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Türkei: „Wir erwarten euch, ihr werdet in eurem Blut ersaufen“

von Birgit Stöger

Der türkische Nationalistenchef Devlet Bahceli, Wahlkampfpartner von Erdogan, hetzte am Sonntag in Izmir gegen den christlichen Westen und droht „Wir erwarten euch, ihr werdet in eurem Blut ersaufen“.

Devlet Bahceli (MHP), Verbündeter von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, der gemeinsam bei den türkischen Kommunalwahlen am 31. März mit dem islamischen Despoten antritt, zeigt, was auf die Europäer wartet, sollten sich ihre Tore für die islamische Türkei noch weiter öffnen.

Hier die wichtigsten Passagen seiner am Sonntag in Izmir gehaltenen Hetzrede, die der Tagesspiegel veröffentlichte.

„Seit wir Anatolien erobert haben, sind 948 Jahre vergangen, aber das Echo ist noch nicht verhallt, die Rechnung ist noch nicht beglichen. Diese Abrechnung ist eine zwischen der Nation der muslimischen Türken und den Sehnsüchten der Kreuzritter. (…) Auf der einen Seite dieser Rechnung stehen die türkisch-islamische Kultur und die große türkische Nation; auf der anderen Seite stehen uns die Tyrannen, die Verräter, die Imperialisten und leider auch die bei uns eingedrungenen lokalen Kollaborateure mit all ihrer Entschlossenheit gegenüber.“

„Wir sind des Überlebens unserer Nation willen zusammengekommen und treten den Feinden der Türken und des Islam und deren neuen Komplotten, Angriffen und Vernichtungsversuchen entgegen.“

„(Beim Massaker von Christchurch, die Red.) wurde wieder der Ruf der Kreuzritter – ‚Gott will es‘ – laut. Wir haben es mit mehr zu tun als nur mit einem Irren, Perversen, Terroristen. Dieser Nachfahre der Kreuzritter (Brenton Tarrant, die Red.) hat in den sozialen Medien ein schmutziges 70-Seiten-Manifest veröffentlicht, das voller Drohungen gegen die türkische Nation ist.“

„Ihr Kreuzritter! Kommt her, wir sind hier, dann werden wir ja sehen. Ihr Kreuzritter! Wir erwarten euch, kommt her, ihr werdet in eurem eigenen Blut ersaufen.“

„Es soll niemand sagen, es gehe nicht ums Überleben. Die Kugeln, die von dem Verbrecher in Neuseeland abgefeuert wurden, galten uns allen. Das vergossene Blut ist nicht nur das unserer unschuldigen und unterdrückten Brüder, sondern unser aller Blut. Ist jetzt klar, warum das Überleben so wichtig ist? Ist jetzt deutlich geworden, warum die Wahl vom 31. März eine Wahl des Überlebens ist?“

An dieser Stelle sollte nochmals daran erinnert werden, dass die EU die Beitrittsgespräche mit der Türkei zwar aktuell auf Eis gelegt hat. Diese können jedoch – je nach Großwetterlage – zu jedem Zeitpunkt wieder aufgenommen werden. Erst vor kurzem hatte der in Österreich geborene EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn bekundet, dass eine tiefere Zusammenarbeit mit der Türkei im europäischen Interesse liege und man wirtschaftliche Verbindungen im Rahmen der Zollunion durchaus vertiefen könne. (SB)

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