Ukraine-Krise: Interview mit Gerhard Wisnewski



Interview mit Gerhard Wisnewski (Auszug)
Ich glaube, Russland möchte auf keinen Fall in einen bewaffneten Konflikt hineingezogen werden. Das ist eher im Interesse des Westens, der hier im Prinzip dauernd droht, stichelt und hetzt und versucht die Lage anzuheizen. Ein Interview mit dem deutschen Journalist, Schriftsteller und Filmautor Herrn Gerhard Wisnewski über die Gefahr eines 3. Weltkrieges

Rundunk: Herr Wisnewski, der Ukraine-Konflikt ist seit einiger Zeit das herrschende Thema der Politiker, Experten, Medien etc. Man kann kaum glauben, weshalb die Lage in diesem Land so gefährlich geworden ist. In diesem Zusammenhang werden viele Fragen aufgeworfen, so zum Beispiel, ist das der Anfang eines 3. Weltkriegs, wie manche meinen? Will der Westen seinen Einflussbreich nach Osten erweitern? Will der russische Präsident Wladimr Putin die alte Sowjetunion weiderherstellen? Was meinen Sie dazu?

Wisnewski: Das Wichtigste ist wohl, dass es sich hier um eine mindestens hundert Jahre alte Strategie handelt. Das ist etwas, was die meisten Menschen nicht bedenken oder nicht wissen. Man muss sich hier aber vor Augen führen, dass hier die Siegermächte, vor allem Großbritannien und die USA, des Ersten und Zweiten Weltkrieges wieder am Werk sind. Sie wollen jetzt einen Schritt weitergehen, einen dritten Schritt und sich weitere Teile der Welt einverleiben. Das ist also eine langfristige Strategie, bei der es sich auch darum geht, sich Asien und Russland langfristig einzuverleiben.

Rundfunk: Glauben Sie, dass sich die Öffentlichkeit in Europa und Amerika das gefallen lässt. Werden sich die Menschen in Europa und Amerika in einen weiteren Krieg hineinziehen lassen?

Wisnewski: Im Moment sieht das nicht so aus. Es geht darum, dass Putin hier ein deutliches Stoppzeichen gesetzt hat, wie er es auch in Syrien gesetzt hat, meiner Meinung nach, allerdings ziemlich spät. In Libyen ist man etwas reingefallen auf die Errichtung der Flugverbotszone, die dann dazu führte, dass außer der libyschen Luftwaffe alle fliegen durften, vor allen Dingen die westlichen Alliierten, um Libyen in die Steinzeit zurückzubomben. Das hat Russland noch hingenommen. In Syrien hat man dann eine rote Linie gezogen und jetzt auch in der Ukraine zieht man eine rote Linie, die absolut lebenswichtig ist für das Überleben Russlands und der verbündeten Staaten und dann langfristig für das Überleben Chinas.

Rundfunk: Also halten Sie von der Unterstellung, dass Putin die alte Sowjetunion wiederherstellen will, nicht?

Wisnewski: Also, am Besten bekämpft man den Feind, indem man ihm das vorwirft, was man selber machen möchte. Also, wir erleben im Westen die Wiederaufstehung der UDSSR — wie wir sagen — der Europäischen Union, die sich immer mehr zu einem totalitären Staat entwickelt. Um davon abzulenken, wirft man das dann gerne Herrn Putin vor.

Rundfunk: Ist dann dann den ruropäischen Bürgern bewusst? Wenn ja, warum gehen sie weiterhin wählen?

Wisnewski: Ja, aber die Stimmung ist nun vor der Europawahl gekippt. Man erlebt zudem, dass sich zahlreiche andere Parteien für die Europawahl bewerben wollen. Man erlebt auch eine Kippung der Stimmung der Bürger der europäischen Staaten. Man erlebt, dass auch der Propaganda-Schirm, der gegen Russland errichtet wurde, nicht richtig funktioniert, oder zusammenbricht oder wackelt. Jetzt werden wir sehen, wie sich die europäischen Bürger entscheiden, entweder werden sie der Wahl fernbleiben oder sie wählen ganz andere Parteien, die bisher nicht zur Wahl standen bei Europawahl.

Rundfunk: Aus dem Osten und Südern der Ukraine werden täglich Zusammenstöße gemeldet. Besteht nicht die Gefahr, dass der gegenwärtige Konflikt in einen viel größeren Konflikt ausartet?

Wisnewski: Doch, die Gefahr besteht absolut. Die Frage ist nur, was haben sich die westlichen Strategen dabei vorgestellt? Werden sie jetzt den sogenannten Kriegsgrund, „Casus Belli“ erfinden? Wo und wie möchten sie das machen? Es gab schon E-Mails, die aufgedeckt wurden aus der amerikanischen Botschaft in Kiew, die gerichtet waren an ukranische Militärs, wo und wie man am Besten einen Zwischenfall inszenieren könnte, der in einen großen Konflikt hineinführt. Also, das sind sicherlich Prozesse im Gange und die Frage ist, wo, wann und wie man versuchen wird, einen „Casus Belli“ zu inszenieren, entweder zwischen der Ukraine und Russland oder vielleicht zwischen dem Westen und Russland.


Quelle und Kommentare hier:
http://www.youtube.com/user/WisnewskiGerhard