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Für alles kein Gesetz – „BGB Palandt“

Der Palandt ist ein nach Otto Palandt benannter Kurzkommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) und einigen Nebengesetzen. Der erstmals 1938 und in aktualisierter Auflage seit 1949 jährlich erscheinende Kommentar zählt zu den wichtigsten Standardwerken der deutschen Rechtswissenschaft und zum ständigen Handwerkszeug fast aller Juristen im Zivilrecht. Verlegt wird der „Palandt“ im Verlag C. H. Beck als 7. Band in der Beck’schen Kurzkommentar-Reihe.

In wissenschaftlich umstrittenen Einzelfragen beschränkt sich der „Palandt“ oft auf die Wiedergabe der Rechtsprechung und der herrschenden Meinung, was seinem primären Einsatzzweck als einbändiges Handbuch für Praktiker Rechnung trägt. Der Palandt ermöglicht den schnellen Einblick in das jeweils interessierende Rechtsgebiet, ist sehr aktuell und inhaltlich breit angelegt. Andererseits kann er als Kurzkommentar auf Grund des begrenzten Umfangs nur ein Mindestmaß an Information bieten, weshalb er häufig lediglich für den Einstieg in eine Falllösung ausreicht.

Die Entstehung des „Palandt“ vollzog sich in der Zeit der NS-Diktatur auf staatliche Weisung. Ziel des NS-Regimes war es, in der Rechtspraxis die verzerrte, durch die nationalsozialistische Ideologie geprägte Auslegung des BGB zu fördern und zugleich den Einfluss mehrerer vor 1933 erschienener BGB-Kommentare zu beseitigen, deren Verfasser zum Teil jüdischer Herkunft gewesen waren. Auch die Beck’schen Kurzkommentare basieren auf den vom jüdischen Juristen Otto Liebmann begründeten Liebmann’schen Taschen- bzw. Kurz-Kommentaren. Band 7, die Erläuterungen zum BGB, stammen von drei jüdischen Juristen.[1]