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RA Lutz Schaefer: Wir Bürger sind die Idioten? – Nicht die „Obrigkeit“ ??

Liebe Leser,

(118. Geburtstag meines Schwiegervaters, überzeugter Sozialdemokrat seit seinem 20. Lebensjahr bis zu seinem Tode im Jahre 1972, als niedergelassener praktischer Arzt behandelte er jeden Menschen, auch des nächtens, auch wenn die Bezahlung evtl. nur aus einem herzlichen Dankeschön, einem Kuchen oder 10 Eiern bestand),

heute reicht es nur zu einem kurzen Reisebericht, eine Reise zu einem Termin in Sigmaringen, dies im 21. Jahrhundert:

Abfahrt am 25. Oktober 2018, 8:00 Uhr, die Frisur meiner wackeren Anette sitzt, das Autoradio ist auf „Verkehrsnachrichten“ getrimmt, das Navigationsgerät weist eine Ankunftszeit in Sigmaringen aus: 12.30 Uhr; na, wir planen mal Stau-Verzögerungen ein, dennoch also noch Zeit genug für ein Gespräch mit dem Mandanten vor dem Termin um 14:00 Uhr.

10:00 Uhr, Bruchsal, wir nehmen ein kurzes Frühstück ein, die Frisur meiner wackeren Anette sitzt. 11:20 Uhr, trotz einiger Stauungen erreichen wir das Autobahn-Kreuz Stuttgart und fahren ab auf die A 81 Richtung Singen/Bodensee, keine Störungsmeldungen, weder im Radio noch auf den Verkehrs“informationen“, welche sich immer wieder über der Autobahn zeigen, die Frisur meiner wackeren Anette sitzt.

11:40 Uhr, das Autoradio meldet einen Stau vor der Abfahrt „Gärtringen/Herrenberg“, nun, aber da stehen wir bereits auch mittendrin, Abfahrtsmöglichkeiten: Keine! Wir erfahren jetzt über das Radio, daß die A 81 bei Herrenberg in Richtung Singen komplett gesperrt ist (in den frühen Morgenstunden war ein Teerlaster umgekippt, die Fahrbahn muß folglich komplett gereinigt werden…), so, so, in den frühen Morgenstunden des 25. Oktober wurde bereits gesperrt!! Die Frisur meiner wackeren Anette sitzt!!

Der Verkehr wurde von der A 81 abgeleitet, nämlich in und durch das Städtchen Herrenberg, allerdings kein Grund für die örtliche Polizei, evtl. diesem außergewöhnlichen Ereignis Rechnung zu tragen, also z.b. dem Durchgangsverkehr Vorrang zu gewähren und den innerörtlichen Verkehr umzuleiten, Ortskundige gibt es wohl genug!

Um ca. 15:00 Uhr (!) hatten wir wieder freie Fahrt Richtung Sigmaringen ( drei Stunden für ca. 4 km !), inzwischen wurde mit dem Mandanten und dem Gericht telefoniert, man räumte uns eine Frist zum Erscheinen bis 16:30 Uhr ein. Um 16:25 parkte meine wackere Anette vor dem Gericht ein, ihre Frisur saß.

Fazit, dieses ergibt sich aus einem kurzem Telefonat meiner wackeren Anette heute Abend mit der zuständigen Polizei, Kurzversion:

„Warum wurde die Vollsperrung der A 81 nicht bereits ab dem Kreuz Stuttgart gemeldet, es hätten sich für viele Autofahrer unzählige Ausweichrouten angeboten?“

Antwort der Polizei, diese sinngemäß:

„Melden Sie doch diese Problematik an das zuständige Verkehrsministerium!“

Antwort von Anette:

„Ich melde doch nichts an „Experten“, da geht doch eh alles schief!“

Antwort der Polizei, diese sinngemäß, da der Polizist am Ende der Leitung wütend war:

„Dann schaffen Sie sich wenigstens ein Autoradio an oder das neueste Smartphone mit neuesten Apps, dann wissen Sie immer, was los ist!“

Also kurz zusammengefasst: Wir Bürger sind die Idioten, net die „Obrigkeit“ und sonstige Einrichtungen!

Diese Impertinenz, ja Aggressivität gegenüber unschuldigen Bürgern erstaunt doch sehr; (ich mag mir deshalb gar nicht ausmalen, mit welcher Impertinenz und Härte gegen die nun mutmaßlich 15 Vergewaltiger in Freiburg vorgegangen wird, das dürfte im logischen Umkehrschluß allenfalls „im Kuscheln“ landen, denn gekuschelt wurde bzgl. dieser Herrschaften ja offensichtlich schon immer!?!)

Liebe Leser, wir/Sie sehen, daß die einfachsten Dinge eben nicht mehr funktionieren und man sich nun als letztes Mittel auf die Digitalisierung beruft, egal, welches Problem ansteht! Das soll wohl inzwischen auf allen Gebieten funktionieren, von der Kindererziehung mit „alexa“ bis hin zur optimalen Kleiderwäsche, eine einzige Bankrotterklärung!!

Was ist mir mal wieder speiübel; ach, das Autoradio meldete heute in den Nachrichten ebenfalls unentwegt, daß die Steuereinnahmen im Bund ’sprudeln‘. Zwei Meldungen weiter war allerdings stets zu hören, daß die Kommunen finanziell am Ende sind und die Armut in Deutschland exorbitant wächst, während die Kauflust der Deutschen weiterhin stabil ist…

Wie hier die Steuern zum ‚Sprudeln‘ gebracht werden, wissen alle Betroffenen, die vom Finanzamt mal eben auf eine Wahnsinnssumme ‚geschätzt‘ werden, die jeder Grundlage entbehrt, aber mit allen Mitteln ‚beigetrieben‘ wird, weiterhin haben wir gerade gehört, daß die Anliegerbeiträge für die Sanierung maroder Straßen im Ortsbereich selbstverständlich auf die ‚Anlieger umgelegt‘ werden darf, was nachhaltig zum Ruin der Hausbesitzer führt, was ja auch beabsichtigt ist.

Ich sagte schon füher: ‚What once were vices, are now habits‘, also was früher Verbrechen waren, sind jetzt Gewohnheiten. Wo bleiben denn z.B. die Kfz-Steuern ab, wenn die Straßen durch Sonderzahlungen saniert werden?

Genau deshalb wünsche ich nun eine geruhsame Nacht und „gute Gedanken“, Hoffnung für dieses Land habe ich nicht mehr, dafür grassiert hier viel zu viel Blödheit; wir werden in Bälde irreparabel ausgenommen und übernommen, bzw. aufgeteilt werden, das sehe ich ganz klar vor Augen!

Da an diesem gestrigen Tag absolut nichts in Ordnung war (unser Hundchen Ciro mußten wir auch noch mitnehmen, weil ein Hundesitter nicht aufzutreiben war und Ciro nichts mehr haßt als Autofahren), war dieses Drama zusätzlich zu bewältigen.

Der Gerichtstermin am VG Sigmaringen war dann die Krönung. Der Mandant wurde angehört und hatte zu allen Vorwürfen, die ihn von der Verwaltung zum ‚Reichsbürger‘ stempeln sollten, eine mehr als schlüssige Erklärung, so daß der Eindruck entstand, daß die Kammer der Klage im Hauptsachverfahren stattgeben würde, dies nach einer ‚Kurzberatung‘ von ca. 30 Minuten.

Das Urteil wiederholte dann jedoch die vernichtende Einschätzung im Eilverfahren und berief sich auf die obergerichtliche Rechtsprechung in Baden-Württemberg, die durch ein paar Militaria zuhause auf die Gesinnung schließt, welche den Reichsbürgern nachgesagt wird und wies die Klage ab, wobei noch ein echtes Waffendelikt nicht berücksichtigt wurde.

Liebe Leser, man bekommt langsam den Eindruck, daß die Gerichte gegen ihre eigene Überzeugung entscheiden, obwohl im Hauptsacheverfahren mit Anwesenheit des Klägers der individuelle Einzelfall beurteilt werden soll, dies unter Berufung auf die ‚Erlaßlage‘ und die obergerichtliche Rechtsprechung, die offenbar keine mutigen Abweichungen wie beim VG Dresden zulassen. Die Entwaffnung der Bürger marschiert, was kein Argument dafür liefern soll, den Kampf aufzugeben.

Erschwerend kommt hinzu, daß eine Berufung nur unter ganz engen Voraussetzungen möglich ist, aber dennoch versucht werden muß in der Hoffnung, daß die neuen Gedanken im Sinne des VG Dresden im Beschluß 4 L 1369/17 Schule machen mögen. Wir werden die Flinte nicht ins Korn werfen, aber eine Verhärtung ist allemal festzustellen.

Dann warten wir also zunächst einmal die Wahl in Hessen ab und meinen nach wie vor: c.c.M.e.d.