Die Spielwiese der “Deutschen-Freunde”

von Hyperboreer

m vorletzten Artikel ging es um die neuen alten rechten Patrioten der Neuen Weltordnung. Dass dieses ganze Rechts-Links-Getue reine Inszenierung ist und medienwirksam im TV, online und überall sonst publiziert wird, zeigt wieder einmal der weiter unten folgende Auszug eines Artikels von einem Blogbetreiber.

Egal, wer in den Medien gebracht wird, egal, ob positiv oder negativ berichtet wird – sie alle kommen NUR in die Medien, wenn es gewollt ist!

Anfang Auszug:

Im Leserkommentarbereich auf Sezession.de schrieb ein Diskursteilnehmer, dass es sich bei Martin van Creveld um einen „Deutschenfreund“ handle.

Na, da wollen wir doch mal sehen, was dieser „Deutschenfreund“ in Bezug auf Deutsche so von sich gibt:

Nun, wenn schon ein vermeintlicher Freund der Deutschen so etwas von sich gibt, dann möchte man gar nicht wissen, was erst ein „Deutschenfeind“ zu äußern vermag.

Andersherum kann man auch sagen:

Wer solche Freunde hat, braucht nun wahrlich keine Feinde mehr!

Ende Auszug (Auszug und Screenshots von Valjean72)

Ganz spannend hierbei ist die Tatsache, dass der Online-Auftritt der Sezession nicht nur die Spielwiese solcher „Deutschenfreunde“ darstellt, sondern auch die Plattform ist für Leute wie Martin Sellner, bekannt durch die Identitären Österreich sowie seine Aktion „Defend Europe“ oder auch durch die Kooperationen zu anderen Online-„Stars“ wie Hagen Grell, der wiederum auch mit den „alternativen“ Quälgeistern seinen Erguss regelmäßig über die Deutschen ergießt, um ihnen das Hirn zu waschen und von der eigentlichen Problematik mit viel Blabla abzulenken.

Doch zurück zur Sezession. Seit 2003 vertreibt die Edition Antaios (seit 2012 Verlag Antaios, dieser wurde damals zusammen mit dem Institut für Staatspolitik gegründet (IfS)) das Magazin Sezession sowie thematische „Studien“ und „Sonderhefte“, etwa zu Pegida. Hinzu kam 2010 der Autorenblog Netz-Tagebuch Sezession im Netz. Viele „Patrioten der neu-rechten Bewegung“ holen sich beim IfS auf den Seminaren etc. ihre „Inspiration“ – wie auch z. B. Jürgen Elsässer vom Compact-Magazin.

Jürgen Elsässer hat einen langen Weg hinter sich – von einem strikten Kommunisten hat er sich – offiziell – zu einem noch strikteren Deutschnationalen gewandelt. In den 1980er Jahren schrieb er noch für den kommunistischen „Arbeiterkampf“ und sogar für die vom deutschen Zentralrat der Juden herausgegebene „Jüdische Allgemeine“. Des Weiteren schrieb er linke Postillen für „Junge Welt“, „Jungle World“ und „Konkret“. Nach 1989 zählt Jürgen Elsässer zu den Mitgründern der „Antideutschen“, einer Strömung innerhalb der deutschen Linksextremen, die Israel gegen die arabische Bedrohung verteidigen will. Elsässer behauptet, den Spruch „Nie wieder Deutschland“ habe er entscheidend mitgeprägt.

Heute heißt sein Slogan allerdings „Mut zur Wahrheit“

Noch Fragen Kienzle?

Götz Kubischek mit Jürgen Elsässer (rechts

Im Januar 2015 wollten der Begründer der Zeitschrift Sezession Götz Kubitschek und seine Frau übrigens in die AfD eintreten. Der Parteivorstand, damals noch unter Bernd Lucke, stellt sich quer und lehnt den Aufnahmeantrag ab. Einige ostdeutsche Funktionäre um Björn Höcke und André Poggenburg, ebenso die „Patriotische Plattform“ innerhalb der AfD, kritisieren die Entscheidung.

Der Protest mündet in die Erfurter Resolution, mit der Höcke und Poggenburg den völkischen Flügel der AfD erst begründen.

 

Björn Höcke auf der Buchmesse beim Antaios-Verlag

Natürlich durfte die neue-alte rechte patriotische Amerika-Front auch nicht fehlen. So schließt sich der Kreis und man weiß, was man von diesen Bewegungen zu halten hat.

Götz Kubitschek und Björn Höcke

 

 

Sind Nazis integriert? [ab Minute 13.00]

Schon 2015 bei Friedman im TV

 

bild-hoecke-nazi-rede

Seinen „Durchbruch in die Medien“ schaffte Björn Höcke mit seiner „Nazi-Rede“

Götz Kubitscheks Sezession schrieb:

Es ist über den geradezu pathologischen Umgang der Deutschen mit ihrer eigenen Geschichte alles gesagt worden, was es zu sagen gibt. Der Selbsthaß der Deutschen ist keine Erfindung, die Verachtung des Eigenen auch nicht, und für Leute, die sonst bloß Individuen sehen wollen, ist es in dieser Frage keine Frage, daß »wir« das taten.

Glaubt wer noch an Zufall, dass Björn Höcke vor seinem Haus ein Holocaust-Mahnmal installiert bekam?

Götz Kubitschek redet seit langem auf Pegida- und Legida-Demonstrationen und pflegt gute Beziehungen in viele Richtungen, so auch zu Akif Pirincci, dessen zweites politisches Buch „Umvolkung“ er verlegt.

Rechts oben das Schlangen-Symbol des Antaios-Verlag

 

Zeig uns Deine Hand-Gesten:

 

 

 

Sicherlich nicht ohne Grund in diversen Medien publiziert über den Slogan „Die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb“

Es fällt doch wirklich auf. Es geht immer und immer wieder über die Nazi-Zeit und mit allen erdenklichen Mitteln, wird das Thema immer wieder aufgekocht – in den kuriosesten Facetten.

Und auffallend oft beteiligt – der Antaios-Verlag:

Antaios oder Antäus (griechisch Ἀνταῖος, lateinisch Antaeus, von ἀντάω, antao= ich trete entgegen, ich begegne) ist ein Riese aus der griechischen Mythologie.

Er war der Sohn des Poseidon und der Gaia mit nahezu unbezwingbarer Stärke. Beheimatet war er in Libyen (Λιβύη, d. h. Nordafrika westlich von Ägypten) und er maß über 60 griechische Ellen (28,44 m). Er pflegte alle vorbeiziehenden Reisenden zu zwingen, mit ihm zu kämpfen – und er gewann stets.

Aus den Schädeln der Unterlegenen fertigte Antaios für seinen Vater Poseidon einen Tempel.

 

Sezession schreibt:

Antaios war ein Sohn des Meeresgottes Poseidon und Gaias, der Göttin der Erde, die die Römer Terra oder Telus nannten. Antaios, der in Libyen lebte und als der kräftigste und geschickteste Kämpfer der griechischen Sagenwelt galt, erhielt seine Kraft aus der Berührung mit seiner Mutter, der Erde.

Fremde pflegte er zum Ringkampf aufzufordern. Wurde er zu Boden geworfen, so erneuerte sich seine Stärke durch den Kontakt mit der Erde. Die Schädel seiner Opfer verwendete er als Dachziegel für den Tempel seines Vaters. Herakles, der im Auftrag des Eurystheus in Libyen unterwegs war, um die Rinder des Geryon zu holen, begegnete dort dem Riesen.

Antaois bewarf sich mit Sand und verdoppelte dadurch seine Kraft. Herakles bestrich sich nach griechischer Sitte mit Öl. Er besiegte den Riesen Antaios, indem er ihn von der Erde emporhob, so von der Erde trennte und seine Rippen zerdrückte.

Antaios ist Symbol für eine Kraft, die, so Ernst Jünger im Programm der Zeitschrift, „stets erneut“ wird, „doch stets dieselbe“ bleibt – „einer der Widersprüche von Mannigfaltigkeit und Einheit, auf denen die Dauer in der Zeit beruht.

Antaios berührt den gemeinsamen Grund, aus dem die Völker in ihrer Vielzahl als Brüder erwachsen sind.“

 

Götz Kubitschek und Matteo Salvini Italien, mit der Wirmer-Fahne

Die Flagge der Putschisten vom 20. Juli 1944 (im Volksmund zuweilen als „Stauffenberg-“ oder „Wirmer-Fahne“ bezeichnet) wurde von Josef Wirmer entworfen und galt vor allem als zukünftige Flagge eines vierten deutschen Reiches nach Hitler …

Götz Kubitscheks Antaios-Verlag, dessen Namensgebung auf Ernst Jüngers Zeitschrift „Antaios“ wohl zurück geht – oder ist eher der unterschwellige Ton, den Erfolg auf den Schädeln der unterlegenen Gegner aufzubauen (?), war auch stark daran beteiligt, dass ein kleines Büchlein letztes Jahr „unerwartet“ (!) starken Aufwind bekam.

Der Spiegel meldete:

Das Pendant zum Spiegel (als Beispiel hier links), Sezession (als Beispiel hier rechts) schrieb:

Panikreaktionen – Sieferle auf Platz 1

Wer doch noch irgendwie an der Macht des bedruckten Papiers zwischen zwei Buchdeckeln auf der einen und an der Dummheit hysterischer Reaktionen bei geistiger Herausforderung auf der anderen Seite zweifelte, ist heute wieder einmal eines Besseren belehrt worden: Finis Germania, das bei Antaios erschienene Bändchen aus dem Nachlaß des Kulturphilosophen Rolf Peter Sieferle, steht seit Stunden auf Verkaufsrang Nr. 1 bei amazon (obwohl es nicht direkt, sondern nur über Zweitanbieter bestellt werden kann).

Man muss wissen, dass das Institut für Staatspolitik (IfS) damals im Mai 2000 von Götz Kubitschek (Antaios-Verlag), Karlheinz Weißmann, dem Rechtsanwalt Stefan Hanz und weiteren vier Mitgliedern der ‚Neuen Rechten‘ gegründet wurde. Die Gründer gehörten, wie man selbst recherchieren kann, alle zum Umfeld der Wochenzeitung Junge Freiheit (JF), mit der das Institut bis 2014 – offiziell – eng zusammenarbeitete.

Daher verwundert es nicht, dass auch die JF schrieb:

Wieder einmal sorgt in Deutschland ein nonkonformes Buch für Furore: Finis Germania – Ein Buch über das Ende Deutschlands, wie wir es kennen. Nicht nur der Titel erinnert an Thilo Sarrazins Bestseller „Deutschland schafft sich ab“, sondern auch die hysterischen Reaktionen der links-dominierten Kultur-Elite in den Feuilletons führender Leitmedien.

Rechtslastig, rechtsradikal, rechtsextrem, gar antisemitisch sei das Buch, dessen Autor Rolf Peter Sieferle sich Ende 2016 das Leben nahm – und sich daher gegen die Anfeindungen nicht mehr wehren kann. Dabei geben gerade diese Anfeindungen dem Autor unfreiwillig recht, belegen sie doch jenen geistigen und intellektuellen Verfall, der der Selbstabschaffung Deutschlands zugrunde liegt. 

Man muss zugeben, das ist schon sehr schlau gemacht. Selbst die Computerzeitschrift Chip nahm sich diesem Spielchen an, um möglichst viele auf dieses Büchlein aufmerksam zu machen, was ja schlußendlich auch klappte.

Der Literaturkritiker der Süddeutschen Zeitung, Gustav Seibt, hat sich gleich drei Mal über Sieferle geäußert, ebenfalls nur positiv.

Wie kommt das?

Seibt hat im Oktober und im Dezember vergangenen Jahres einen Nachruf auf Sieferle und eine Spekulation um dessen geistige Quintessenz verfaßt. Wir lesen im Dezembertext folgende Schlußsätze:

 

Wenn die Menschheit weiterleben will, muss sie zu einem neuen Normalzustand zurückfinden – das wurde zum beherrschenden Lebensmotiv Sieferles. Der Eindruck, den die letzten Notate erwecken können, es sei ihm vor allem um Deutschland oder die westliche Industriegesellschaft gegangen, dürfte einseitig sein. Die treuen Leser dieses großen Autors warten nun auf sein letztes Werk.

Später meldete er sich im Deutschlandfunk-Interview dann erneut zu Wort.

Also ich hab nichts gegen provokante Formulierungen und gegen auch konsensstörende Äußerungen, (…) Und das ist dann (…) einfach eine Provokation, das ist dann, würde ich sagen, eine Störung des öffentlichen Gesprächs, (…) weil das natürlich in die Hände von Leuten fällt, die (…) theoriebildend zu denken imstande sind. Das kann dann sehr schnell zu Schlagworten werden.

…..

René Aguigah dazu:

„Wie ist das Buch auf unsere Liste gekommen? Es ist tatsächlich ein Verfahrensproblem. Es ist keine Jury, die diskutiert zusammen und die dann am Ende einen Konsens herstellt, sondern es ist eine Jury – das gibt es bei anderen Literaturjurys auch –, wo die einzelnen Juroren Punkte abgeben. Und das heißt, wir erfahren auch erst am Ende, bei der Veröffentlichung das Ergebnis. Es ist ein einzelner Juror gewesen, der dieses Buch vorgeschlagen hat, auf die Liste gebracht hat, und der ist tatsächlich gestern Abend auch zurückgetreten. (…)

 

Ein „Verfahrensproblem“ und ein „Bärendienst“ war das sicherlich keiner!

Sezession schrieb selbst:

Brutale Lektüre – nichts verkauft sich besser!

Auch Martin Sellner (Defend Europe) hatte den Fall Sieferle zusammengefasst:

Und natürlich durfte auch Karl-Heinz Weißmann mit einem Kommentar nicht fehlen:

Karlheinz Weißmann der JF schrieb:

Was ist das? Das ist ein neuerlicher Sieg der Linken, genauer: der dummen Linken. Der dummen Linken, die sich überall festgesetzt hat, in den Kollegien und den Pfarrhäusern, in den Akademien und in den Redaktionen, überall da, wo Meinung gemacht wird.

Sie hat dafür gesorgt, daß in den vergangenen fünfzig Jahren das Spektrum des Denkbaren und Sagbaren immer weiter eingeschränkt wurde, bis zum Punkt, an dem wir heute angekommen sind, an dem das bürgerliche Leitorgan sich um keinen klugen Kopf mehr schert, sondern nur noch gewinnen will, im Wettlauf um den ersten Preis politischer Korrektheit.

Zugegeben: Es gab auch einmal eine andere, eine intelligente Linke. Sieferle war ein solcher intelligenter Linker, damals dabei, im SDS, der Speerspitze der Achtundsechziger. Aber er war nicht links aus Sentimentalität oder Borniertheit wie die vielen, sondern auf der Suche nach einer wirklichkeitsgerechten Deutung der Welt.

Er hat seinen Irrtum erkannt und sich abgekehrt. Dazu bedurfte es des Mutes. Zuerst des geistigen Mutes. Eine seltene Sache in dieser Zeit, aber unendlich wertvoll, wenn es darum geht, an Freiheit zurückzugewinnen, was man uns genommen hat.

Reinste Propaganda. Was für eine inszenierte Medienschlacht, um neue „Bürger“ für den Kampf zwischen rechts und links in dieser „Truman-Show“ zu gewinnen.

Gar nicht so weit hergeholt, dieser Film!

Es ist alles inszeniert, für jeden gibt es das passende Spielzeug. Die „Rechten“ bekommen dies, die „Linken“ bekommen jenes. Und wer sich freut, sind die unsichtbaren Dritten, die die Fänden in der Hand halten und dieses ganze Theater auch bezahlen.


Quelle und Kommentare hier:
https://jenseitsdesnordens.wordpress.com/2018/01/07/die-spielwiese-der-deutschen-freunde/