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Plus 600 Prozent: Deutsche, Japaner & Co sollen für US-Truppen mehr zahlen

Von Marco Maier

Die in Deutschland, Japan & Co stationierten Truppen werden künftig deutlich teurer. Trump will die Alliierten für den militärischen „US-Schutz“ stärker zur Kasse bitten und bietet Rabatte für besonders „folgsame“ Vasallen an.

Präsident Trump hat seiner Regierung befohlen, förmliche Forderungen an Deutschland, Japan und alle anderen Länder zu richten, in denen amerikanische Truppen stationiert sind, um den vollen Preis der auf ihrem Boden stationierten US-Soldaten zu zahlen, zusammen mit einer Prämie von 50 Prozent für das Privileg, sie zu beherbergen, berichtet Bloomberg unter Berufung auf ein Dutzend Verwaltungsbeamte und Personen, die über die Angelegenheit informiert wurden.

„In einigen Fällen könnten Nationen die amerikanische Truppen beherbergen dazu aufgefordert werden, fünf bis sechs Mal so viel zu bezahlen als sie es unter der jetzigen ‚Kosten plus 50‘-Formel tun müssen“, erklärt Bloomberg. Denn Trump hat sich schon früher immer wieder darüber beklagt, dass das Pentagon für das US-Imperium zu viel Geld aufwenden muss. Stattdessen sollen die „Alliierten“ (die eher mehr besetzte Vasallen sind) mehr Geld für die US-Truppen ausgeben.

„Das Team des Präsidenten sieht den Schritt als eine Möglichkeit, die NATO-Partner dazu zu bewegen, die Verteidigungsausgaben schneller zu erhöhen – ein Problem, das Trump seit seinem Amtsantritt mit den Verbündeten beschäftigt hat. Während Trump behauptet, sein Druck habe zu Milliardenbeträgen bei den Verteidigungsausgaben der Alliierten geführt, ist er über das, was er als langsames Tempo des Anstiegs ansieht, verärgert“,

so Bloomberg weiter.

„Wohlhabende, wohlhabende Länder, die wir schützen, stehen alle unter einer Abmahnung“,

sagte Trump in einer Rede am 17. Januar im Pentagon.

„Wir können nicht die Narren für andere sein.“

Im Verteidigungs- und Außenministerium sieht man Trumps Pläne mit Skepsis. Man befürchtet, dass sich wichtige Alliierte verabschieden und einige Länder die USA dazu auffordern könnten, ihre Truppen abzuziehen. Allerdings möchte man auch ein „Bonusprogramm“ anbieten: Wer seine Politik eng an jene der USA anpasst, soll Rabatte erhalten und weniger zahlen müssen. Eine massive Erpressungspolitik, die von den Transatlantikern in Europa sicher zum Anlass für eine stärkere Anbindung an Washington genommen wird.

Es zeigt sich hierbei wieder einmal, dass Washington seine „Alliierten“ prinzipiell als Vasallen sieht, die sich dem „amerikanischen Exzeptionalismus“ bedingungslos unterzuordnen haben.

Doch wie lange wird Washington dieses Spiel noch spielen können?