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Der Mythos des „Dunklen Mittelalters“

Oft sprechen wir leichtfertig vom „Finsteren Mittelalter“. Die Epoche gilt als Synonym für Aberglaube, Elend und ein mühseliges Leben im Schmutz. Doch schon ein Blick auf die Baudenkmäler jener Zeit, lässt einen an diesem Vorurteil zweifeln, die Schönheit und Erhabenheit der gotischen Kathredalen spricht eine andere Sprache. Dazu kommen zahllose bürgerliche Bauten in den überall im Land aufblühenden Städten, wie Rathäuser, Brücken, Brunnen usw.

Bei genauem Hinsehen entdeckt man eine dreihundertjährige Blütezeit von Handel, Baukunst, Handwerk, Kultur. Der Motor dieses Wachstums könnte im damaligen Wirtschaftssystem liegen, welches dem weiblichen Prinzip folgte. Die sog. Renovatio Monetarum, die Gelderneuerung der Brakteatenwirtschaft, stellt de facto einen Negativzins dar und bewegte die Menschen dazu, ihr Geld in Umlauf zu bringen, anstatt Schätze zu horten.

Ein frischer, wenn auch etwas romantischer, Blick auf den gotischen Menschen und seine verkannte Zeit.