Medikamente werden knapp: Globalisierung sorgt für Engpässe

von III. Weg

Über 300 Medikamente sind zurzeit nicht oder nur begrenzt lieferbar. Betroffen sind unter anderem Schmerzmittel wie Ibuprofen, aber auch Zytostatika und dringend benötigte Antibiotika sind betroffen.

Ursache ist die Konzentration der Produktion auf wenige Firmen global. Neue Bestimmungen der EU könnten die Lage verschärfen. „Der III. Weg“ fordert die Einführung einer raumgebundenen Volkswirtschaft und setzt sich daher auch für die Förderung des Pharmastandorts Deutschland ein.

Deutschland war einst als „Apotheke der Welt“ bekannt. Ein Ruf, den sich Deutschland in der Kaiserzeit erarbeitete. Firmen wie Bayer, Hoechst, Agfa und BASF trieben den Fortschritt voran. Doch vom einstigen Ruhm ist heute wenig übrig geblieben. Denn die vormals deutschen Konzerne sind heute entweder zerschlagen oder haben längst eine undurchsichtige Eigentümerstruktur, hinter der oftmals schwerreiche Großinvestoren aus dem Ausland stecken. Zudem wurde die eigentliche Produktion Stück für Stück in Länder wie China oder Indien verlagert.

Im Zuge der Globalisierung entstanden so Stück für Stück Oligopole. Die Folgen machen sich neben inflationär steigenden Arzneimittelpreisen auch durch zunehmende Engpässe bemerkbar. Wenn einer der Produzenten ausfällt, trifft dies den Weltmarkt hart. Ein aktuelles Beispiel ist das Mittel gegen Bluthochdruck Valsartan. Der chinesische Hersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical hatte dieses Jahr verunreinigte Mittel auf den Markt gesetzt, die zurückgerufen werden mussten. Prompt vielen große Teile der verfügbaren Medikamente aus. Ersatz: vorerst nicht auftreibbar.

Valsartan ist dabei kein Einzelfall: Aktuell gelten 300 Medikamente als knapp. Betroffen ist unter anderem auch Ibuprofen, das bei Kopfschmerzen eingesetzt wird. Es gibt weltweit nur 5 Hersteller für das Mittel. Und einer ist dieses Jahr ausgefallen. Die Folge: seit Monaten ist das Mittel in deutschen Apotheken knapp. Gefährlich wird das Ganze jedoch, bei dringend benötigten Medikamenten wie beispielsweise Adrenalinspritzen für Allergiker oder Antibiotika.

Zu den bestehenden Engpässen kommt nächstes Jahr noch eine neue Fälschungsrichtlinie der EU hinzu. Die bewirkt, dass jedes Mittel eine Seriennummer haben muss. Der Aufwand für die Hersteller steigt, und das kann dazu führen, dass sich weitere Hersteller aus der Produktion bestimmter Arzneien zurückziehen.

Aus der Medizin kommt Protest. So sagte Professor Dr. Fritz Sörgel vom Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung Heroldsberg:

„Speziell wir hier in Deutschland hatten ja mal eine exzellente Arzneimittelindustrie. Das ist nicht mehr der Fall. Das heißt: Wir könnten – selbst wenn wir wollten – jetzt nicht innerhalb von einem Jahr beispielsweise die wichtigsten Arzneimittel wieder selber herstellen. Dass muss jedem Politiker klar sein.“

Es müsste also eigentlich im Interesse der Politik liegen, die nationale Produktion von Medikamenten zu fördern. Doch das gegen Teil ist der Fall. Schuld ist auch hier das alles bestimmende Motto im kapitalistischen Wirtschaftssystem: Geiz ist geil!

Die zentralisierte Produktion von Medikamenten sorgt dafür, dass Herstellungskosten sinken und somit die internationalen Großkonzerne ihren Profit maximieren können. Denn hohe Verkaufspreise bei niedrigen Produktionskosten führen zu einer enormen Gewinnspanne, von der einige Wenige dann profitieren können.

„Der III. Weg“ setzt sich für eine raumgebundene Volkswirtschaft ein. Ziel muss die größtmögliche Autarkie der deutschen Wirtschaft sein. Je mehr Produktionsstätten ins Ausland verlagert werden, desto größer wird Deutschlands Abhängigkeit. Der Erhalt wichtiger Schlüsselindustrien in Deutschland hingegen sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern schafft unserem Land auch ökonomische Freiheit. Nur durch eine Gegenentwicklung zum kapitalistischen Globalisierungsstreben kann in Deutschland der Weg für ein eigenes System abseits von Kapitalismus und Kommunismus frei werden: Der Weg zum deutschen Sozialismus.