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US-Botschafter will BRD im Kolonial-Stil regieren

von WiKa

Waschen & Schminken: Kaum ist Greenhorn Richard Grenell aus US-Landen hier gestrandet, da versucht er sich sogleich in der deutschen Gutsherrenart beim Regieren. Seine erste Ansage galt deutschen Unternehmern. Sie möchten sich doch jetzt gefälligst aus den Iran-Geschäften zurückzuziehen, weil es den USA so besser gefällt. Vermutlich hat ihm vor seiner Abreise in Übersee niemand gesteckt, dass er hier an sich nichts zu regieren hat, sondern lediglich der Botschafter der „Useless States of America“ ist ist. Aber wie der Herr, so’s Gescherr. Kaum zieht der Herr Trampel aus Washington an der Leine, geht hier schon sirenenartig das Botschafter-Gekläffe los.

An anderer Stelle wird dieser Umstand wie folgt beklagt: Deutsche Kritik an US-Botschafter Grenell ❖ „Partnerschaft und Kasernenhof-Ton schließen sich aus“ [SpeiGel auf Linie]. Dabei war der Anlass vergleichsweise lapidar. Nur weil die USA sich aus dem Atomdeal mit dem Iran verabschiedet haben, muss man ja nicht gleich die hiesigen Wirtschaftsunternehmen so rüde anherrschen. Um gemeinsam mit Israel ungestört entsprechende Kriegsvorbereitungen gegen den Iran zu unternehmen, muss doch der Grenell in Deutschland nicht sinnlos bellen. Jedenfalls nicht, soweit es sich nicht um taktische Ablenkung handelt.

Den USA geht es am Ende auch nicht wirklich darum ob der Iran eine Atombombe baut oder nicht. Die iranische A-Bombe ist hinlänglich bekannt und beschrieben. Und bei genauerer Betrachtung ist sie längst hochgegangen. Das wurde hier bereits beschrieben: Reaktion auf Trump: Iran verabschiedet sich vom Dollar[FerryHouse]. Das geschah aber schon zu Trumps Amtsantritt, nur gehört der bekanntlich nicht zu den Blitzmerkern. Zur Vervollständigung der Betrachtung fügen wir ein aussagekräftiges Bild besagter A-Bombe bei. Es lohnt sich die Beschriftungen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Exakt darin sind auch die Ursachen zu sehen, warum die USA mal wieder so mies auf den Iran zu sprechen sind. Dort in der Region gilt der Dollar nämlich seither nichts mehr. Und nichts ist kränkender für den Weltsheriff, als die Bedeutungslosigkeit seiner kleinen grünen Zettelchen, die man gemeinhin als Dollarnoten kennt.

Dass der neue US-Botschafter allerdings gleich den ersten Tag nutzt, um anzuzeigen, wer hier Herr im Haus ist, ist etwas ungeschickt. Das mag historische Ursachen haben und vielleicht hat der Grenell den Geschichtsunterricht der letzten 30 Jahre verpasst? Oder doch nicht? Immerhin hat Deutschland noch die ein oder andere kleine Überraschung in seiner Verfassung zu stehen. Genau die könnte Großmaul Grenell zu seinem Kolonial-Stil veranlasst haben. Schließlich ist sein Chef ein Big Business Man, der immer scharf auf die Kohle achtet. Sehen wir doch einfach mal in die deutsche „Verfassung“, die wir seinerzeit als Besatzungsstatut gestiftet bekamen. Späterhin tarnten wir selbiges lieber als Grundgesetz, um nicht dauernd daran erinnert zu werden, nicht Herr im eigenen Haus zu sein.

Ob Grenell um unsere schlechte Verfassung weiß

Vielleicht hat ja Großmaul Grenell tatsächlich unseren Artikl 120 des Grundgesetzes gelesen und sich gedacht, wenn die Deutschen nicht spuren, erhöhen wir demnächst einfach mal wieder die Preise für die Besatzung. Immerhin ist in diesem „Verfassungsartikel“ geregelt dass wir die Besatzungskosten zu tragen haben. Jetzt mag Angela Merkel einwenden, man habe in den letzten knapp 30 Jahren noch keine Zeit gefunden diese Petitesse zu korrigieren. Aber nicht umsonst wird uns an anderer Stelle immer wieder gebetsmühlenartig erzählt, dass das gilt, was geschrieben steht. Zumindest für den kleinen Bürger ist das so. Für die Regierung muss das nicht zwingend gelten, wie Angela Merkel uns fortlaufend vorführt.

Alles in allem hat die Bananen Republik Deutschland mit dem neuen US Botschafter exakt das bekommen, was sie nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch so dringend benötigte. Einen Gouverneur aus Übersee, der diesmal nicht ganz so leise bei seiner Regentschaft vorgeht. Hoffen wir mal, dass Angela Merkel auch den Artikel 79 des Grundgesetzes gelesen hat, der uns auch noch ein paar Rechte lässt. Dann wüsste sie nämlich, dass sie sogar berechtigt wäre, über den Abbau besatzungsrechtlicher Verhältnisse mit dem Großmal zu verhandeln. Danach hätte der dann gar nichts mehr zu vermelden. Eine so fortschrittliche Verfassung, die den Status des Dauer-Losers derartig zementiert, hat kein anderes Land auf diesem Planten. Nur den Artikel 146 des Grundgesetzes sollte man besser ignorieren, der könnte nämlich die Verfassungs-Illusionisten arg irritieren.