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Dies und Das – Huawei, Flugzeuge und „nette“ Organ-Ausschlachter

Zunächst kurz zu den bemannten Mondflügen, weil es mal wieder aufkam: Die Russen hatten den ersten Satelliten in einer Umlaufbahn und sie haben noch heute die Führung; ohne sie wäre kein ami auch nur die paar Hundert km weit weg in der ISS – aber eins hat die schon immer führende Raumfahrt-Nation Russland *nicht* gemacht oder auch nur versucht, nämlich Kosmonauten auf dem Mond landen zu lassen. Ausserdem gibt’s keinen mc donalds auf dem Mond, so dass amis dort sowieso nicht überleben könnten.

A propos fliegen und wilde Märchen: Die israelis haben ja das „iron dome“ System, das angeblich absolut alles aus der Luft abwehren kann. Wohlgemerkt, ich lache die israelis nicht einfach aus; die sind technisch in vielem durchaus ernst zu nehmen und u.a. bekannt dafür, (wie auch im Fall iron dome), ami Waffen-Systeme sozusagen als Grundmaterial zu nehmen und sie dann (teilweise erheblich) zu verbessern.

Kurz, iron dome ist das absolut Beste, was aus ami Luft-Abwehr Technik zu machen ist (und *erheblich* besser als die ami Systeme). Entsprechend haben die israelis auch immer mal wieder ziemlich große Sprüche gemacht.

Aber: Als dieser Tage die Hamas, die unter erbärmlichen Umständen sozusagen aus Schrott irgendwie Waffen bauen muss, ein paar (ziemlich primitive) Raketen Richtung israel abfeuerte (die auch nicht trafen) … versagte das tolle viel gepriesene iron dome System der israelis komplett und zwar wirklich peinlich.

Übertroffen wurde diese Peinlichkeit nur noch von der amtlichen Ausrede: Die iron dome Raketen hätten erkannt, dass die Hamas Raketen kein wichtiges Ziel treffen und hätten sie deshalb nicht abgeschossen.

In Moskau dürfte man gelacht haben, denn die israelis haben bereits mehrfach gesagt, dass ihre Systeme auch alle russischen Raketen abfangen können. Na ja, vielleicht in der zweiten Hälfte dieses Jahrtausends (falls es israel dann noch geben sollte)

Da wir gerade in der Region sind: Auf welche Weise isis kräftig verdient hat, ist ja bekannt. Die haben Öl geklaut und verkauft. Weniger bekannt allerdings dürfte sein, wie die „weissen helme“, die übrigens so ziemlich durch die Bank isis Mitglieder waren und zwar teilweise höherrangige, kräftig nebenher verdient haben: Mit Organhandel.

„Gespendet“ wurden die Organe von ausgesuchten Opfern, die zu diesem Zweck ermordet wurden. Die Entnahme der Organe soll übrigens durch westliche Ärzte erfolgt sein, die unter dem Deckmantel von Medizinern, die Hilfe leisten in die Region kamen. Nun ja, geholfen haben sie ja tatsächlich – beim Herausholen der Organe aus frisch Ermordeten.

Wahre Gutmenschen; die Sorte, die auch im Mittelmeer heftig Randale gemacht hat wegen den oh so armen „flüchtlingen“. Ich wäre übrigens nicht im mindesten erstaunt, wenn da auch deutsche Steuergelder mit im Spiel gewesen wären.

Damit wiederum sind wir auch beim Haupt-Thema. Ich serviere es als den (schlechten) Scherz, der es ist. Wisst ihr, wer nun amtlich kund getan hat, dass Huawei eine Gefahr ist? Der bnd, die Hinterhof-Aussenstelle der cia. Interessant übrigens, dass damit – wieder mal – auch die Frage geklärt ist, für wen der bnd arbeitet. Die deutsche Regierung oder gar das deutsche Volk sind es jedenfalls nicht.

Warum gibt es überhaupt diesen gewaltigen Aufriss um Huawei? Weil Technologien und Industrien nicht gleichwertig sind. Es gibt ein paar strategisch bedeutsame und Huawei ist da – keineswegs zufällig – an einer Stelle, an der sich zwei dieser strategischen Technologien und Industrien berühren, nämlich IT und Kommunikation. Weil wir gerade dabei sind: Luftfahrt ist eine weitere absolut entscheidende Schlüssel-Technologie.

Mit einer der wesentlichsten Gründe, warum die amis Jahrzehnte lang überall abgesahnt haben, liegt in der IT Technologie und Industrie. Es kam ja fast alles aus den usppa, aber vor allem eines war fest in ami-Händen: Prozessoren, die Kernbausteine.

Ich habe das ja gelegentlich schon mal erwähnt; den britischen 5-eyes Kumpels ließ man einiges durchgehen, insbesondere den „Arm“ Prozessor (der heute u.a. in praktisch jedem smartphone steckt).

Grund und Clou dabei: Die Firma dahinter verkauft nur Know-How und „Baupläne“, aber nicht die Prozessoren selbst; die Herstellung haben immer Firmen unter ami Kontrolle erledigt. Aber brits sind nunmal brits und so gelangten die Baupläne in diverse Hände und wurden zunehmend auch von nicht-ami Firmen produziert.

Auch die Russen haben eine Arm Prozessor Reihe („Baikal“) und natürlich auch die Chinesen. Aber die Chinesen haben noch weitaus mehr. Unter anderem und insbesondere die Technologie, Prozessoren zu entwickeln und auch herzustellen. Damit aber haben die amis nicht nur ihre nahezu absolute Machtstellung verloren, sondern, viel schlimmer noch, sie haben auch ihre Chancen, zumindest führend zu bleiben ziemlich sicher verloren (wenn kein Wunder geschieht).

Huawei ist sozusagen der real gewordene Alptraum der amis. Die meisten kennen Huawei nur vom Thema 5G, aber das ist „nur“ der Schlusspunkt. Huawei ist z.B. auch schon lange tief in anderen Netzwerk- und server-Bereichen. Nur mal als krasses Beispiel: Man könnte heute nicht nur ein Rechenzentrum sondern sogar den „heiligen“ europäischen Zentral-Knoten, das Decix, praktisch komplett mit Huawei ausstatten – inkl. den massiven „heiligen“ core routern.

Und, schlimmer noch: Huawei ist inzwischen nicht nur oft deutlich besser sondern vor allem auch deutlich billiger als alles aus dem westen.

Und nochmal: Das ist nicht irgendwelches China-Billigzeug; in deren routern z.B. steckt selbst entwickelte Prozessor Technologie, die in vielen Bereichen *besser* ist als das, was in den feinsten westlichen Kisten von cisco oder juniper steckt.

Das muss man wissen, um die 5G Aufregung zu verstehen. *Der* Grund für 5G ist nämlich nicht all das, was man so zu hören bekommt. Ja, 5G ist in mancherlei Hinsicht besser als 4G, aber die Welt könnte auch gut mit 4G leben, zumal man das ja auch verbessern kann (passiert eh praktisch immer).

Nein, der *wirkliche* Grund für 5G ist, dass die amis damit einen de fakto Standard schaffen wollten, der vor allem eines leistet, nämlich *ihnen* wieder die Kontrolle zu sichern.

Nur: Die Chinesen haben nicht geschlafen. Die haben nicht nur schön für 5G entwickelt, sondern sie haben auch selbst reichlich Patente entwickelt und den amis über Intelligenz und Leistung 5G quasi abgenommen. Inzwischen ist das so weit gediehen, dass so gut wie niemand das ami 5G Zeug kaufen will, weil die Huawei Produkte erheblich billiger *und besser* sind.

Und noch etwas hat Huawei getan: Man hat dort – anders als die amis, die einen möglichst kompletten und schnellen Umstieg auf 5G erzwingen wollten – Auf- und Umrüstungspfade für 4G Betreiber geschaffen. Anders als die amis brauchen die Chinesen keinen schnellen und kompletten Wechsel und sie haben Zeit, viel Zeit.

Und das ist sehr entscheidend, allerdings so gut wie nie in diversen „Dokumentationen“ und „Experten“ Runden aufgezeigt. Erklärung: 4G ist ja kein alter Käse und 4G ist, was die allermeisten Betreiber haben; und da hinein haben sie Milliarden und Milliarden investiert.

Das geben die nicht für Klimpergeld auf den Schrott, nur weil die amis Lärm machen. Wer diesen Betreibern 5G verkaufen will, der sollte (oder muss) *machbare, realistische* Wege der Um- und Aufrüstung bieten – was Huawei kann und tut – und ausserdem dauert es sowieso Jahre, einen Betreiber umzurüsten, selbst wenn der morgen früh unterschreibt.

Huawei ist das recht und mehr noch, Huawei bietet auch *ernst gemeinte* Unterstützung und Wartung für die vorhandene 4G Technologie.

Obendrein hat Huawei reichlich unerlässliche 5G Patente und hat auch an den internationalen Standards mit gebastelt (ist also nicht einfach zu übergehen). Natürlich könnten die amis die Patente ignorieren und klauen, allerdings hätten sie damit nicht nur die Basis für ihr „die bösen Chinesen stehlen unsere Technologie!“ Gejammer verspielt, sondern vor allem auch einen Krieg angefangen, den sie geradezu zwangsläufig verlieren würden.

*Das* ist der Hintergrund und *deshalb* gehen die amis jetzt den Weg von Genöle, Nötigung von Vasallen und Kidnapping. Bei einem sauberen Spiel hätten sie kaum eine Chance.

Aber es ist noch etwas zu sehen, das meist unbemerkt bleibt, tatsächlich aber strategisch wichtig ist: Für all diese Funk-Technologien sind zwei Werte entscheidend, nämlich 1) die Anzahl der (erhofften/vorhandenen) Nutzer und 2) die Dichte dieser Nutzer.

Erklärung: Funktechnik hat bestimmte Charakteristika, u.a. und insbesondere Reichweite und Übertragungsdichte (wieviel kann pro Sekunde übertragen werden). Klar, dass 1) sehr wesentlich ist, denn Datenfunk lohnt sich nur ab einer bestimmten Anzahl von Nutzern. Aber auch Faktor 2 ist sehr wichtig, weil er maßgeblich dafür ist, wie einfach und günstig man seine Investitionen wieder hereinholen und Profit machen kann.

Man kann das in gewisser Weise mit Hochsee-Fischerei vergleichen. Dass die Gesamtanzahl der Fische in einer Region wichtig ist, ist klar. Aber es ist auch entscheidend, ob die Fische in großen Schwärmen oder über die ganze Region verstreut sind. 5G ist sehr stark auf „Schwärme“ zugeschnitten; 5G braucht hohe Urbanisations-Raten und Besiedlungsdichte, u.a. weil es kurze Reichweiten hat und darauf angewiesen ist, in den recht kleinen Zellen viele Nutzer zu haben. Anders ausgedrückt: 5G ist gut für die ami Metropol-Regionen und für einen großen Teil Europas, vor allem Westeuropas.

In weiten Teilen Asiens, Afrikas und Süd-Amerikas aber sieht es anders aus. Zwar gibt es dort durchaus extrem dicht besiedelte Großstädte, aber es gibt auch riesige Gebiete, die dünn besiedelt sind. Dort macht 5G wenig Sinn und eine Aufrüstung auf 5G lohnt erst recht nicht wegen der hohen Zuführungskosten.

Und noch etwas ist wichtig: Diese Länder gehören, um es vornehm auszudrücken, eher nicht zu den reichen Ländern.

Diese Länder – die 2/3 der Weltbevölkerung ausmachen – brauchen einen Ausrüster, der ihre gesamte Bedarfsbandbreite in einem durchgängigen Konzept abdecken kann und zwar bitte günstig. Kurz, die werden bevorzugt bei Huawei kaufen.

In Rio de Janeiro 5G, in Hunderten kleineren, mittelgroßen und großen Städten 4G, von „4G light“ bis 4G+. Nebenbei bemerkt gibt es in weiten Teilen Asiens, Afrikas und Süd-Amerikas schlicht nicht die Grundlage für 5G; deren Problem ist nicht „Oh, wir haben nur 100 Mbit im Haus, geschweige denn auf dem Handy!“, deren Problem ist „es wäre super, wenn mal 3/4 der Bewohner 5 Mbit und 1/3 sogar 24 oder gar 50 Mbit hätten!“.

Selbst wenn die Telekoms dort bei amis kaufen wollten, so wären sie doch stets drittklassige Restefresser. Bei Huawei dagegen sind sie geachtete Kunden und, wichtig, sie haben einen Ausrüster, der ihre Situation sehr gut kennt und nicht herablassend lächelt, weil er nämlich selbst in einem Land ist, das sehr ähnliche Probleme hat.

Unterm Strich heisst das, dass Huawei *auf jeden Fall* Marktführer wird; schlimmstenfalls erst mit Verspätung im Bereich 5G, insgesamt aber jedenfalls und sehr bald.

Spielen wir das Spielchen noch ein bisschen weiter und nehmen wir an, es gelänge den amis, Huawei weitestgehend aus den werte-westlichen Ländern herauszuhalten …

Nur mal für den Überblick: Die usppa, gesamt eu-ropa, süd-korea und japan und australien haben Daumen mal Pi 1 Mrd. Einwohner. China alleine hat mehr. Plus der gesamte nicht-vernuttete Rest bzw die Länder Asiens, die schlicht kein 5G brauchen. Plus Afrika. Plus zumindest der größte Teil Süd-Amerikas. Macht plus minus 5 Milliarden (potentielle) Kunden, die allesamt ihre Netzwerke auf- und/oder ausbauen *müssen*, wenn sie nicht wirtschaftlich komplett abgehängt bleiben oder werden wollen.

Die meisten davon werden, zumindest zum größten Teil, 4G in irgendeiner Variante einsetzen – und das kann ein weiterer Vorteil für Huawei sein. Denn erstens sind Einnahmen Einnahmen, egal ob aus 4G oder aus 5G und zweitens und wichtiger: Was wird Huawei, das 5G in- und auswendig beherrscht und alles bis hin zu spezialisierten Chips dafür hat, wohl machen mit Telekoms, die den großen Teil der Menschheit als Kunden haben? Natürlich werden sie 4G+ und dann 4G++ entwickeln und Ausrüstung dafür herstellen – und die Ausrüster werden grundzufrieden sein (zumal sie ja für ihre Riesenstädte auch 5G bekommen können und zwar schön integriert in ein durchgängiges Konzept) und fleissig bei Huawei kaufen.

Und noch etwas ist zu sehen: Wenn wir schon Gedanken-Spielchen spielen, dann dürfen wir nicht völlig einseitig sein; dann müssen wir auch die inzwischen durchaus erheblichen und offen sichtbaren Verwerfungen z.B. in eu-ropa sehen und die Frage stellen: Werden nicht auch da, sozusagen mitten in den ami Kolonialgebieten, mehr und mehr Länder eine bessere Preis-Leistung-(tatsächlicher)-Bedarf Balance suchen … und bei Huawei kaufen? Mir scheint, die Antwort ist klar.

Ach ja, ich erwähnte es ja, dass es auch andere Schlüssel-Industrien gibt, Luftfahrt z.B. Die eu-ropäer können ein Lied davon singen, wie schmutzig die amis mit boeing spielen …

Wenn also nun rein zufällig – nicht, dass die Chinesen irgendwas damit zu tun hätten, Nein, rein gar nicht (dreckiges Grinsen)! – irgendjemand (vielleicht jemand, dem gerade die Tochter eines strategisch wichtigen Wirtschaftsführers gekidnappt wurde …) dafür sorgen würde, dass boeing in arge Bedrängnis gerät und gewaltig an Ansehen verliert, dann würden die eu-ropäer demjenigen gewiss nicht böse sein und auch eventuelle Aufklärungsarbeit in eu-ropa würde zuverlässig im Sande verlaufen …

Ja, womöglich gäbe es sogar eu-ropäer, die im Stillen der Meinung wären, dass das doch gar nicht schlecht wäre, wenn die Chinesen (und Russen) sich den Markt von boeing mit ihnen aufteilen würden.

Und wie es der Zufall so will, ist die boeing 737 Max (8 und 9) justamente in der äusserst umsatzträchtigen Klasse von Flugzeugen, in der Russen und Chinesen teils eigene und teils gemeinsame Produkte am Start haben (z.B. MC-21, CRC-929). Dass boeing zugleich ein wesentlicher Rüstungsbetrieb ist, macht die Sache (für die anderen, nicht für die amis) sogar noch schmackhafter und, wichtig, es lädt den klassischen boeing Konkurrenten lockheed geradezu ein, doch mitzumachen beim fröhlichen „wir schlagen auf boeing ein“.

Ich sage es mal so: Ich wäre nicht erstaunt, wenn die Tochter vom Huawei Gründer bald freigelassen und der Terror-Krieg gegen Huawei und China ein Ende fände. Allerdings – immerhin sprechen wir hier von amis – wäre ich auch nicht erstaunt, wenn man in washington nichts merkt sondern dumm weiter macht.

Das wirklich Interessante ist, dass die amis so oder so fertig haben. Den Krieg gegen Huawei *haben* sie bereits verloren und, schlimmer noch, China kann – und wird – das ausweiten.

Und nein, das ist nicht nur Spekulation.

Gerade dieser Tage erfuhr ich, dass Huawei als „Plan B“ (so nennen sie es) ein eigenes Betriebssystem in der Schublade hat; und zwar eines, das sowohl für ihre smartphones wie auch für ihre Netzwerk-Produkte taugt. Der aktuelle (Huawei rotiert seinen Chefposten) Chef erklärte dazu, man *wolle* aber weiter mit microsoft (windows) und google (android) arbeiten.

Erst mal: Natürlich will man das. Der Grund ist sehr simpel: Es gibt Milliarden an Benutzern von windows und android.

Aber man muss auch hier sehen, was ich oben zu 4G/5G ausführte. In sehr großen Teilen von Huaweis Märkten tickt man nicht wie bei uns; Wenn dort nicht windows sondern ChingChong auf dem – sehr günstigen und damit überhaupt erst mal erschwinglichen – Rechner ist, dann lernt man eben ChingChong.

An dieser Stelle werde ich nun splitten und einen allgemeinen Teil sowie einen für technisch Interessierte und/oder Versierte anbieten.

Zum allgemeinen: Das Betriebssystem ist sozusagen das bei der software, was bei der hardware der Prozessor ist. Es ist das entscheidende Kernstück und die Basis für alles. Und: Ein Betriebssystem ist sehr komplex und ziemlich umfangreich, was dazu führte, dass es nur sehr wenige gibt (es gibt zwar noch etliche mehr, aber die sind spezialisiert und/oder klein und bieten nicht, was für ein smartphone oder einen Bürocomputer gebraucht wird).

In der Tat ist die Aufgabe, ein Betriebssystem zu entwickeln derart komplex und immens, dass auch die Riesen (z.B. apple, cisco, etc.) nicht wirklich ein eigenes haben; was die haben, ist eine eigene Schicht über dem großen nicht eigenen (z.B. linux) System. Kleines, für die Leser hier interessantes Beispiel: Das („sichere“) russische Betriebssystem ist ein bisschen umfrisiertes linux.

Dass Huawei das überhaupt kann – und auch getan hat – sagt sehr viel – und das, was es sagt, dürfte die amis gewaltig erschrecken und viele in den Sicherheits-Apparaten vieler Länder aufhorchen lassen. Unter anderem und vor allem, weil Huawei damit einen Ausweg in Richtung Sicherheit anbieten kann – *wenn* es bereit ist, seinen Quellcode zur Prüfung zur Verfügung zu stellen. Dass Huawei dazu prinzipiell bereit ist, hat es gerade in Sachen 5G demonstriert.

Viele (insb. im werte-westen) werden nun sagen, dass das niemanden interessiert, weil es kaum Software (z.B. „Office“) dafür gibt. Aber ich widerspreche und sage, dass das durchaus klappen kann.

Warum? Weil Huawei ideale Voraussetzungen hat. Huaweis Märkte sind oft wenig anspruchsvoll und praktisch immer äusserst preis-sensibel. Zweitens würde Huawei mit zwei spezifischen Märkten beginnen, die traditionell weitgehend Hersteller-kontrolliert sind (smartphone und Netzwerk-Produkte). Drittens und ebenfalls sehr wichtig wäre der Kontext zumindest auch die Frage der nationalen Sicherheit; und an diesem Punkt hören Luxus-Diskussionen recht schnell auf. Kurz, Huawei könnte in relativ kurzer Zeit mit Zahlen wie „1 Milliarde Benutzer“ aufwarten und damit erhebliches faktisches Gewicht erreichen.

Und Huawei hat noch ein Ass im Ärmel: Huawei muss das Ganze nicht offen tun. Die könnten – und haben vielleicht schon – etliche Netzwerk-Produkte mit dem eigenen Betriebssystem ausgerüstet (aber mit einer Nutzer-Oberfläche, die sich z.B. nach linux anfühlt). Zweitens könnten sie smartphones als Hybride ausrüsten, also mit dem eigenen Betriebssystem und einer android Lage darüber (Hinweis: auch bei android selbst steckt unten drunter linux).

Nun kurz noch zu einem kleinen technischen Teil, den daran Uninteressierte ja einfach überspringen können.

Warum bin ich so interessiert und entzückt? Immerhin gab es bereits etliche „alternative“ smartphone Betriebssysteme, die aber alle entweder nicht richtig abgehoben haben oder aber verdrängt wurden oder leise ausstarben.

Weil das Huawei Betriebssystem ausdrücklich auch – und ich vermute sogar in erster Linie – für professionelle Netzwerk-Produkte entworfen und gebaut wurde. Das aber ist kein volatiler „Spielzeug“-Markt und es ist auch ein Bereich, wo Leistung und Sicherheit sehr wichtig sind. Und: Es ist von Interesse für die nationale Sicherheit.

Wie dürfte das HOS (Huawei OS, so nenne ich es mal) aussehen? Um das einzuschätzen, muss man mal schauen, was die beiden genannten Segmente Netzwerk-Technik (professionell) und smartphone so gemeinsam haben. Und es stellt sich heraus: Erstaunlich viel (unter der bunten Oberfläche von smartphones). Man bedenke, dass ein smartphone das Gegenstück zu 4G/5G und einigem anderem Netzwerk-Kram ist. Das gibt uns so einige Hinweise auf den Kern; ausserdem ist ein smartphone OS naturgemäß eine bunte Zucker- und Allerlei-Oberfläche und ein normales und etwas netzwerk-lastiges OS darunter (wie gesagt, siehe android).

Die definierenden Faktoren ergeben sich auch aus den beiden Segmenten. Vom smartphone kommt vor allem die Forderung nach niedrigem Stromverbrauch und von den profi Netzwerk-Geräten die Forderung nach hoher Verfügbarkeit; plus: beide haben hohen Sicherheits-Bedarf (der bislang sträflich vernachlässigt oder mit bla bla „erfüllt“ wurde).

Meine Einschätzung ist, dass man nicht auf linux setzt (zu schmutzig, zu chaotisch, zu gpl verseucht, zu fehlerhaft) sondern auf BSD (klassische Wahl im Netzwerkbereich, wirklich offene Lizenzen, gut koordinierte Entwicklung) und, so vermute ich, man wird von Minix gelernt haben (microkernel, höchst-Verfügbarkeit).

Die Prozessoren betreffend dürfte man x86, Mips, Sparc/Elbrus und wohl oder übel auch Arm addressieren. x86 wegen der Kompatibilität (desktop, server; ausserdem hat man die Technologie praktisch gekauft in zwei „Grauzonen“-deals), Mips weil die Chinesen da sehr viel investiert und entwickelt (und erstaunliche und erfreuliche Ergebnisse erzielt) haben und Arm, zumindest übergangsweise, weil praktisch alle chinesischen smartphone Hersteller (inkl. Huawei) (vor allem wegen android) auf Arm gesetzt haben.

*Wenn* die Chinesen ihr HOS wirklich gut gemacht (und nicht wie die amis erbärmlich geschludert) haben, was ihnen zuzutrauen ich absolut Grund sehe, dann haben die eine – auch strategisch – exzellente Position erreicht.

Und, seien wir uns darüber klar, der Huawei Chef hat das zwar höflich und nett formuliert, aber die Kern-Aussage ist glasklar: „Ihr wollt Krieg? Könnt ihr haben!“.

Übrigens halte ich es absolut nicht für zufällig, dass die Russen seit einiger Zeit hart durchgreifen, was „ihr“ (nationales) internet angeht. Und ich sehe noch einen Bezug: Die Russen haben nicht nur äusserst fähige Software Ingenieure, sondern sie haben auch massives Know-How.

Es würde mich absolut nicht wundern, wenn es da einen stillen deal gegeben hätte, bei dem die Russen an HOS mit entwickelt haben (ich behaupte, dass *niemand* bessere Voraussetzungen als die Russen, was sichere software angeht und ich weiss, wovon ich spreche) und die Chinesen im Gegenzug Know-How und Zugang zu Chip-Fertigung gegeben haben.

Abschließend: Wie bitte? In Neuseeland gab es eine Terroraktion, bei der der Täter um die 50 Muslime in einer Moschee gekillt hat? Ja, ja, ich weiss. Und um den TV Sendern (und Behörden) die Arbeit zu erleichtern hat er sich dabei auch gefilmt und seine Aktion life gestreamt. Wie praktisch. Und natürlich hat die Premier-MinisterIN auch umgehend verkündet, die Waffengesetze erheblich zu verschärfen.

Bitte weiter gehen. Hier gibt es nicht wirklich etwas zu sehen, ausser einer um Aufmerksamkeit kreischenden Inszenierung mit den „richtigen“ Opfern (nicht weiss, nicht christlich) und dem „richtigen“ „Täter“ (weiss, männlich).