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Hitler wollte keinen Polenhaß – nur Frieden

von Hans Püschel

Alle Berichterstattung überschlägt sich heute wieder, zum 75. Jahrestag des Polenfeldzuges. Die einen sachlich, korrekt, aufklärend und stets neue Erkenntnisse bringend wie Dr. Scheil in der JF und das gewohnte, uns für Alles schuldig machende Gedöns der systemtragenden “Historiker” in seinen Medien. Aktuell ein 3sat-Bericht.

Sie bedauern das arme überfallene Polen. Aber kein Wort von seinen Mobilmachungen, Drohungen, Mord und Verfolgung Volksdeutscher – wenn, wär es nur deutsche Propaganda gewesen -, dem Ausschlagen aller Verhandlungsangebote Hitlers bis zur letzten Stunde. Beschuß der Westerplatte.

Ach, übrigens: Was hatte denn – an und für sich – polnisches Militär auf der Danziger Westerplatte zu suchen? – hätte ich gern den Kommentator gefragt. Auch, als später Landser im Bericht erzählen, was sie in Paris an Seidenstrümpfen und Chic einkauften, artig bezahlten und nach Hause mitnahmen. Da hätt ich gern den Kommentator gefragt, warum die Russen, Amis, Engländer und Franzosen nach ihrem Siegen nicht auch bezahlt haben, für alles, was sie mitnahmen bzw. plünderten. Gar kriegsgefangenen Landsern die Taschen ausraubten.

Guck mal einer an:

Auf welcher Seite kämpften denn nun die anständigen Soldaten, Befehlshaber und Staaten?

Und daß Hitler die gesamte britische Armee in Dünkirchen entkommen ließ nur aus Dummheit, nicht als Friedensangebot an England? Später kommt natürlich der Überfall auf die ach so friedliche Sowjetunion, von deutscher Propaganda zum angeblichen Präventivkrieg erklärt.

Hat der “Historiker” im Fernsehn nicht mitbekommen, was seit 1990 in Rußland und Deutschland an Fakten ans Licht kam bezüglich Stalins unmittelbar bevorstehenden Überfalles auf Deutschland und Europa? Daß ihm Hitler mit seinem unvergleichlichen strategischen Gespür nur um wenige Tage zuvorgekommen ist? Allerdings fünf Sätze weiter verplappert der Histori-tor sich – merkt das aber gar nicht – mit der Feststellung, daß den 3,5 Millionen Landsern auf der anderen Seite 5 Millionen Rotarmisten gegenüberstanden. Uups…

Wieso hatte der friedliche Stalin über fünf Millionen Soldaten an der Grenze?

Das macht man doch nur für den Krieg oder gegen einen erwarteten Angriff? Was denn nun? Zum Glück sagt das Kommentatörchen nichts von der dreifachen Menge russischer Panzer, Kanonen und Flugzeuge und den weiteren Millionen Rotarmisten in der zweiten Reihe – also sozusagen hinter ARD und ZDF. Denn sonst wär er womöglich doch noch rot geworden über seine Lügengeschichte.

Auf jeden Fall kann man – wenn man aufmerksam zuhört oder liest – immer und überall die Haare in der Suppe finden. Das Nichtgesagte erzählt oft mehr als der ganze Text – 30 Jahre Übung unter DDR-Doktrin. Und genau DIE Übung ist heute Gold wert.

Auch in dem hervorragenden Artikel von Dr. Scheil über den Kriegsausbruch. Zum Schluß berichtet er darin, wie die Bromberger nach langem Marsch mit 5.000 anderen an der Friedhofsmauer von Lowicz standen und die Polen schon ihre Maschinengewehre aufstellten. Da schlugen die ersten Granaten ein, weil die Deutschen davon erfahren und den Angriff vorverlegt hatten. In letzter Sekunde sozusagen.

Sonst wären es 1939 mehr als fünftausend ermordete Deutsche!

Für die jede Hilfe zu spät kam. Der Haß wuchs, natürlich, bei den Soldaten und den Deutschen, die den polnischen Haß erlebten. Aber was bemerkenswert ist – wie Scheil ermittelt hat: Die Deutschen im Reich erfuhren davon weniger, denn Presse und Rundfunk berichteten zurückhaltend über die polnischen Verbrechen. Die unmittelbaren Berichte der Soldaten daheim bezeugten viel Schlimmeres.

Wieso das – fragt man sich. Keine Propagandaschlacht wie die anderen mit abgehackten Kinderhänden oder heute mit abgeschossenen Passagierflugzeugen, mit Massakern im Irak und Syrien? Ein Staatschef, der solches nicht ausnutzt? Ausgerechnet der böse Hitler will keinen – eigentlich berechtigten – Haß schüren gegen Polen?

Gut, er hatte bis zum 1. September unheimlich viele Affronts ausgehalten, um Frieden verhandelt mit Gott und der Welt; Polen mehr Zugeständnisse angeboten als je ein deutscher Politiker vor ihm. Aber nun – im Kriege? Die Tür zum Frieden offen halten? Kein Porzellan zerschlagen?

Waren die vielen Friedensangebote Hitlers an England etwa ernst gemeint?

Wollte er gar ernsthaft das Polen in seiner alten Gestalt, also dort, wo eben mehrheitlich Polen lebten, wieder herstellen? Womit auch sein Stellvertreter Heß als persönlicher Friedensunterhändler nach England flog? Friedensangebote, die keiner haben wollte?

Ja aber, dann wäre es doch offenkundig so, als ob die Alliierten nur Krieg gewollt hätten, den totalen Krieg gegen Deutschland, zur totalen Zerstörung Deutschlands! Und also würden dann doch all die Festredner des heutigen Tages nur Lug und Trug erzählen! Gestern, heute und morgen?

Dr. Scheil führt dies nicht weiter aus. Er legt sich ja auch so schon weit genug aus dem Fenster. Und deshalb ist’s gut, wenn wir aufpassen und die weiteren Haare aus den Suppen fischen und auf die öffentliche Leine hängen zum Trocknen und genaueren Betrachten …