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Interview mit Gerd Schultze-Rhonhof

Am 1. September 2009 jährt sich der Beginn des 2. Weltkrieges zum 70. Mal. Dies wird der Anlaß einer breiten Berichterstattung zu diesem Thema sein, bei dem insbesondere seitens der internationalen Zeitgeschichtsforschung in den USA, UK, Israel und Rußland in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer wieder neue Aspekte erforscht und publiziert wurden, die keinerlei Eingang in die bundesdeutschen Geschichtsbücher, die BRD-Medien oder den offiziellen Politikverlautbarungen gefunden haben.

Gerd Schultze-Rhonhof hat in seiner Publikation „Der Krieg, der viele Väter hatte“ die Forschungsergebnisse in erster Linie aus dem Ausland zusammengefaßt und ein neues und erweitertes Bild der Kriegsursachen entworfen.

Vortrag von Dr. Michael Vogt über die Geheimakte Hess

„Der Englandflug von Heß und die Instrumentalisierung der Zeitgeschichte“

Als Prof. Vogt 2004 die zunächst für N-TV vorgesehene, zweiteilige Dokumentation über den bis heute mysteriösen Englandflug des „Führerstellvertreters“ Rudolf Heß vom Mai 1941 drehte und dieser dann insgesamt siebenmal auf n-tv ausgestrahlt wurde, hatte er gleich gegen mehrere BRD-Denkverbote verstoßen:

Die Kriegsschuld am und im 2. Weltkrieg ist klar disloziert: Die Schuld am Ausbruch und an den Stufen der Ausweitung liegt bei den Deutschen. Punkt. Hier andere Aspekte anzubringen und die Kriegstreiberei der Politik Churchills anzusprechen, ist ein solches Tabu.
Gleichermaßen klar hat das Bild bei den Kriegsverbrechen zu sein: eine deutsche Spezialität, allenfalls bei deren Verbündeten noch zu finden. Punkt. Daß wir es bei Churchill mit einem ganz Großen in der Riege der Kriegsverbrecher des 20. Jahrhunderts zu tun haben, verstößt gegen geltende Lehre.

Die Nazis wollten Krieg. Ihre Gegner wollten Frieden. Punkt. Daß der britischen Regierung gleich ein ganzes Bündel von Friedensvorschlägen über mehrere Jahe verteilt vorlagen und Churchill gemäß seines „bon mot“, England werde den europäischen Krieg verlieren, aber den Weltkrieg gewinnen, unbedingt letzteren, also das Einbeziehen der USA und der UdSSR betrieb, paßt nicht zum wohlgehüteten Image des späteren Nobelpreisträgers.

England ging es 1939 um den Beistand für das überfallene Polen und dessen Freiheit. Daher die Kriegserklärung an Deutschland. Punkt. Daß Churchill die Polen, als er die komplette Räumung der durch die Wehrmacht besetzten Gebiete angeboten bekam, verriet und ihm die Polen und deren Freiheit und Unabhängigkeit komplett gleichgültig waren, will man nicht hören.

Der greise Heß hat in Spandau seinem Leben ein Ende gesetzt und sich erhängt. Punkt. Daß weder die Autopsie dies bestätigt noch der vermeintliche Selbstmord technisch und medizinisch überhaupt möglich war und vieles für ein britisches Nachhelfen spricht, darf man hierzulande nicht einmal denken, geschweige denn sagen.

Auch wenn diese Gedankenverbrechen an sich verwerflich genug sind, das Schlimmste war, dass mit den TV -Ausstrahlungen das Ghetto, in dem solche mentalen Übeltäter verbannt sind, verlassen wurde und plötzlich eine breite, eine mit einem solchen Thema „unbeleckte“ Öffentlichkeit erreicht wurde. Und damit wird das Fass der Tabubrüche zum Überlaufen gebracht.

Warum ist das alles so entscheidend? Denn ob nun der Heßflug vor 70 Jahren mit einer Friedensofferte Hitlers einherging oder nicht – könnte das heute nicht komplett egal sein?

Geschichtsdeutung ist ein Herrschaftsinstrument. Die herrschende Geschichtsschreibung ist nicht nur die Geschichtsschreibung der Herrschenden, sie ist damit zugleich ein Instrument zum Herrschen und Beherrschen. Und umgekehrt. Solange die deutsche Geschichte als Herrschaftsinstument missbraucht wird, kann auch keine Emanzipation deutscher Politik von den sie beherrschenden Kräften erfolgen. Beteiligung am Aggressionskrieg auf dem Balkan, Kriegseinsatz in Afgahnistan (wenn es nach Merkel gegangen wäre, auch gegen den Irak und auf Pfiff natürlich gegen den Iran), Libyen, Euro und EU-Mitgliedschaft, Verschweigen westlicher Kriegsverbrechen, bedingungslose USA-Hörigkeit – all das in deutschem Namen ist nur denkbar, weil deutsche Politik Vasallenpolitik ist, weil Inferiorität Staatsräson der BRD ist und weil all dies aus dem Schuldkult einer herrschenden Geschichtsschreibung resultiert, die von 1933 bis 1945 nur einen einzigen Verbrecher und nur eine einzige Verbrechernation kennen (dürfen). Insofern impliziert das Deutungsmonopol über die Zeit 33/45 zugleich das Lenkungsmonopol über die deutsche Politik von heute.

Interview mit Dr. Michael Vogt über die Geheimakte Hess

Weltgeschichte schrieb Rudolf Heß, Reichsminister und Stellvertreter Adolf Hitlers, als er am 10. Mai 1941 allein in seiner Me 110 nach Schottland flog, um Friedensverhandlungen mit den Briten aufzunehmen. Dieser und alle weiteren spektakulären Wendepunkte im Leben von Rudolf Heß bis hin zu seinem Tode sind noch immer von Mysterien und Legenden umrankt. Michael Vogt hat diesen Film produziert und spricht mit Jo Conrad über die Geheimnisse des Heß-Flugs als auch dessen mysteriösen Tod.

Jetzt deuten neue Archivfunde aus England darauf hin, dass die britische Regierung die deutschen Friedensangebote von Anfang an torpedierte: Churchill spielte auf Zeit, um die USA und die Sowjetunion in den Krieg zu ziehen.

Wurde Heß bis zu seinem Tod inhaftiert, um dieses Vorgehen, das Millionen Menschen Gesundheit und Leben kostete, zu verschleiern?

Das letzte Rätsel gab sein plötzlicher Tod auf. Die alliierten Behauptung eines Selbstmords wurde von Augenzeugen und Sachverständigen umgehend in Zweifel gezogen.

Die Dokumentation zeigt bislang unbekannte Filmaufnahmen von Rudolf Heß, sensationelle Dokumente aus englischen und privaten Archiven sowie Statements von Augenzeugen und namhaften deutschen und britischen Wissenschaftlern.