Augstein: „Sachsen soll eigene Republik werden!“

Von ARENT

Es ist selten, dass mich Aussagen von Jakob Augstein begeistern. Normalerweise kommt aus dieser Ecke dumpfes Bashing gegen Amerika, Deutschland oder Israel. Diesmal aber ist alles anders: Jakob Augstein hat die Sachsen dazu aufgefordert, eine eigene Republik zu gründen.

Genaugenommen hat er auf Twitter geschrieben:

„…vielleicht könnte man dort eine rechts-autonome Republik ausrufen? Und alle AfD-Wähler ziehen freiwillig dorthin. Sie könnten sich auch eine Mauer bauen. Gegen Westdeutsche und andere Migranten.“

Das Ganze war natürlich, mal wieder, als Bashing gemeint. Diesmal nicht gegen Israelis oder Amis, sondern gegen Ostdeutsche, die ebenfalls zu den Lieblingsfeinden von Augstein zählen. Nur hat er sich offenbar nicht ausmalen können, dass diese Aussage auf grenzenlose Begeisterung stoßen dürfte.

Eine eigene Republik Sachsen? Mit Mauer drum herum? In die die aufgeklärten Menschen, Mediziner, Ingenieure, Postdocs ziehen können? Und dem Restdeutschland dürfen wir die IS Anhänger andrehen?

Wo soll ich unterschreiben?

Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass diese Forderung von aufgeklärter Seite kommt, die Bayern oder Sachsen ihre Unabhängigkeit fordern, ein AfD Abgeordneter Angela Merkel vorwirft, den Gesellschaftsvertrag gebrochen zu haben, oder ein Opfer des Breitscheitplatzes sagt „Das ist nicht mehr mein Land“. Aber ich werde mich natürlich nicht beschweren, wenn Augstein & Co den Sachsen schon von sich aus die Unabhängigkeit antragen.

Denn seien wir ehrlich: Wir haben mittlerweile überall in Europa unvereinbare Vorstellungen, wie eine Gesellschaft organisiert werden soll. Die einen fühlen sich den alten Verfassungen verpflichtet – der Idee des Gesellschaftsvertrags, der Staatsbürgerschaft, gemeinsamer Armee, Aufenthaltsrecht und Grenzen. Die anderen wollen das alles nicht – sie wollen keinen Staat, keine Staatsbürgerschaft, keine Armee.

Beides zusammen geht nicht. Ein Staat braucht gemeinsame Grundlagen. Er braucht eine Verfassung. Und er braucht verfassungstreue Bürger.

Auf diese Weise wären am Ende alle glücklich: Die aufgeklärten Menschen Europas könnten ihre eigenen Staaten schaffen – mit Staatsbürgerschaft, mit Grenzen und mit Armee. Die Verrückten könnten ihre Staaten schaffen – ohne Staatsbürgerschaft, ohne Grenzen und mit dem IS.

Ich vermute allerdings, dass in dem Moment, in dem die Bayern und Sachsen tatsächlich den Mut aufbringen und ihre Unabhängigkeit fordern würden, Jakob Augstein eine 180° Wende hinlegen würde. Auf einmal würde ihm einfallen, dass er die Ostdeutschen nicht leiden kann. Und wenn sie erst mal einen eigenen Staat haben, dann kann er ihnen nicht mehr schaden.

Nein, freiwillig werden sie uns leider nicht ziehen lassen. Es wird wohl eher so werden wie vor 1989 in der DDR – mit einer dicken, fetten Mauer und einer Armee, die dazu dient, die fleißigen Arbeiter, die alles am Laufen halten, an der Flucht aus dem „Paradies“ zu hindern.


Quelle und Kommentare hier:
http://www.pi-news.net/2018/08/augstein-sachsen-soll-eigene-republik-werden/