Clicky

Wird die Europäische Union Italien usurpieren?

von WiKa

Gen-Italien: Die Zeichen stehen auf Sturm, der Kaiser ist nackt und seine neuen Kleider kann niemand sehen. Sämtliche gutwilligen, kapitalgesteuerten Propagandapostillen beginnen damit, Italien medial sturmreif zu schießen. Vermutlich müssen wir dieses Land bereits als gescheiterte Demokratie im EU-Reigen betrachten, weil sich dort um keinen Preis ein EU-konformer Volkswillen einstellen will. Grund genug, neben der Produktion von Sorgenfalten auf der Stirn auch die militärische Befreiung dieser armseligen Provinz ins Auge zu fassen.

Undenkbar das dieser geographisch so wertvolle Stiefel den Vereinigten Staaten von Europa aus den Klauen gleitet. Versuchen wir kurzerhand den Hintergrund zu ertasten, der so heftige Maßnahmen rechtfertigen könnte. Vor allem natürlich: „Wehret den Anfängen“! Populisten-Regierung ❖ Brüssel zittert vor dem neuen Italien [SpeiGel auf Linie]. Parallel schüttelt sich bereits das politische Espenlaub in Brüssel. Dazu muss man wissen, dass alles was der EU nicht genehm ist, logischerweise populistisch ist. Und populistisch ist natürlich nur was rechts ist. Schon sind die Nazis in Italien erkannt.

Andere Blätter rauschen nicht ganz so laut: Kommentar: Riskantes Experiment in Italien[DW]. Interessant dabei ist die Einschätzung als „Experiment“. Wollte man diese Aussage auf hiesige Verhältnisse übertragen, wäre wohl Angela Merkel ebenso ein Experiment. In diesem Fall bereits gescheitert, aber immer noch an der Macht und mit allen nachweisbar negativen Folgen für die Provinz Deutschland innerhalb des EUmperiums. Das macht nur geringe Hoffnung für Italien, dass die EU dort den Einmarsch zur Rettung der Demokratur verschlafen könnte.

Mal ehrlich? Warum sollte die Sorge der Eurokraten den Menschen in Europa gelten? Die repräsentieren doch keine Werte. Die stellen lediglich Verbrauchsgut dar, sind Lasten und allenthalben schwer zu dirigierendes Humankapital.

Die eigentliche Sorge gilt logischerweise, den echten Werten, dem Euro. Denn nichts an diesem Staatenbund ist wertvoller als der. Dementsprechend darf man sich auch mit solchen Statements auseinandersetzen: Der Euro vor dem Aus?[Makroskop]. Die Sorge ist beileibe größer, als dass da ein paar Millionen Italiener beim Einmarsch überrollt werden könnten.

Vor allem aber geht es darum, den Italienern mal so richtig klarzumachen, dass sie rein gar nichts zu vermelden haben. Sie sind nurmehr eine Provinz im neuen Europäischen Großreich Brüsseler Prägung. Sie werden sich endgültig damit abfinden müssen, dass das alte imperiale Rom heute „Brüssel“ heißt. Insoweit lässt die neue italienische Regierung es sehr deutlich an entsprechenden Demutsgesten gegenüber dem Imperium mangeln. Sowas kann in Brüssel nicht so ohne weiteres weggesteckt werden. Mithin ist eine wohlwollende Usurpation nahezu unumgänglich.

Weitere Lösungsmöglichkeiten

Vielmehr Möglichkeiten, als Einmarsch und harsche Machtdemonstration, bieten sich kaum. Um das Ganze etwas stiller und ohne Blutvergießen über die Bühne zu bekommen, könnte Deutschland mal (wieder) die Schatulle aufmachen und rund eine viertel Billion Euro (250 Mrd.) Lösegeld nach Italien überweisen. Italien schockiert mit Forderung nach Schuldenerlass[DIE•FÄLLT]. Das sollte die Bereitschaft zum Verbleib im Euro nachhaltig steigern. Ein Allheilmittel übrigens, welches für alle schwachbrüstigen Euro-Teilnehmer die optimale Lösung darstellt. Mit etwas Glück könnten sich dann die dortigen Störenfriede dazu hinreißen lassen, keine weiteren Großmäuligkeiten gegenüber Brüssel zu riskieren.

Wenn wir mal ehrlich sind, eine ähnliche Nummer hat mit Griechenland ganz gut funktioniert. Statt den Euro platzen zu lassen, hat man einfach den Tsipras nebst weiterer Akteure gekauft/umgedreht und schon war die Geschichte vom Tisch. Nur die Griechen wurden damit nach Strich und Faden verraten, aber wir haben bereits gelernt, dass es auch auf die nicht ankommt, wenn es um Geld geht. Und gewählt ist gewählt! Das ist auch der Wahlspruch von Angela Merkel. Da kann man das Volk ruhig mal, für die nach der Wahl kurzfristig geänderten Ziele, etwas länger am sozialen Galgen baumeln lassen. Man braucht ja lediglich die einmalige Legitimation, der Rest findet sich dann ganz automatisch. Und wir alle wissen: abgegebene Stimmen haben definitiv nichts mehr zu vermelden. Das ist der knallharte Vorteil einer jeden anständigen Scheindemokratie.