standen, ist verschwunden.

Das Volk raunt sich heute andere Geschichten zu, als die Schriftsteller gestalten; und die Schriftsteller gestalten nicht, was die Gelehrten erforschen. Dieser Riß zwischen 1. Mythos und Sage in den Massen, 2. Biographie und Erzählung unter den Gebildeten, 3. Forscherarbeit am Quellenstoff für die Gelehrten macht die Geschichtsnot unserer Tage aus.

Im Volk wird seit Jahrzehnten vom Christentum, vom Hakenkreuz, der Sachsenbekehrung, dem Bauernkrieg, dem Heiligen Römischen Reich, von den Juden, den fremden Rassen, den Franzosen, dem Papsttum, den Freimauerern, den Fürsten, dem Kapitalismus geraunt und gemurmelt, getuschelt und gezetert mit einer Freude am Aberglauben, am Widersinn sogar, und mit einer Abneigung gegen die einfachen Wahrheiten der Wissenschaften, die zu denken geben müssen.

Da muß irgend etwas nicht stimmen, wenn das tollste Zeug so heißhungrig geglaubt wird. Ein geheimer Hunger kündigt sich jedenfalls an, dem die öffentliche Geschichtsstunde offenbar nicht Genüge tat.

Auf der anderen Seite bezeugt ein Blick in die Schulbücher der Geschichte und in die Vorlesungsverzeichnisse der Geschichtsprofessoren die Unsicherheit, die auf dem unermeßlich breiten Strom der bisherigen Geschichtsschreibung herrscht. Seine Zuflüsse vertrocknen. Weder die Geschichte der Kirche, noch die Geschichte des Staats haben mehr jene elektkrische Verbindung mit dem Innern des Volks.

Von der Tiefe aus scheinen sie zu versiegen. Ein Beispiel: Seit dreißig Jahren bemühen sich die Lehrbücher, neue Geschichsperioden zu bilden. Die wichtigsten Einschnitte der Geschichte, die bisher unverrückbar fest standen: wie der Eintritt der Neuzeit mit 1517, wie das Goldene Zeitalter  des Perikles (430 vor Christi), wie der Eintritt des Christentums in die antike Welt, sind von der geschichtlichen kritik wegdisputiert und wegkritisiert worden.

Man hat sich bemüht, die Neuzeit einhundertfünfzig Jahre später oder zweihundert Jahre früher anfangen zu lassen. Man hat sich bemüht, die Goldene Zeit Griechenlands von Perikles zurückzuverlegen auf die Zeit der Äginetenfriese [das muss ein Druckfehler sein!] (500 bis 600) und der archaischen Bildhauerkunst.

Man hat Luther das Recht abgesprochen, durch seine Reformation die Neue Zeit eingeläutet zu haben,  und hat die Neuzeit aufs Jahr 1648 hinter den Dreißigjährigen Krieg datiert. Damit hat es die Wissenschaft zwar fertiggebracht, den Glauben an die bisherigen Einteilungen zu erschüttern, aber sie hat nicht die Kraft gehabt und konnte sie nicht haben, für ihre eigenen neuen Einschnitte die Massen zu gewinnen. Und wie hätte die Wissenschaft auch für ihre Schulmeinungen die Völker gewinnen sollen?

Die wichtigen Einschnitte der Geschichte werden ja nicht etwa erst durch Bücher oder durch Gelehrte festgelegt. Denn dass die Schlacht bei Tannenberg eine wichtige Geschichtssache sei, das wußte man am 1. September 1914, und man wußte es gerade nicht aus der geschichtlichen Literatur. Sondern es existierte eben von diesem Tage an der neue Name für eine entscheidende Tatsache: die Schlacht bei Tannenberg.

So aber ist es mit allen historischen Ereignissen bestellt. Der Siebenjährige Krieg, die Reformation, die hundert Tage Napoleons I., die französische Revolution, die „zehn Tage, die die Welt erschütterten“, das sind Ereignisse, die sich in Herz und sinn der Zeitgenossen eingschreiben und eingeschrieben haben müssen, bevor wir begierig zu den Büchern greifen, die uns diese Ereignisse  im einzelnen erzählen wollen. Die Bücher erzählen, was passiert ist. Aber sie müssen von dem erzählen, was Auffälliges passiert ist. Jedoch: wir wollen heute von anderen Ereignissen erzählt bekommen als bisher.

Deswegen sind die Schulbücher in Verlegenheit. Im Augenblick dieser Verlegenheit sind die Geschichtserzähler auf eigene Faust vorgestoßen: Sie haben viele Biographien auf den Markt geworfen. Die Helden der bisherigen Geschichte: Caesar, Napoleon, Friedrich II., aber auch Plato, Shakespeare,  und Goethe, Bismarck und Byron und so weiter sind in den letzten Jahren vorzüglich zum Gegenstand der Geschichtsbücher geworden, die die sogenannten Kulturgeschichtsbücher.

Die Wissenschaftsgeschichten, die Kunstgeschichten, Rechtsgeschichten, Geschichten der Technik, Geschichte der Arbeit, Geschichte des Porzellans, Geschichte des Ackerbaus, der Medizin usw. usw. sind immer zahlreicher geworden. Man hat als solche Spezialgeschichte auch die Geschichte des niederen Volks geschrieben.  Und an dieser Stelle greifen die Ersatz- und Teillösungen und die Spezialwerke am klarsten hinüber in die neuen Generalfragen, die wir als Laien an die Geschichte stellen.

Nicht der Staatsmann und nicht die Kardinäle, nicht die demokratischen und die konservativen Politiker, nicht die Lehrer und die Juristen sind nämlich heute das Publikum, das den Geschichtsschreibern die Aufgabe stellt. So war es noch bei Treitschke, bei Sybel, bei Ranke und bei Mommsen. Dieses Publikum gibt es natürlich auch heute noch. Aber eine andere Seite unserers Innern bedarf heute auch der Geschitsschreiber!

Es ist der Enkel einer Familie, der Erbe eines Geschlechts, der Sohn eines Elternpaares, der heute angesichts der Bedrohung der Familie geschichtsbedürftig wird. Und diese vielen einzelnen Söhne des Volkes, die in einer Notzeit sich fragen, wie sie zu Ahnherren künftiger Geschlechter zu werden vermöchten, tragen ihr inneres hinaus in die Öffentlichkeit. Das ist die tiefe Unruhe die alle Rationen der Erbe ergriffen hat!

Die Völker des Menschengeschlechts wollen in dieser Weltkrise wissen, weshalb sie anders sind als die anderen und ob sie anders bleiben sollen! Der Deutsche und der Franzose, der Russe und der Engländer, der Adlige und der Bauer, der Jude und der Christ, der Romane und der Germane, sie wollen wissen, was von ihren Unterschieden, was an ihnen selber in Gebärde und Blick, in Schulterhaltung und Handbewegung, in Profil- und in Schädelbildung, in männlicher Denkweise und in weiblicher Sitte unveränderlich und angeboren, was vergänglich, geschichtliche Angewohnheit und was mühsam errungene und verantwortlich fetzuhaltende, geschichtliche Leitstung ist.

Für jeden Freier einzeln aber für die Nation  im Ganzen wird zum Beispiel Inzucht oder Brautfahrt in die Ferne die Schicksalsfrage für die Vererbung ihrer erworbenen Eigenschaften. Wenn der Deutsche arbeitsam bis zum Übermaß, gründlich und gewissenhaft bis zur Pedanterie, ruhig und unaufgeregt bis zur Gleichgültigkeit, gelehrt und formlos den anderen Völkern gegenübersteht, die in ihm zu seiner eigenen Verwunderung in erster Linie den unbesieglichen Krieger und Soldaten sehen, so will er wissen, ob er mit diesen Eigenschaften einen bleibenden geschichtlichen Auftrag seines Volkstums erfüllt oder wie weit ihm nur vorübergehende geschichtliche Lagen andere ebenso wertvolle Eigenschaften wie die volkstümliche Rede oder den politischen Sinn oder den Glanz der Form vorenthalten haben. Ahnenfluch und Ahnensegen lasten so auf Völkern, wie auf dem einzelnen und fordern Deutung.

Die Geschichte der Völker als der Pflanzstätten bestimmter Menschenarten, als der Gartenbeete der Menschheit, wird von den Augen jener Zuschauer gesucht, die wir so oft heute auf die Ausgrabungen der Prähistoriker starren sehen.Und weshalb lesen wir den so gern Biographien? Doch wohl, damit wir einen geistigen Ahnherrn unseres eigenen Lebens in irgendeinem Zuge des Helden wiederfinden können.

Was ist der berechtigte Kern der so angeschwollenen Kulturgeschichte? Der Respekt vor den Festen, die wir heute feiern, vor den Sitten, die uns heute das Leben menschlich machen, vor der Weisheit im Zusammenleben der Arbeit und des Kriegs, des Gesetzemachens und des Friedenschließens, die uns heute in so seltsamer Weise abhandengekommen ist, dieser Respekt soll im Rückblick sich kräftigen. Respekt heißt ja Rückblick.

Staatsformen, Kulte, Konzilien, Kriege, Wechsel der Dynastien, Beränderung der Staatsgrenzen, das erscheint also wichtig unter dem höheren Geschichtspunkt: was für eine Menschenart ist mit ihrer Hilfe und in ihrem Gefolge ins Leben getreten?

Wie haben Väter dadurch ihre Kinder erzogen, wie haben Mütter dadurch ihre Söhne begeistert, wie haben Geschlechter dadurch ihre adlige Haltung empfangen, dass sie im Kampf für die Penaten, zur Befreiung des Heiligen Grabes, oder auf den Barrikaden für die Freiheit sich geopfert haben? Woher die Stämme und die Völker sich regenerieren und durch welches Feuer sie gehorsam und opferbereit bleiben, das ist die Frage aller Fragen. man könnte diese Frage gelehrt, aber kurz als die der „Laodizee“ bezeichnen. Wir fragen heute, wie die Völker lebendig bleiben und wie Völker lebendig geblieben sind trotz all ihrer Sünden und Greuel. Laodizee wäre also die Lehre von der Rechtfertigung und der Vergebung der Sünden der Völker, vom Lebenssinn ihrer Kriege, Krankheiten und Klassenkämpfen.  Wörtlich heißt nämlich „Laodizee“: Rechtfertigung des Volkes, und tritt damit an die Stelle einer Geschichtsschreibung, die in den letzten Jahrhunderten geherrscht hat und die ihr oberstes Ziel in der „Theodizee“, in einer philosophischen Rechtfertigung Gottes selber sah. Laodizee statt Theodizee, so lautet die Formel für den Wechsel des geschichtlichen Leitmotivs.

Wir wollen wissen, was Kirche und Staat, was Geselligkeit, Lebensvorm und Sitte, was Verhältnis der Geschlechter, Ehegesetze udn Schulordnungen dazu beitragen, damit zum Beispiel die herrschende Klasse ihren Aurtrag vollbringen kann, um Menschen zu erziehen, die mit Ehren das Ebenbild des Schöpfers heißen: das ist die wirkliche Frage, die von den Massen der modernen Arbeitswelt an ihre Lenker und Erzieher gerichtet wird.

Glühen die Völker im Schmelztiegel der Schöpfung zu diesem großen Ziele hin, damit sie das Geschöpf zum Ebenbild des Schöpers hin erschaffen? Wenn die Geschichte der Völker imstande ist, zur Schöpfungsgeschichte in diesem Sinn zu werden, nur dann wird sie der Frage lauschen, durch deren Beantwortung die unruhig gewordenen Völker sich in ihrer Ahnenreihe zurechtfinden wollen und durch die allein sie die Geduld zum Ertragen ihrer Leiden aufbringen können. Denn ein Volk, das keine Vergangenheit hat, hat keine Zukunft.

Daher der Erfolg zum Beispiel Spenglers, der die menschliche Geschichte zu einem Kapitel der Naturgeschichte zu machen versuchte. Sein Erfolg war um so berechtigter, als damals der Friede von Versailles gerade ein Stück unserer vaterländischen Geschichte an sich zu reissen und auszuschalten versuchte.

Daher aber auch das Interesse für Vererbungslehre und Biologie, die an Stelle der versagenden Kirchen- und Staatsgeschichte seit fünfzig Jahren verschlungen werden. Die dürftigsten Rassenkunden werden verschlungen, die ein schwacher Abglanz nur derGedanken Gobineaus und des „Rembrantdeutschen“ sind. Daher rührt auch mein eigenes Anliegen, die Geschichte der Völker im engeren Sinn als den Fortgang der Erdgeschichte nachzuweisen, als die Verlegung der Regeneration, der Schöpfung in  uns Menschen hinein (in meinem bisherigen Hauptwerk „Die Europäischen Revolutionen, Volkscharaktere und Staatenbildungen“, Verlag Eugen Diederichs, Jena). Die Reproduktionseinrichtungen für die modernen Nationalcharaktere des Engländers, des Deutschen, des Franzosen sind in vilkanischen Prozessen, die denen der Erdgeschichte vergleichbar sind, geschaffen worden – und diese Geschichte geht weiter! Daher die Begeisterung, die Edgar Dacqué durch sein Buch „Urwelt, Sage und Menschheit“ (Verlag R. Oldenbourg in München) erregt hat, der im Geraune des einfachen Kindergemüts wieder den Ansatz echten Geschichtssinnes verehr. Das Thema der Geschichte hat sich geändert.

Man spricht zwar gern von einem Einbruch der Barbarei; aber die neuen Barbaren wollen zu Trägern der eigentlichen geschichtlichen Vererbungslehre werden. Die Gefahr der Barbarei ist da; sie ist aber beschworen, wenn die große Unruhe im unterirdischen Strom des Völkerlebens ihre Fragen auzssprechen kann. Das Organ dieser Aussprache zu sein, ist die Ehre der Historiker.

Und der begreift die neue Geschichtsnot, der lauscht und hört, was in seinem eigenen Innern, was in den tiefsten Geschichten der eigenen Seele erschttert ist und nach neuer Schichtung und Ordnung ruft. Die Geschichtsschreibung wird mütterlich werden und vom Stammbaum des Menschengeschlechts erzählen und forschen. Dann wird das unlautere Raunen das zeichen unserer Geschichtsnot, sich legen und das Buch der Vergangenheit wird wieder gern gelesen werden als Gedenkbuch der Ahnen.

*

Eugen Moritz Friedrich Rosenstock-Huessy (* 6. Juli 1888 als E. M. F. Rosenstock in Berlin-Steglitz; † 24. Februar 1973 in Norwich, Vermont, USA) war ein deutscher und amerikanischer Rechtshistoriker und Soziologe, dessen lebenslanges Forschen weit gespannt war, zudem aber auch der lebendigen Sprache galt. Er war jüdischer Herkunft und ließ sich 1905 evangelisch taufen. Einige Aufsätze in der katholischen Zeitschrift Hochland (1931/32) zeichnete er mit dem Pseudonym Ludwig Stahl.

***

So weit der Artikel.

Natürlich ist es nicht so einfach in die Zukunft zu blicken. Wir wissen schon längst eine Menge Dinge, die Professor Rosenstock damals nicht wissen konnte. Deswegen wirkt der Blick eines Menschen in die Zukunft im Nachhinein nie mehr so intensiv, wenn diese Zukunft seinen futuristischen Blick einmal überholt hat. Deswegen kann das Schlusswort zu einem solchen Artikel auf die zukünftigen Generationen nicht mehr so viel Faszination ausüben, wie auf die Zeitgenossen des Autors.

Die große Faszination des Artikels auf den heutigen Leser ist aber, dass wir heute genau vor denselben Fragen stehen:

Wir leben wieder eine Zeit der „Geschichtsnot“.

Die Aktualität des Artikels heute, 90 Jahre später, erschreckend!

Professor Rosenstock beklagte die Zustände seiner Zeit, ohne zu wissen, was die damals die unmittelbar aufkommende Zeit mit sich brachte.

Und heute, 90 Jahre später könnte ein neuer Professor Rosenstock fast Wort für Wort dasselbe schreiben.

Denn es sind wieder dieselben Zuständen. Mögen sie nicht zu denselben Entwicklungen führen. Aber wie soll das sein, wenn die Meinungsdiktaturen von heute uns solche Texte vorenthalten wollen?

Wenn sie uns nicht gestatten wollen, aus der Geschichte tatsächlich zu lernen, indem wir die Geschichte echt und realistisch kennenlernen dürfen?

Warum haben sie die Auflagen der Zeitungen aus den 30er Jahren gestoppt?