Steuerlast der BRD immer brutaler

von Marilla Slominski

In diesem Jahr ist die Steuerbelastung in Deutschland so hoch wie noch nie. Von jedem erwirtschafteten Euro bleiben den Bürgern nur 45,7 Cent, 54,3 Cent gehen an den Fiskus und in die Sozialversicherung. 

Bis zum 18. Juli um 4.40 Uhr arbeiten die deutschen Steuerzahler nur für den Staat. Damit ist die Zeitspanne, in der die Bürger praktisch alle erwirtschafteten Einkünfte abführen müssen, in diesem jähr so groß wie niemals zuvor, erklärt der Präsident des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Reiner Holznagel.

Im Jahr 1960 lag der sogenannte Steuerzahlergedenktag noch auf dem 27. Mai, im Jahr der Wiedervereinigung 1990 fiel er auf den 24. Juni. Im gleichen Zeitraum sind aber auch die Leistungen des Staates gewachsen – von den Kita-Beiträgen bis zur Pflege. Die Digitalisierung verlangt enorme Investitionen in Bildung und Infrastruktur. Die Sicherung der Renten, Digitalisierung, Kita-Beiträge und Pflege verschlingen Milliarden.

Als Grund für die höheren Belastungsquote hat der BdSt die „heimliche Steuererhöhungen“ ausgemacht. Rund die Hälfte davon macht die „Kalten Progression“ aus, also die Steuermehrbelastung, die entsteht, wenn Einkommensteuersätze nicht an die Inflation angepasst werden., berichtet schwäbische.de.

Im Vergleich der 35 OECD-Staaten haben deutsche Singlehaushalte die zweitgrößte Belastung zu tragen: 49,7 Prozent. Nur in Belgien waren die Steuern und Abgaben im vergangenen Jahr mit 53,7 Prozent noch höher. (MS)