Zensur light: Youtube geht gegen „Verschwörungstheorien“ vor

von FP

Wie das Linux-Magazin berichtet, werden bei Youtube Videos aus den Empfehlungen verbannt, die „schädliche“ Falschinformationen für die Nutzer und Verschwörungstheorien enthalten.

Gelöscht werden die in Ungnade gefallenen Videos zwar nicht, doch dürfte sich die Reichweite drastisch reduzieren. So werden täglich mehr als 200 Millionen Videos allein auf der Homepage empfohlen.

Ungefähr 1 Prozent aller Inhalte seien von den neuen Maßnahme betroffen, heißt es dazu im Google Blog. Darunter fallen Videos, die „für Wundermittel für schwere Krankheiten werben“, oder die Theorie von der „flachen Erde“ verbreiten. Ebenso entfernt würden Videos, die „falsche Behauptungen über historische Ereignisse, wie Terroranschläge vom 11. September 2001, aufstellen.

Wie Youtube versichert, geht es nur um das Wohl der Nutzer, auch würden die betreffenden Videos nicht gelöscht, sondern könnten weiterhin über die Suchfunktion gefunden werden. Solange sie nicht gegen die Community-Regeln verstoßen, bleiben sie erhalten.

Was Youtube letztendlich beschreibt und betreibt ist eine Art Zensur light per Algorithmus, der die Nutzer in einer Filterblase gefangen halten will. Konsequenter und vor allem ehrlicher wäre es, „unerwünschte Inhalte“ genauer zu definieren und komplett aus dem Angebot zu nehmen. Dann aber würde sich der Konzern das Geschäft versauen und müsste Farbe bekennen und auch bei der Werbung hart durchgreifen. Dort werden nämlich nicht selten gegen harte Dollars allerlei Versprechungen und Falschinformationen verbreitet, die der flachen Erde an Absurdität in nichts nachstehen.

Zudem maßt sich der Konzern an, genau die Inhalte anzuprangern, die ihn einst mit groß gemacht haben. Es waren eben neben Musikvideos vor allem die „Youtuber“ der ersten Stunde, wie Alex Jones und Co., die der Plattform reichlich Klicks verschafften. Davon aber will man heute nichts mehr wissen.