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Tod im Morgengrauen – Bonifatius und die Bekehrung der Germanen

Friesland im frühen Mittelalter. In den Wäldern westlich der Emsmündung, nicht weit von der Küste entfernt, ereignete sich ein Grauen erregender Mord, der bis heute ungeklärt ist und immer noch zahlreiche Fragen aufwirft: der Mord an dem englischen Erzbischof und Missionar Winfried Bonifatius und seiner Gefährten.

Der Film erkundet den Lebensweg des Kirchenmanns und liefert erstaunliche Erkenntnisse von Historikern und Archäologen. Neueste technologische Möglichkeiten ermöglichen ein anschauliches Bild der damaligen Zeit.

Am Morgen des 5. Juni 754 stürmte eine Horde schwer bewaffneter Männer das Zeltlager von Bonifatius. Als der berühmte Missionar erkannte, dass es kein Entrinnen mehr gab, ermahnte er seine Leute, nicht zu den Waffen zu greifen und keinerlei Gegenwehr zu leisten. Furchtlos und unbewaffnet trat er den Angreifern entgegen. Er wurde zusammen mit seinen 51 Begleitern – christlichen Priestern, Mönchen und Laienanhängern – brutal ermordet. Wer aber waren die Mörder? War es Raubmord? Oder ging es vielmehr um Macht, Intrigen und Politik?

Es war eine Zeit des Umbruchs und der Neuorientierung, die Völkerwanderung war zum Stillstand gekommen, jetzt prallten die unterschiedlichen Wertmaßstäbe gegeneinander. War es wirklich der Christianisierung zu verdanken, dass sich die germanischen Horden zu zivilisierten Kulturträgern entwickelten? Noch waren Kirche und weltliche Macht keine Gegenpole, und die Christianisierung bedeutete gleichzeitig Gebietserweiterung.

Die Missionsarbeit des Bonifatius hatte in vielen Gebieten der germanischen Stämme Früchte getragen, aber er hatte auch mächtige Gegner, die eigene Interessen verfolgten. Die religiöse Situation entsprach einer Mischung aus germanischen Glaubensanteilen und vagen christlichen Vorstellungen. Bonifatius hatte einen ungeheuren Schlag gegen die Ungläubigen gewagt:

Er hatte die uralte Donar-Eiche gefällt, die auf
einem wichtigen Kultplatz der Germanen stand.

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