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„Politiker verderben alles“: Polnische Bauern wollen Handel mit Russland

von Sputnik

Eine Protestaktion mehrerer Tausend Bauern aus verschiedenen polnischen Regionen findet am heutigen Mittwoch vor dem Präsidentenpalais in Warschau statt. Unter ihren Forderungen sind die Einschränkung der Importe aus Westeuropa und die Wiederaufnahme des Handels mit Russland.

Nach Angaben eines Korrespondenten von Sputnik vor Ort fordern die Protestierenden finanzielle Entschädigungen, die Kontrolle der landwirtschaftlichen Importe und die Erhöhung der Einkaufspreise. Die Teilnehmer der Aktion haben einen Sarg zum Präsidentenpalais gebracht, der den ihrer Ansicht nach beklagenswerten Zustand der polnischen Landwirtschaft symbolisieren soll. Einige der Demonstrierenden haben gelbe Westen angezogen.

Viele Protestler sind unter anderem damit unzufrieden, dass der russische Markt für sie geschlossen ist.

„Als der russische Markt offen war, konnte ich mir mit drei Hektar Kartoffeln einen neuen Traktor kaufen, und jetzt ist das unmöglich“,

sagte einer der Demonstranten gegenüber Sputnik.

„Die Politiker haben alles verdorben“.

Einer seiner Kollegen, der in der Schweineproduktion beschäftigt ist, klagte über das Lebensmittelembargo, das Russland in Gegenreaktion auf die Sanktionen des Westens verhängt hatte.

„Andere Länder kaufen sowieso unsere wertvollen Produkte und verkaufen sie nach Russland. Und wir gehen leer aus“, äußerte er.

Darüber hinaus beschwerte er sich über den Überfluss von westeuropäischen Nahrungsmitteln in den polnischen Geschäften:

„Wir produzieren wertvolles Fleisch, und die Polen essen importiertes Fleisch von schlechter Qualität“.

Die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und den westlichen Staaten hatten sich nach dem Umsturz in der Ukraine 2014 verschlechtert. Nach dem Beitritt der Krim zu Russland verhängten die USA und die EU politische und wirtschaftliche Strafmaßnahmen gegen Russland. Moskau konterte mit einem Einfuhrverbot für eine ganze Reihe von Lebensmitteln aus jenen Ländern, die zuvor Sanktionen gegen Russland verhängt hatten, und nahm Kurs auf Importersatz.

Die von dem russischen Nahrungsmittelembargo ausgelösten Verluste der westlichen Länder werden auf etwa 8,3 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt.