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Von Medien und Politik totgeschwiegen: Drei Kirchen pro Tag in Frankreich attackiert

von DK

2018 wurden 875 Kirchen in Frankreich durch Vandalen attackiert, 3 pro Tag. 129 Kirchen wurden ausgeraubt. Im Jahr 2017 waren es 1.045 Fälle von Vandalismus und 109 Diebstähle.

Im März brannte bereits die zweitgrößte Kirche in Paris, Saint-Sulpice. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Zu Jahresbeginn brannte in Grenoble die Kirche Saint-Jacques, mehr als hundert Menschen mussten aus umliegenden Wohnhäusern evakuiert werden.

Der Februar war besonders schlimm: In die Kirche Notre-Dame-des-Enfacts in Nimes wurde ein Kreuz aus Fäkalien gemalt und die Hostie geschändet. Im selben Monat wurden der Altar der Kathedrale Saint-Alain in Lavaur in Brand gesetzt, Statuen und Kruzifixe zerstört. Zwei Teenager wurden deswegen verhaftet. Am 4. Februar wurde eine Statue der Muttergottes in der St.-Nicolai-Kirche in Houilles, Yvelines, zerstört, und wenige Tage später die Hostie und der Altar in der Kirche Notre-Dame de Dijon geschändet.

Kritiker werfen der Regierung vor, nicht genug gegen die Schändungen getan zu haben. Laurent Wauquiez, Chef der konservativen Republikaner, warf der Macron-Regierung und Medien vor, die Anschläge verschwiegen zu haben. »Saint-Sulpice ist nicht nur eine Kirche, es ist ein Teil unserer Identität. Dieses Schweigegebot muss ein Ende haben«, so Wauquiez laut Sun. Die oppositionellen Parlamentarier Annie Genevard und Philippe Gosselin haben einen Untersuchungsausschuss zum Thema Kirchenvandalismus gefordert.

Auch in Deutschland nimmt der Kirchenvandalismus zu: 2018 beschädigte ein »psychisch gestörter Mann« fünf Kirchen in Bamberg, im Februar wurde die Kirche St. Peter und Paul in Hochheim bei Wiesbaden zum zweiten Mal Opfer eines Anschlags.

Der Theologe und Blogger Dr. David Berger hat versucht, Zahlen zum Kirchenvandalismus in Deutschland herauszufinden, aber diese werden von der Deutschen Bischofskonferenz nicht herausgegeben, sagte Berger dem Deutschland Kurier. »Und selbst wenn sie sie hätten, kann es sein, dass sie zurückgehalten werden, um den Religionsfrieden zu wahren«, so Berger.