Krieg gegen Euro und Kreuzzug gegen Merkel

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Über den brutalen Wirtschaftskrieg gegen den Euro habe ich ja schon geschrieben. Völlig vergessen wird, das “Griechenlandkrise” nur mit Hilfe, Duldung und Förderung durch die “Märkte” möglich war und durch exzessive Zinsforderungen auf die Spitze getrieben wurde. Möglicherweise gab es schon bei der Kreditgewährung langfristige Pläne mit den PIGS. Anders als Politiker und Manager planen Superreiche sehr langfristig, sie haben nicht den Druck von Zeitverträgen, Berichtszyklen oder Wahlperioden. Das ist strategisch ein enormer Vorteil.

Ich denke, es wäre falsch, jetzt in Haßorgien gegen Superreiche zu verfallen, denn die sind wie Überaschungseierfigurensammler, Briefmarkenfreunde oder Eisenbanfanatiker: sie haben ein Hobby, sie sammeln. Ihr Hobby besteht darin, Tauschmittel zu sammeln. Egal welches, Hauptsache, sie machen das was alle in der Familie vor ihnen gemacht haben: es bleibt für die nächste “Generation Superreich” noch ganz viel mehr Tauschmittel über als für die vorherige.

Und damit sie viele Tauschmittel bekommen, bezahlen sie viel Geld an alle möglichen Leute, die ihnen helfen sollen ohne persönliche Arbeit an die Tauschmittel anderer Leute zu kommen. Läßt man so ein System eine Zeit lang laufen, entwickelt sich eine perfekte Sammelmaschine … ein Markt für Tauschmittelraub.

Gestohlen wird nicht mit vorgehaltener Pistole, sondern mit Lüge, Täuschung und Betrug, mit Verführung und falschen Versprechungen – mit dem Traum vom arbeitslosen Leben in Luxus: das Paradies auf Erden.
So strömen sie aus, die “Finanzberater” und leben davon, anderen Mist zu verkaufen, den sie selber kaum verstehen. Ein Riesenmoloch wühlt sich da durch die Gesellschaft, lange Zeit unbemerkt … bis der Zahltag kommt. Dann merkt man auf einmal: mein Geld ist weg. Klar, das ist über viele Umwege auf den Konten der Leute gelandet, die Tauschmittel sammeln. Dollar, Euro, Yen – ganz egal. Man nennt sie schönrednerisch “Anleger” … Menschen, die es sich leisten können, ihr Geld für sich arbeiten zu lassen.
Ein Traum, den momentan viele Leute teilen, auch wenn er schon längst ausgeträumt ist.

Momentan ist der Euro im Visier …. die Währung eines ganzen Kontinents. Klar … je weniger der Wert ist, umso mehr kriege ich für meine Dollars von dem Euro. Ich kann da ganz viel von kaufen, obwohl meine eigenen Dollars schon lange nichts mehr Wert sind. Das verstehen auch Superreiche – sogar zwischen Golf spielen und Kaviar schlürfen können die diese Botschaft verstehen und geben ihr Geld dafür her, damit sie nachher noch viel mehr davon haben.

Und so führt man einen brutalen Krieg gegen einen ganzen Kontinent, ohne das ein einziger Schuß fällt … Kriegsführung hat sich halt weiterentwickelt. Heutzutage gilt ein Krieg ja auch als gewonnen, ohne das die beiden Könige noch ein persönliches Schwertduell ausgefochten haben.

Das Ergebnis dieses Krieges ist jedoch das Gleiche: Hunger, Krankheit, Armut, Not und früher Tod. In der modernen Form des Krieges kommt das schleichender daher als früher ist aber im Endeffekt genauso vernichtend.

Das wissen auch Politiker, die in den letzten Jahrzehnten ganz fleißig nach der Pfeife der Superreichen bzw. ihrer Lobbyisten getanzt haben. Vielleicht ist es das, was Horst Seehofer mit diesem Zitat gemeint hat:

“Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden!”
– Horst Seehofer, in: Pelzig unterhält sich, ARD, 20.05.2010, Wiederholung am 28.05., BR, 22.30 Uhr

http://rss-video.net/bei-pelzig-horst-seehofer-sagt-wie-es-ist/ bei 4:43 Min.

An dieser Stelle Herrn Frank Reitemeyer vielen Dank für diesen Hinweis.

Nun wurde Angela Merkel ja gewählt und hat sich erlaubt zu entscheiden. Einfach mal so. Börsianer sprechen von einer “Verzweiflungstat”:

http://www.handelsblatt.com/_d=HB051020161,_p=1174,_t=ft_archive

“Eine Verzweiflungstat der deutschen Regierung” Nach dem Verbot von Leerverkäufen geben weltweit die Kurse nach

Nun, die Euroschwäche hat in der Tat für uns alle Folgen … die wir ganz schnell persönlich merken:

http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/tv-pc-kleidung-euro-schwaeche-koennte-preise-explodieren-lassen;2584937

Der schwache Euro wird mehr und mehr zur Belastung für die deutschen Verbraucher: der Benzinpreis steigt. Reisen nach New York reißen neuerdings wieder größere Löcher ins Portemonnaie. Und schon bald könnten auch Flachbild-Fernseher, Computer und Bekleidung spürbar teurer werden.

Wir sind inzwischen in erschreckendem Maße abhängig vom fernsten Ausland, wo aus kaum nachbarschaftliche Gefühle für uns gibt. Und dort müssen wir mit harter Währung bezahlen … wird der Euro weich, so muß man mehr davon auf die Theke legen. Nun zeigt sich die Schattenseite der Globalisierung, die für Superreiche völlig neue Dimensionen des Abschöpfens von Kaufkraft ermöglichte, die Bürger aber in eine völlig neue und alternativlose Abhängigkeit brachte. Solange man uns als “Freund” einsortierte, konnten wir auch in Ruhe leben, doch das … war gestern.

Heute giert man nach unserem Euro, weil der Dollar ein inhaltsleerer Gigant geworden ist. Er wird irgendwann fallen … aber durch die Vernichtung des Euro kann man das noch hinauszögern.

Hier galt es schnell zu handeln … und den Märkten zu zeigen, das man nicht alles mit sich machen läßt. Ein Europa in Trümmern nützt auch den Politikern nicht viel.

Doch kaum hat sie gehandelt … bricht ein Kreuzzug gegen Angela Merkel los. Die deutschen Medien kriegen sich gar nicht mehr ein.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article7703633/Merkel-ruft-wieder-die-Alternativlosigkeit-aus.html

Erneut soll das deutsche Parlament eine Milliardenbürgschaft beschließen. Und erneut wirbt die Kanzlerin dafür im Bundestag. Sie erläutert, sie droht und sie erklärt die von ihr gewünschten Maßnahmen zum Plan ohne Alternative. Doch am Ende bleiben Zweifel an der Euro-Rettung – und an Merkels Führungsqualitäten.

Es wird scharf geschossen, ja, sogar das Ende der Welt wie wir sie kennen wird beschworen:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/leerverkaufs-verbot-reformen-jagen-bankern-angst-ein;2585197

Eine Umfrage der Ratingagentur Fitch unter Großinvestoren an den Anleihemärkten kommt zu dem Schluss, dass das Regulierungsrisiko die größte Gefahr für die Banken darstellt. 83 Prozent der Befragten sehen darin eine ernste Gefahr für die Bonität der Geldhäuser in den kommenden zwölf Monaten. Damit liegt das Regulierungsrisiko noch vor gesamtwirtschaftlichen Gefahren wie der europäischen Schuldenkrise. “Es fehlt der Konsens über die richtigen Reformen nach der Finanzkrise, das sorgt für Unsicherheit, und die ist niemals hilfreich für die Finanzmärkte”, sagt Fitch-Analyst Gerry Rawcliffe.

Der Spiegel schlägt auch zu:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,696151,00.html

Die Euro-Partner sind verschnupft, die Opposition zeigt sich angriffslustig wie nie, selbst die eigenen Reihen meckern und nörgeln. Angela Merkel durchlebt ihre schwierigste Zeit als Kanzlerin. Besserung ist nicht in Sicht.

Und auf einmal fragt man sich: auf welcher Seite stehen unsere Printmedien eigentlich?

Die Antwort ist einfach:

Zeitungen brauchen Kredite. Noch Fragen? Ernsthaft?

Anzeigenkunden bestimmen doch heute weitgehend, wie kritisch ein Bericht überhaupt sein darf … und insgesamt gehören die Medien nur noch ganz wenigen … Superreichen.

In Deutschland sind das … gerade noch mal zwei, die hier das sagen haben, wie diese umfangreiche Arbeit ausführt:

http://www.coverport.de/-a-111/

Entwicklung der Medienkonzentration in der Bundesrepublik Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Kirch-Krise

von: Andrea Zarfl

Konkret haben sich schlussendlich lediglich zwei Unternehmensgruppierungen herausgebildet, die den Medienmarkt in allen Bereichen dominierten: Bertelsmann in Verbindung mit Gruner + Jahr und der RTL-Gruppe sowie die Kirch-Gruppe in Verbindung mit dem Springer Konzern und der ProSiebenSat.1 Media AG. Die Kirch-Gruppe und das wird in einem eigenen Kapitel umfassend dargestellt hat sich allerdings beim Kampf um die Vorherrschaft im Medienbereich – insbesondere beim Bezahlfernsehen – selbst zugrunde gerichtet. Vor allem übertrieben hohe Gebühren für Filmlizenzen und Sportrechte haben den Konzern letztendlich in den Ruin getrieben.

Und wenn da mal einer aus der Reihe tanzt … dann gibt es Ärger auf allen Kanälen.

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:marktausblick-regulierungswut-haelt-investoren-in-atem/50117338.html

Regulierungswut hält Investoren in Atem
Das deutsche Leerverkaufsverbot versetzte Anleger in Panik. Und die Nervosität wird weiter anhalten: Sorgen über die Auswirkungen der europäischen Sparpakete werden Investoren wohl ebenso die Laune vermiesen wie die Angst vor weiterer Regulierung.

http://www.sueddeutsche.de/geld/welt-in-der-schuldenkrise-die-angstwirtschaft-1.946626

An den Börsen grassiert eine neue Angst: Die drakonischen Sparprogramme in nahezu allen Industrieländern könnten den zarten Aufschwung der Weltwirtschaft abwürgen.

Die Furcht vor einem “Double Dip”, dem Rückfall in eine neue Rezession, führte am Freitag zu einem weiteren Kursrutsch an den Weltbörsen. An der Wall Street ist der Dow-Jones-Index unter die Marke von 10.000 Punkten gesunken.

http://www.faz.net/s/Rub3ADB8A210E754E748F42960CC7349BDF/Doc~EA41774AD964049B58B2C999009012671~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Ratlose Retter
Union und FDP haben im Bundestag für den Euro-Rettungsschirm gestimmt. Sie haben damit das Fundament der Währungsunion eingerissen. Und den Euro in eine ungewisse Zukunft geschickt.

Überall das gleiche Spiel … die Existenz einer handlungsfähigen Regierung macht der Wirtschaft Angst. Immerhin haben Schröder (SPD) und Fischer (Grüne) dafür gesorgt, das man sich jahrelang super an allem bedienen konnte – und die haben noch kräftig am Sozialstaat gespart, damit noch mehr zum Verteilen da war.

Angela Merkel hat sich mit jenen angelegt, die “entscheiden, aber nicht gewählt sind”.

In dieser Auseinandersetzung … stehe ich ausnahmsweise mal auf ihrer Seite, zumal auch ihr Kumpan Schäuble anfängt, zurückzurudern: “es war ja alles gar nicht so ernst gemeint und wird auch nie kommen”:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article7740225/Finanztransaktionssteuer-wird-an-USA-scheitern.html

Nach der Billigung des Milliarden-Hilfspakets zur Euro-Rettung geht der Streit in der Koalition um die geplante Transaktionssteuer auf Finanzgeschäfte weiter. Finanzminister Schäuble geht allerdings davon aus, dass die Steuer ohnehin nicht kommt – ohne deutsche Schuld.

Da bewegt sich schon mal jemand vorsichtig aus der Schußlinie.


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