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Prof. Ulrich Teusch: Krieg vor dem Krieg – Welche Rolle spielen die Medien?

Prof. Ulrich Teusch, den wir bereits im letzten Jahr mit seinem Vortrag zur Lückenpresse in Aachen begrüßen konnten, referierte dieses Mal auf Einladung des Evangelischen Erwachsenenbildungswerks in Aachen Gedanken zu seinem geplanten neuen Buch.

Wir zitieren aus der Vorankündigung zu diesem Vortrag:

„Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.“

Für dieses gerne bemühte Journalisten-Bonmot finden sich in der Kriegsgeschichte zahllose Belege. Doch es trifft nicht den Kern des Problems. Genauer müsste es heißen: Das erste Opfer bei der Vorbereitung des Krieges ist die Wahrheit. Denn kein Krieg bricht unvermittelt aus.

Kriege haben einen Vorlauf, in dem Bevölkerungen systematisch bearbeitet, Feindbilder konstruiert und gepflegt werden, so dass der Einsatz militärischer Gewalt am Ende als plausible ultima ratio erscheint.

Zudem: Die hartbeinigen Propagandisten der alten Schule haben längst ausgedient. Heute sind hochprofessionelle PR-Strategen, „Kriegsverkäufer“, am Werk. Sie überlassen nichts dem Zufall und kreieren ein System, in dem Zensur, Propaganda, Werbung und Information kaum noch unterscheidbar sind.

Dass gerade in Demokratien die „Vermarktungsstrategien“ des Krieges ein Höchstmaß an Perfektion erreicht haben, überrascht wenig, sind doch Demokratien – anders als autoritäre oder diktatorische Regime – essenziell auf öffentliche Zustimmung angewiesen.

Im Vortrag wird diese beunruhigende Entwicklung an historischen und aktuellen Beispielen illustriert und analysiert.