Deutschland: Rein und raus

von Max Erdinger

In der „Welt“ gibt es einen Artikel zu den Auswanderungszahlen aus – und den Einwanderungszahlen nach Deutschland. Völlig unbrauchbares Geschreibsel mit dem Informationsgehalt Null. Es ist von Staatsbürgern die Rede, anstatt von Deutschen. „Wenn die Kuh im Pferdestall kalbt, wird das Kalb noch lange nicht zum Fohlen.“ (Fränkische Bauernregel) – Die Medienkritik.

Schon die Schlagzeile ist eine bodenlose Frecheit:

Deutschland gewinnt so viele Neumitglieder über Migration wie durch Geburten

– Hallo, Welt? Wie kommt es wohl, daß der Oberbürgermeister noch nicht Obermitgliedsmeister heißt? Und haben wir Bürgersteige oder Mitgliedssteige? – Na also. Erst denken, dann Schlagzeilen schreiben, gelle. Nichts zu danken.

(Anm. d. Verf.: Kurz vor Erscheinen dieser Medienkritik sind die „Neumitglieder“ in der Schlagzeile der Welt durch „Einwohner“ ersetzt worden.)

Seit zwei Jahren verzeichnet das Statistische Bundesamt viel mehr dauerhafte Fortzüge von Bundesbürgern. Was steckt hinter dem sprunghaften Anstieg?

Die dumme Frage ist ein Meister aus Deutschland. Erstens ist „sprunghaft“ ein schlecht gewähltes Adjektiv, wenn es um einen Zeitraum von zwei Jahren geht, weil niemand im Schneckentempo springt. Zweitens ist völlig klar, warum die Auswanderungszahlen in den vergangenen Jahren ein Rekordhoch erreicht haben: Weil sich Leistung in Deutschland wegen einer kleptokratischen Steuerquote nicht mehr lohnt, und weil es gerade der bildungs- und kulturbeflissene Deutsche nicht gern hat, wenn man ihm gewaltbereite Analphabeten in rauen Mengen vor die Nase setzt, um ihm als nächstes zu erzählen, diese Leute seien ab sofort gleichberechtigt mit ihm.

Außerdem hat er keine Lust darauf, die Sozialkassen mit seinem Geld zu füllen, wenn Leute davon profitieren, die selbst nie auch nur einen Cent einbezahlt haben. Immer mehr Deutsche sehen eben keine Zukunft mehr für sich in Merkelstan. Das ist zwar todtraurig, aber wenigstens hätten wir damit die dumme Frage beantwortet, wenn auch möglicherweise nicht erschöpfend. Und das auch nur, weil wir geduldig sind und daran glauben, daß die Armen im Geiste zugleich auch die Seligen sind.

Während die Einwanderung von Ausländern breit diskutiert wird, erregt die Auswanderung von Deutschen kaum Aufsehen. Dabei haben auch im Jahr 2017 wieder rund 249.000 Bundesbürger das Land dauerhaft verlassen, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.

Das ist deswegen so, weil man über die Auswanderung nicht diskutieren könnte, ohne zugleich nach den Gründen dafür zu fragen. Die Antworten, die dann zu gewärtigen wären, sind das Letzte, was das Politbüro von Merkelstan gebrauchen könnte. Das ist aber kein Beinbruch, weil die Diskussionen, die stattdessen geführt werden, schon total breit sind. Vom Dieselhype sind schon alle ganz besoffen, und in ihrem Naziwahn sind alle derartig breit, als hätten sie einen Zentner schwarzen Afghanen gekifft und seien darüber psychotisch geworden. Weitere Fragen zur breiten teutonischen Diskussion, dem seltsamen „gesellschaftlichen Diskurs“, diesem zensierten Zeugnis völliger Unterbelichtung?

Bereits seit dem Jahr 2005 gibt es ein solches negatives Wanderungssaldo: Seitdem wandern also mehr Bundesbürger ab als ins Land ziehen.“

Yep, so ist das. Das hängt mit Intelligenz zusammen. Die Intelligentesten haben eben mit der Wahl Merkels zur Bundeskanzlerin am frühesten, nämlich bereits 2005 ,bemerkt, daß aus Deutschland Merkelstan wird. Und man kann sagen, was man will: Sie haben recht behalten. Wer vor 2005 bereits ausgewandert ist, hörte auf den Rat feminismuskritischer Experten, die bereits seit den späten Neunzigern vor der „german estrogen disease“ in den Parlamenten und in den Medien gewarnt hatten.

Nachdem im Jahr 1991 rund 99.000 Deutsche abwanderten, stiegen die Zahlen tendenziell an und lagen bis 2015 auf einem Niveau von etwa 140.000 abwandernden Deutschen pro Jahr. Im Jahr 2016 kam es dann zu einem Sprung: Damals verlegten so viele Bundesbürger wie noch nie ihren Wohnsitz ins Ausland (281.000). Ein Jahr später waren es 249.000 Bürger.

Von 99.000 auf 140.000 ist kein „tendenzieller Anstieg“, Welt, sondern ein Anstieg. Das hier ist auch keine tendenzielle Medienkritik, sondern eine Medienkritik. Lediglich die „Welt“ ist tendenziell eine Zeitung. Das Jahr 2016 ist außerdem nur ein sprunghaftes Jahr und nicht deren zwei. Sonst noch was?

Doch warum gab es in den vergangenen beiden Jahren einen derart drastischen Anstieg der Abwanderung in der Bevölkerungsstatistik? Das hat dem Statistischen Bundesamt zufolge mit einer geänderten Erhebungsmethode zu tun.

Logisch. Das Fieber steigt, wenn man die Gradzahlen nicht mehr in Celsius angibt, sondern in Fahrenheit. So ist das auch mit den Auswanderungsdaten. Die Zahlen sinken oder fallen, je nachdem, wie man sie erhebt. Mit Leuten, die das Land verlassen, hat die ganze Sache nicht das Geringste zu tun. Schau mir mal tief in die Augen, Welt-Redakteur: Kannst du meinen Blinddarm sehen?

Bis zum Jahr 2015 wurden nur jene Personen als Abwanderer gezählt, die sich von einer neuen Adresse im Ausland in der Bundesrepublik abmeldeten. Das änderte sich ein Jahr später: Seitdem gehen die Statistiker davon aus, dass Personen, die sich hier ab-, aber nirgendwo anders in Deutschland wieder anmeldeten, ins Ausland verzogen sind. Die neue Methode scheint auch dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung plausibel, weil es unwahrscheinlich ist, dass Deutsche sich in großer Zahl untergetaucht im Inland aufhalten.

Das ist eine gewagte Theorie. Gerade für Deutsche gäbe es massenhaft Gründe, sich im eigenen Land für die Behörden unsichtbar zu machen. Wer keine Adresse hat, bekommt auch keine GEZ-Zahlungsaufforderungen, keine Steuerbescheide und keine Bußgeldbescheide. Außerdem treten ihm keine Polizisten zu nachtschlafender Zeit die Wohnungstür ein, um Sprühkreideverbrecher zu finden, welche die Namen von Opfern des merkelstanischen Systems auf das Straßenpflaster vor Parteizentralen gesprüht hatten. Realistisch wäre, anzunehmen, daß Deutsche, die sich im eigenen Land abmelden, irgendwo anders im eigenen Land anonym weiterleben. Immer weniger Deutsche haben Lust auf Merkels Bullshit-Country, ohne deswegen gleich ihre Heimat zu verlassen. Schwarzarbeit gibt es überall.

Dem Wanderungsverlust von 217.000 Deutschen in den vergangenen beiden Jahren und den mehr als 1,7 Millionen gestorbenen Staatsbürgern standen nur 1,2 Millionen Geburten von Müttern mit deutscher Staatsbürgerschaft gegenüber. Deutschland hat netto also mehr als 700.000 Staatsbürger in nur zwei Jahren verloren.

Bestimmt kommt gleich Entwarnung und frohe Kunde. Et voilá:

Dies wird allerdings durch eine starke Zuwanderung mehr als ausgeglichen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wanderten im Jahr 2017 fast 1,4 Millionen Ausländer zu und 885.000 ab. Im Saldo aus Zu- und Fortzügen ergibt sich daraus für 2017 ein Wanderungsüberschuss ausländischer Personen von 499.000, im Vorjahr lag er sogar bei 635.000.

Für einen Deutschen ist das ungefähr so interessant, wie für einen Viehzüchter, der sich für den Verlust seiner Herden wegen Rinderwahn zehn Millionen Schmeißfliegen eingehandelt hat, die sich an den letzten Hinterlassenschaften seiner verblichenen Rindviechern gütlich tun.

Damit gewann Deutschlands Gesellschaft in den vergangenen beiden Jahren ungefähr so viele Neumitglieder über Migration wie durch Geburten von Müttern mit deutscher Staatsangehörigkeit.

Hört, hört, ihr jungen Mütter mit deutscher Staatsangehörigkeit unter demKopftuch: Was ihr da an euren Brüsten säugt und was da aus seinen Windeln stinkt, das sind nicht etwa eure deutschen Kinder, sondern das sind „Neumitglieder für Deutschlands Gesellschaft“.

Durch die im internationalen Vergleich starke Zuwanderung – die Bundesrepublik nahm seit den 1960er-Jahren mehr Zuwanderer auf als das klassische Einwanderungsland USA – entwickelt sich das Land schnell zur Migrationsgesellschaft. In den westdeutschen Bundesländern haben dem Statistischen Bundesamt zufolge bereits 42 Prozent der unter Sechsjährigen einen Migrationshintergrund.

Yep. Die Klugen und Qualifizierten wandern aus – und die irgendwie Bedürftigen, integrationsunwilligen und unqualifizierten Bezieher von Sozialtransfers wandern ein nach Merkelstan, wo sie eine auf eine Herde völlig enthirnter Schlafschafe treffen, die bereitwilligst für sie arbeiten gehen und die Ressourcen erwirtschaften, welche die „Neumitglieder für Deutschlands Gesellschaft“ dann verbraten dürfen.

Das war die Medienkritik aus Deutschland im Herbst 2018, als fast alle balla-balla geworden waren. Sogar in der „Welt“-Redaktion, wo ungerührt die größte Sauerei dokumentiert wird, als handle es sich um die weihnachtliche Frohbotschaft. Bis auf ein einziges Wort hatte Deniz Yücel schon recht, als er vom „Völkersterben von seiner schönsten Seite“ sprach. Es ist nicht die schönste, sondern die dümmste Seite.


Quelle und Kommentare hier:
https://www.journalistenwatch.com/2018/10/16/deutschland-rein-und-raus/