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ARD-Tagesschau verleugnet Kriegsverbrechen und bedient eigene Agenda

von W. Jungmann

Die „Klageweiber“ der ARD-Tagesschau stimmen ihren schrillen, lautstarken Gesang an:

„Viele stehen unter Schock, nicht ansprechbar, schwer verletzt.“

Wer nun geglaubt hat, die Tagesschau sei in einer späten Einsicht zu ein wenig Empathie gegenüber den Opfern des brutalen Überfalls des US-amerikanischen Militärs auf Truppen der Syrischen Regierung in der Gegend von  Deir ez-Sor gekommen, der sah sich getäuscht. Drei Stunden lang hatten, wie Lucas Tomlinson von Vox News auf Twitter berichtet,

„AC-130 Hubschrauber, F-15 und F-22 Jets, Apache Helicopter Hubschrauber der Armee und Artillerie des Marine Corps“,

auf die etwa 500 syrischen Sodaten und Milizionäre ihre tödliche Fracht abgeladen, und dabei über 100 Menschen getötet. Ein höllisches Inferno, eine Schlacht im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Tagesschau hatte aber anderes im Sinn. Sie wollte den Fokus der Öffentlichkeit ablenken von dem ungeheuren Akt des Bruchs des Völkerrechts und des Verbrechens gegen die Menschlichkeit, welches die USA in der syrischen Wüste zelebriert hatten und dazu kamen ihr einmal mehr ein paar Videos der Weißhelme sehr zu Pass. Verletzte und tote Kinder, getroffene Krankenhäuser, der ganze Blödsinn, der schon während des Kampfes um den Ostteil von Aleppo der Weltöffentlichkeit als Bären aufgebunden wurde, wiederholte sich jetzt, da die Herrschaft der Kopfabschneider über Ost-Ghouta zu Ende zu gehen scheint. Ein weiteres Mal.

Daniel Hechler (meine automatische Rechtschreibkorrektur verbessert immer zu Heuchler) aus dem ARD-Studio Kairo sprach dieses Mal den Text über die Bilder, deren Herkunft er nicht kannte, deren Inhalt er nicht verifizieren konnte und von denen er nicht wußte, in welchem Kontext sie standen:

„Kinder trifft es besonders hart. Dutzende kamen, laut UN, bereits in dieser Woche ums Leben. Bei den schwersten Luftschlägen im syrischen Ost-Ghouta seit Jahren. Auch Kliniken seien getroffen worden (sagt wer?). Die Infrastruktur zerstört. Vierhunderttausend Menschen sind in der Rebellenhochburg eingeschlossen ihre Situation sei katastrophal (auch hier wieder ein Zitat ohne Hinweis auf den Urheber).“

Wer allerdings Ohren hatte zu hören, der wusste spätestens nach der Anmoderation von Linda Cervakis, dass die Tagesschau keinesfalls vorhatte die Zuschauer seriös zu informieren, sondern dass ihr Bestreben war, wieder einmal einen Kübel Propagandamüll über sie auszukippen. Linda Zervakis:

„In Syrien wird die Lage der Menschen in der von Rebellen gehaltenen Region Ost-Ghouta immer dramatischer.

Allein in dieser Woche kamen nach Angaben der ‚Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte‘ mehr als 200 Menschen bei Angriffen der Regierungstruppen ums Leben. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Zahlen allerdings nicht.

Die Menschen von Ost-Ghouta sind weitgehend von der Aussenwelt abgeschnitten. Es fehlt an Medikamenten und Lebensmitteln.“

Glaubt man der Tagesschau, so gibt es keine Dschihadisten, keine Kopfabschneider in Ost-Ghouta – nur Frauen und Kinder. Und die russischen Bomben und Granaten sind wahre Wunderwaffen, treffen sie doch ausschliesslich Schulen und Krankenhäuser, ganz im Gegensatz zu den US-amerikanischen, die immer nur schuldige Verbrecher und Terroristen vernichten.

Es ist das alte, sich immer wie ein Mantra wiederholende Stück, das jetzt wieder gegeben wird, von den menschenverachtenden Russen und dem sein eigenes Volk hinschlachtenden Mörder Assad, das auch schon in den Monaten vor der Befreiung Ostaleppos pausenlos auf die Welt einprasselte. Selbst die Schauspieltruppe ist die gleiche. Die von westlichen Geheimdiensten bezahlten und ausgerüsteten Laiendarsteller von den „White Helmet“.

Tagsüber gehen diese „Helfer“ ihrem schmutzigen Handwerk nach. Sie führen ihren längst verloren Krieg fort, nehmen die Bewohner als Geiseln, beschiessen Damaskus mit Granaten um Gegenmassnahmen herauszufordern. Dann können sie wieder Menschen vorführen, die zu Opfern, ihren Opfern wurden. Menschen, die seit Jahren hilflos ihrer bestialischen Herrschaft ausgeliefertsind und jetzt auch noch von ihnen mit ins eigene Verderben gerissen werden.

Und die Tagesschau? Die Tagesschau spielt dieses Spiel mit. In den Augen die Krokodilstränen über die armen Opfer, im innern aber die klammheimliche Freude über die scheußlichen Bilder, die unheimliche Lust an der Lüge. Dieses lustvolle Schwelgen in Bildern. Verletzte oder tote Kinder sind die emotionalsten, die besten Bilder. Bilder wie die Geschichtenerzähler der Tagesschau sie lieben. Die White Helmet haben ihre Lektionen in Propaganda gelernt und liefern genau was bestellt und gewünscht wird, auch ohne genau definierte Bestellung.

Wäre es den Machern von ARD-Aktuell darum gegangen ein halbwegs genaues Bild zu zeichnen von den Vorgängen um Ost-Ghouta, dann hätten sie berichtet von den einigen Hundert oder vielleicht wenigen Tausend Verbrechern, die seit Jahren Hunderttausende in Geiselhaft nehmen, die ihnen ein anständiges, normales Leben verweigern, die sie täglich mit dem Tod bedrohen und die sie ganz bewußt den Angriffen aus der Luft aussetzen um Opfers produzieren, die sie vorführen können.

Wollte die Tagesschau gewissenhaft Zeugnis geben von dem Geschehen in diesem geschundenen Land Syrien, dann würde sie auch von den täglichen Provokationen der, wie sie sie nennt, Rebellen berichten, die längst ihren Sinn verloren haben. Die aber Menschenleben fordern und die zu Gegenmassnahmen herausfordern, die dann noch mehr Menschen ihr Leben und ihre Gesundheit nehmen.

Das ist es, was den Nazis zu Recht zum Vorwurf gemacht wird, dass sie einen längst verlorenen Krieg immer weiter geführt haben. Dass sie sich in ihren Bunkern und Kellern versteckt haben, während draußen weiter Tag für Tag Menschen gestorben sind, nur um ihr eigenes, klägliches Leben um ein paar Wochen oder nur Tage zu verlängern, das beklatscht man hier als heroischen Kampf für die Sache von Freiheit und Demokratie. Die Nazis, derer man noch habhaft werden konnte, wurden zu Recht wegen Kriegsverbrechen vor Gericht gestellt und abgeurteilt

Würde es der Tagesschau um die Wahrheit gehen, dann hätte sie berichtet, dass es bereits am 1. Februar zu Feuerüberfällen der Terroristen gekommen ist, wie die syrische Nachrichtenagentur SANA meldete:

„Ein Sprecher der Polizei von Damaskus sagte, dass 7 Zivilisten getötet und 13 weitere verletzt wurden, als die „bewaffneten Gruppen“ Raketen auf Esch al-Warwar bei Damaskus abfeuerten. Zwei Raketen schossen sie auf Mezzeh 86, die eine Frau töteten und zwei weitere Zivilisten verletzten. Zuvor feuerten die bewaffneten Gruppen in Ost-Ghouta 17 Raketen  auf den Vorort Harasta und verursachten materielle Schäden an zivilem Eigentum.“

Am 4. Februar, so meldet Sputnik, sind zwei Ausgabestellen von Hilfsgütern aus Russland mit Granatwerfern beschossen worden:

„Ein Geschoss explodierte vor dem Sitz der Syrisch-Orthodoxen Kirche, wo sich eine der Vergabestellen befindet. Dabei wurden laut einem Polizeibeamten zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt. Ein weiteres Geschoss landete vor einem Tempel der Antiochenisch-Orthodoxen Kirche, in dem sich eine andere Vergabestelle befindet.“

Einen Tag später wurde die Russische Handelsmission mit einer 120mm Granate beschossen. Das Online-Portal Antikrieg schreibt, Russland habe anlässlich der geschlossenen Sitzung des Weltsicherheitsrates eine Resolution vorgelegt,

„in der die Bombardierung der russischen Handelsmission in Syriens Hauptstadt Damaskus am 6. Februar verurteilt wurde, und diese Verurteilung wurde von den Delegationen der USA und Großbritanniens blockiert, die sagten, dass es nicht genügend ‚Informationen‘ über das Ereignis gebe, um es zu verurteilen…. Infolgedessen wurde die Pressestelle des UN-Sicherheitsrates daran gehindert, eine Presseerklärung abzugeben, in der es heißt, dass der Rat den Angriff auf die russische Einrichtung in Damaskus verurteilt habe.“

Handlungen, die an Sinnlosigkeit ihres Gleichen suchen. Sie sind in dem längst verlorenem Krieg weder von strategischer, noch von sonst irgendeiner Bedeutung. Sie sollen nur töten, Chaos stiften und Gegenreaktionen provozieren.

Die Tagesschau und Hechler sparen sich solche kleinteiligen Betrachtungen. Sie müssen noch etwas richtigstellen, geradebiegen:

„Massive Spannungen auch im Euphrat-Tal bei Deir ez-Sor. Der Fluß gilt als inoffizielle Grenzlinie zwischen US-Einheiten und ihren kurdischen Verbündeten auf der östlichen sowie regierungsnahen Kämpfern auf der westlichen Seite. Dort sind mehr als 100 Menschen gestern bei Luftangriffen, nach US-Angaben getötet, viele verletzt worden. Die Syrische Regierung spricht von einem Kriegsverbrechen, das Pentagon von einem Akt der Selbstverteidigung.“

Jetzt holt Daniel Hechler aus. 100 Menschen, so behauptet er, seien bei Luftangriffen getötet und viele verletzt worden. Glaubt man Hechler, so gibt es keine Verantwortlichen für dieses Kriegsverbrechen, er nennt jedenfalls niemanden. Die USA sind bei Hechler nur die Überbringer der Nachricht (nach US-Angaben). Er klammert einfach aus, dass dort US-Truppen mit

„AC-130 Hubschrauber, F-15 und F-22 Jets, Apache Helicopter Hubschrauber der Armee und Artillerie des Marine Corps“,

drei Stunden lang ein fürchterliches, grausames Inferno veranstaltet haben müssen, bei dem, selbst wenn dort eine „Selbstverteidigung“ im Sinne des Völkerrechts stattgefunden hätte, darüber nachzudenken wäre, ob es sich angesichts der Unverhältnismässigkeit des Angriffs nicht um ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit gehandelt hat.

Da die US-Militärs sich aber zu Unrecht in Syrien aufhalten, sie mittlerweile völlig unberechtigt etwa ein Viertel des Syrischen Staatsgebietes besetzt haben, kann natürlich von einer gerechtfertigten Selbstverteidigung überhaupt keine Rede sein. Wir haben es hier also mit einer ungerechtfertigten Angriffshandlung, einem klassischen Kriegsverbrechen zu tun. Diese Tatsache hat in der Berichterstattung Hechlers keinen Platz. Er verschweigt den Zuschauern nicht nur die Wahrheit, er verfälscht sie auch grob, indem er den Mörder zum Berichterstatter macht.

Um die Lüge komplett zu machen, darf die Sprecherin des US-Verteidigungsministeriums – richtig die ARD erdreistet sich hier von einem Verteidigungsministerium zu sprechen – Dana White, höchstpersönlich via Tagesschau das deutsche Volk auf das dreisteste belügen. Wobei Daniel Hechler ihr, hündisch ergeben, als Dolmetscher dient:

„Die demokratischen Kräfte Syriens haben sich mit Unterstützung der Koalition gegen einen koordinierten Angriff syrischer Einheiten im Osten des Landes verteidigt“,

sagt er und macht sich damit mindestens genau so schuldig wie die unselige Dana White.

Um den Betrug am Fernsehpublikum aber auf die Spitze zu treiben muss man wohl die Chuzpe eines Daniel Hechlers besitzen. Ohne jeden Übergang oder gar Erklärung fährt er in seiner – es widerstrebt, Berichterstattung zu sagen – fort und wirft die unsäglichen Lügen der White mit dem Kampf gegen islamistische Terroristen in einen Topf:

„Die Zeichen stehen wieder auf Eskalation im syrischen Bürgerkrieg. Offenbar sucht die Regierung Assad und ihre Verbündeten die Entscheidung mit militärischer Gewalt.“

Eben noch berichtet er über ein Kriegsverbrechen der USA, auch wenn er es nicht als solches benennt und vielmehr alles dafür tut, dass die Vereinigten Staaten nicht in Zusammenhang gebracht werden mit den über 100 Toten. Und dannbehauptet er im nächsten Satz, die Regierung Assad wolle den Krieg (fälschlicher Weise spricht er von einem Bürgerkrieg und nicht von einem Krieg, auch dieses eine dreiste Lüge) mit militärischer Gewalt beenden. So unterstellt er einen Zusammenhang zwischen den hundert Opfern und einer Verantwortlichkeit Syriens und seiner Verbündeten. Bösartig macht er die Opfer zu Tätern.