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Das Christchurch-Massaker: Genug Stoff für zwei Filme

Von Wolfgang Eggert

Mehr als andere Länder hat sich Neuseeland in den zurückliegenden Jahren für die Palästinensische Sache stark gemacht. 2015-17 waren die diplomatischen Beziehung mit Jerusalem darüber so weit im Keller, daß Benjamin Netanjahu seinen Botschafter aus Neuseeland abberief und Regierungschef John Key „aus privaten Gründen“ seinen Rücktritt einreichen durfte.

Mitte 2017 wurden die offenen Animositäten zwar halbwegs beigelegt, sie flammten aber wieder auf, als sich der Kiwi-Staat bis zur Regierungsebene hinauf für die weltweite, gegen die israelische Besatzungspolitik gerichtete Boykott, Disvestment and Sanctions (BDS)-Kampagne verwandte. (1)

Das ist nicht der, aber zumindest ein Hintergrund des jüngsten Anschlags, auf zeitlicher Ebene. Ein Hintergrund der zu einer Rache-Operation Israels passen würde wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Rache-Operation?

Ist das nicht eine etwas zu weit gehende Annahme? Nein, mitnichten. Benjamin Netanyahu warnte bereits 2016 den Neuseeländischen Außenminister, daß seine Unterstützung für eine UNO-Resolution, welche die Israelische Besatzungspolitik verurteilt, von ihm als „Kriegserklärung“ verstanden werden würde. Auch die BDS-Bewegung fasst Israel als Kriegserklärung auf. (2)

Fakt ist nun, dass Krieg, wenn nicht offen ausgetragen, auf der niedrigstufigen Ebene durch die Geheimdienste geführt wird. Wenn also Israels Meister-Dienst Mossad die Aufgabe erhalten hätte, sowohl die islamische Pro-BDS/Palästina-Bewegung als auch die neuseeländische Regierung abzustrafen bzw. anzugreifen, dann sollte das nicht verwundern.

Die Terror-Übung

Den besten Zugang dazu, also beides gleichzeitig zu besorgen, zwei Fliegen mit einer Klatsche zu schlagen, bot sich am 15. März 2019, als im neuseeländischen Christchurch eine Anti-Terror-Übung abgehalten wurde. Thema: bewaffnete Attentäter machen die Stadt unsicher. (3)

In diese Trainingssituation konnte man sich, wenn man einen deckungsgleichen Plan verfolgte, nun trefflich einlegen – ohne Verdacht zu erwecken. Der Mossad musste dazu lediglich verdeckt einen Sayan (V-Mann) in das neuseeländische Übungsteam delegieren, um ihn dann – ausgestattet mit seiner staatstragenden Funktion – in eine Moschee zu schicken. Wo er dann, Rache im Herz der neuseeländischen BDS-Bewegung nehmend, einfach um sich schießen musste. Dass dabei auch Lieblingsgegner ins Visier kamen liegt auf der Hand. Offiziellen Angaben zufolge blieben in dem Gotteshaus nicht weniger als 6 Palästinenser auf der Strecke. (4)

Die Erpressung der neuseeländischen Regierung

Der Eindruck, den dieses Szenenbild anschließend nach außen hinterlässt, ist katastrophal: Ein Staatsbediensteter entweiht, möglicherweise sogar voll im Rahmen der Übung, eine Moschee; der vereidigte Polizist nimmt dabei – wie der jüdische Terrorist Baruch Goldstein 1994 im besetzten Westjordanland- betende Muslime aufs Korn.

Um diesen Supergau für die neuseeländisch-muslimische Partnerschaft auch sicher zu dokumentieren musste der zur Tat fahrende Mann natürlich sein Gesicht zeigen – was er nachweislich auch per Kameraschwenk tat. Wenn Israel einen Erpressungsgegenstand gegen die neuseeländische Regierung brauchte, dann konnte sie sich kaum etwas geeigneteres als dieses „Ur-Video“ wünschen.

„Ihr kassiert Eure unfreundliche Politik uns gegenüber, und wir kassieren das Video nebst unseren Angestellten – oder wollt Ihr dass der vor Gericht aussagt, dass die Schießerei in der Moschee Teil des Übungsplans war?“

So kann man sich die auf den 15. März datierte Unterhaltung vorstellen.

Der landläufige Beobachter des Geschehens mag nun einwenden, das im Netz bekannt gewordene Video zeige doch gar keinen neuseeländischen Polizisten – sondern einen australischen Rechtsextremen. Das ist richtig. Und wiederum falsch. Das Gesicht, das man sieht, mag durchaus das des heute als „Täter“ behandelten „Aussies“ Brenton Tarrant sein.

Aber das wie ausgeschnitten erscheinende Ponim passt nicht zum darunter, bzw. die Standbilder zeigen es besonders deutlich, allzuweit dahinter befindlichen Körper. Es ist, das funktioniert auch bei Bewegtbildern, augenscheinlich durch Fotoshopping schlicht über das Gesicht des Übungsbeamten gesetzt worden.

Sündenbock Brenton Tarrant, in den Bewegtbild-„Live“stream per Fotoshop eingelegt (5) Hier, mit zu klein geratenem Kopf. Die Fotofälscher scheinen kaum Ganzkörperbilder Tarrants zu haben (6)

Dass die Arbeit eher schlecht als recht funktionierte erklärt sich durch den Zeitdruck, den die Fotofälscher hatten. Schließlich stand dieses nachbearbeitet Video bereits kurz nach der Moschee-Schiesserei im Internet. Dass es aber kein Livestream war erkennt man daran, dass Musik über dem Komplettwerk liegt, was im Prinzip nur durch nachträgliche Bearbeitung erklärt werden kann.

Rauskommen wird – nichts!

Am Ende des vermeintlichen Amoklaufs stellten zwei neuseeländische Übungsbeamte, wohl ganz nach Trainingsdrehbuch, in mehreren Autos „Sprengsätze“ sicher, darunter auch im Fahrzeug des Moschee-Schützen. Dazu verhafteten sie drei bewaffnete Gefährder, vermutlich allesamt eigene Kollegen, zwei streng nach Übungsplan unterwegs, der dritte aus der Spur gegangen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die neuseeländischen Polizei-Behörden ebendiese Menschgewordene Kalamität längst nach Israel entwischen ließen, ist alles andere als gering. Es würde gut erklären, warum 1. einige der Übungsbeteiligten gerade ihren Jahresurlaub antreten, 2. ihre Namen geheim gehalten werden und 3. warum das Gesicht des Verhafteten bei der Vorführungs-Show im Gerichtsgebäude unkenntlich gemacht wurde: es war ganz sicher nicht der Australier- und wahrscheinlich nicht einmal der Verhaftete.

Währenddessen klammern sich die Medien, auch auf Druck der 5-Eyes-Geheimdienste, an die vorsätzlich ausgelegten „Roten Heringe“: Fotoshoppings des „australischen Täters“, die klar zeigen, daß an ihnen rumgepfuscht wurde, und ein „Manifest“, das den Verdacht vom geframeten neuseeländischen Polizeiapparat weg bewegt, in Richtung „Rechtsradikale“. Dass die landeseigenen Polizeibehörden hier bereitwillig mitspielen, liegt auf der Hand.

Auch über die Hintergünde von Brenton Tarrant wird die Öffentlichkeit wohl kaum schlauer gemacht werden. Was wir wissen: Der „arbeitslose Spekuationsgewinner“ umreiste in den letzten Jahren die halbe Welt, wobei er sich angeblich nach Rechtsaussen radikalisiert haben soll. Ob das in Israel, in der Türkei oder im westlichen Urlauberparadies Nordkorea geschah, wird nicht erklärt.

In Pakistan, wo der angebliche Islamhasser nur 5 Monate vor den Schüssen von Christchurch ebenfalls weilte, scheint er sich sehr wohl gefühlt zu haben. In einem Facebookpost lobt er die Einwohner und indirekt auch die Regierung des muslimischen Landes. Tarrant soll im übrigen Mitglied eines rechten Tempelritter-Ordens sein, dem es u.a. darum geht

„islamistische Gruppen zu infiltrieren, um deren Terrorpläne den Behörden zu melden“. (7)

Die Vita spricht für Geheimdienstarbeit – was, dies ist bedauerlich, seinen Eltern öffentliche Stellungnahmen zur Verteidigung ihres Sohnes unmöglich macht.

Nachwürze in Holland

Hier könnten wir enden, wenn die Attentatsserie in Christchurch geendet hätte. Hat sie aber nicht. Nur 3 Tage später ging die Schießerei im holländischen Utrecht weiter – und zwar gleich an mehreren Stellen der Stadt, durch mehrere Gefährder. Bilanz: mindestens 3 Tote und ein halbes Dutzend Verletzte. Die Behörden sprechen von „Terror-Motiven“.

Bis vor kurzem kooperierten die Niederlande auf das Engste mit Israel – und hatten (nur Blauäugigen Zeitgenossen mag diese Direktverbindung erstaunlich vorkommen) lange Ruhe vor „Islamterror“. Das ist jetzt vorbei, wie es scheint. ´Selbst schuld´, mögen sicherheitspolitisch besser bewanderte Beobachter im Heiligen Land spotten. Um zu verstehen, was damit gemeint ist, hat man sich zu vergegenwärtigen, daß in den Niederlanden ansässige Palästinenser nur 5 Wochen „vor Utrecht“ zum ersten Mal das Recht erlangten, Westjordanland, Gaza und Ostjerusalem als ihre Geburtsorte in offiziellen Unterlagen anzugeben. (8)

Lediglich 4 Tage vor den Todesschüssen gab es in Holland eine jüdisch-christliche Demonstration gegen einen Parlamentsantrag der Parteienverbindung GrünLinks zur Unterstützung der Anti-Israel-Bewegung Boykott, Devestition und Sanktionen (BDS). Unter den Demonstranten, die sich vor dem Eingang des Büros der GrünLinken eingefunden hatten, war kein geringerer als der Oberrabbiner der Niederlande. (9)

Ort des Protests: Utrecht. Dort, in der Stadt und der erweiterten Provinz drumherum, ist GrünLinks, die bei den Parlametswahlen von 2017 mit knapp 9 % ihr bisher bestes Ergebnis erzielte, an der regionalen Exekutive beteiligt. Nur dort.

Übrigens: Wer nach einem Grund sucht, warum die so lange von muslimischem Terror verschont gebliebenen Holländer in Utrecht jetzt die Spur eines „türkischen Haupt-Täters“ serviert bekamen mag diesen in einer neuen Polteraussage des Bosporus-Sultans Erdogan finden. Der hatte sich zwei Tage zuvor zu der Aussage verstiegen, Netanjahus Sohn Yair sei als geistiger Brandstifter mitverantwortlich für das Blutbad von Christchurch. (10)

Conclusio

Dem israelischen Geheimdienst wird die Beteiligung an Covert Operations zur Last gelegt, die zum Teil erstaunliche Ähnlichkeiten in der Abwicklung aufweisen – so als folge der Strippenziehende Mossad einem Lehrbuch. Verschiedene Autoren bringen dabei immer wieder folgende Vorfälle ins Spiel:

• Berliner Weihnachtsmarkt (Breitscheidplatz), Dezember 2016: virtuelle Tat-Einbettung eines deutschen Geheimdienst-V-Manns

• Londoner Nahverkehr, 2005: virtuelle Tat-Einbettung von britischen Geheimdienst- V-Männern plus Abpassen einer Übung (11)

• Boston, 2013: virtuelle Tat-Einbettung von amerikanischen Geheimdienst-V-Männern plus Abpassen einer Übung

• New York/Washington, 2001: virtuelle Tat-Einbettung von amerikanischen Geheimdienst-V-Männern plus Abpassen einer Übung

Bzgl. Übungen siehe: 5 Terrorübungen, die wahr wurden (12)

Nach ähnlichem Muster verlief der Fall Utoya/Oslo (2011) der ebenfalls von einer Übung begleitet wurde: Hier zerlegte der Rechtsextremist Breivik erst durch eine Bombe das halbe Osloer Regierungsviertel um dann auf einer Insel eine Jugendgruppe abzuschlachten.

Wie in Christchurch so drängte sich schon damals in Norwegen der Verdacht auf, daß es sich in Wahrheit um eine nie ganz aufgeklärte Rache-Operation des Mossad handelte – gegen BDS.

Das sozialistische Jugendcamp auf Utoya war nicht zuletzt dem Thema Boykott gegen Israel gewidmet. Ringsherum standen entsprechende Transparente. Nur Stunden bevor Breivik (Tempelritter wie Christchurch-Hauptverdächtigter Brenton Tarrant) hier eintraf hatte die langjährige Ministerpräsidentin Norwegens, Gro Harlem Brundtland, dort einen Vortrag gehalten. Auch der Aussenminister gab sich die Ehre. (13)

Norwegen (Oslo/Utoya), Neuseeland (Christchurch), Holland (Utrecht). Alle drei Länder kamen kurz vor ihrem „Unglück“ der israelischen Politik in die Quere. In jedem der Fälle war, zumindest anfänglich, von mehr als einem Täter die Rede: In Utoya fragten sich kritischere Geister, wie die von Augenzeugen verbürgten Komplizen untertauchen konnten, obwohl Breivik auf seiner Facebookseite unverblümt einen Hinweis darauf gab. (14)

A propos Facebook und Einzeltäter: die Netz-Einträge der Manifest-begeisterten

„Einzeltäter“ von Norwegen und Neuseeland wurden noch ein letztes Mal aktualisiert, als das eigentlich gar nicht mehr ging. Breivik war da – ohne Computer unterm Arm – inmitten seiner Todesmission anderweitig beschäftigt. Den Hauptverdächtige von Christchurch hatte die Polizei zu diesem Zeitpunkt sogar bereits verhaftet.

Und, noch eine Parallele: bei Breivik gab es dieselben Fotoshopping-Olympiaden wie bei Tarrant. Breiviks sehr bekannt gewordenes „Dreierbild mit Mutter und Schwester“ ist nie auf natürlichem Weg entstanden: (15) Das Gesicht der „Mutter“ ist – zu weit nach links verschoben – ins Bild gepflanzt, ihr Hintergrund (wenn es überhaupt der Originale ist) nachträglich verwaschen, ihr Aneinanderstoßen mit der „Tochter“ rein anatomisch unmöglich.

Und hier finden wir Breivik ins Bild geschnitten: (16)

Möglicherweise ist das sogar ein Komplettpuzzle, denn der Kopf wirkt aufgesetzt, die Lampe links steht auf einer schrägen Achse und der Trinkbecher vor ihm ist offenbar von einem Kind eingeschnitten worden!

Wie FRECH kann man sein? Offensichtlich sehr frech – wenn die Medien und Behörden mitspielen.

So wie im Fall Christchurch.

Neu-See-Land

Die Frage, was am Chistchurch-Massaker echt ist und was nicht hat die gegendenkerisch veranlagte Internetcommunity übrigens schnell erreicht. Bereits Stunden nach dem Vorfall tauchten die ersten youtube-Videos auf, in denen das Ereignis in Zweifel gezogen wurde.

Die Hauptdiskussion entspann sich dabei an der Frage, ob das „Tätervideo“ tatsächlich eine lethal endende Aktion zeige. Gerade Amerikaner, die sich von Haus aus gut mit Waffen und derenden Auswirkungen auskennen, führten an, das Bildmaterial spreche dafür, daß hier unmöglich scharf geschossen worden sein könne. Für den Verdacht dass Platzpatronen im Spiel waren wurden folgende Argumente gebracht.

• Während des Gemetzels ist praktisch kein Blut zu sehen. Das gilt zu 100% für den ersten Durchlauf; was erklären würde, warum der „Täter“ noch einmal in die Moschee zurückkehren „musste“, um dann dort zumindest am Eingang eine Blutlache filmen zu können.

• Es finden sich keine Einschusslöcher in den Moscheewänden. Die müsste angesichts der hohen Schussfrequenz eigentlich von Garben renovierungsreif durchsiebt sein.

• Die gleiche Unlogik, nur diesmal noch krasser, taucht auf als der „Täter“ während der Flucht vom Fahrersitz seines Autos aus „durch“ die Frontscheibe „schiesst“ – das Glas sollte dabei großflächig zu Bruch gehen – was es aber nicht tut. Abgesehen davon ist der Knall zu leise, eine Rauchentwicklung findet erst gar nicht statt.

• Bestätigt wird das Phänomen der Phantom-Patronen noch einmal, als der Schütze die vor der Moschee gelegene Strasse unter „Feuer“ nimmt. Hier sieht man, am deutlichsten während des Films, den Auswurf der Patronenhülsen – die sich aber, ein Ding der Unmöglichkeit, in der Luft AUFLÖSEN! Die wenigen Patronen die, ohne das typisch klirrende Geräusch, scheinbar den Boden erreichen verschwinden dortselbst binnen Sekundenbruchteilen wie von Zauberhand. (17)

Letztere Szene ist die aufreizendste überhaupt, denn sie deutet sehr klar an, daß der sogenannte Livestream nicht einfach nur „nachbearbeitet“ wurde, sondern daß er im Ganzen nicht echt ist. Es legt nahe, dass der Schütze und die Geschehnisse samt und sonders in die Konserve einer Kamerafahrt eingefügt wurden, die am Drehtag völlig unspektakulär verlief.

• Das erklärt, gerade in dieser Kameraeinstellung, das ruhige Vorbeifahren von Autos inmitten des Kugelhagels, so als passiere hier überhaupt nichts.

• Es macht auch verständlich, warum wir am Tag des Freitagsgebets, wo der Platz vor der größten Moschee Christchurchs mit Menschen gefüllt sein sollte, niemand zu sehen ist. Selbst die Straße erscheint leer, abgesehen von zwei Gottesdienstbesuchern am Einfahrtstor, die – obwohl der „Täter“ mit Tarnuniform und 2 Gewehren direkt an ihnen vorbei läuft – keine Notiz von ihm nehmen. So als wäre er nicht da.

• Es macht begreiflich, warum 1. die Hompage der „Al Noor-Moschee“ nicht zu finden ist, während 2. die in Christchurch residierende zentrale Muslimvertretung MAC zwischen 2017 und dem 15.3. keine „News“ listet (18) und 3. der Internetauftritt der zweite „angegriffenen“ Linwood Moschee mit Stand 20.3. nichts zu den Geschehnissen vom 15.3. bringt.

• Und es erklärt nachträglich in die Presse gegebene Opferbilder nebst Rührstücken und Heldengeschichten, die, wie in anderen Fällen zuvor, z.T. manipuliert und vorbereitet erscheinen.

Wer profitiert bei diesem Ablauf?

Wurde der gesamte Film manipuliert dann fällt der Herstellerverdacht angesichts des großen Schweigens natürlich auf die Moscheen-Verwaltung und die neuseeländische Regierung. Die in diesem Fall zusammenhalten wie Pech und Schwefel. Fragt sich: warum? Was haben sie von diesem Vorgang?

Ein Motiv das beide Seiten verbindet ist Israels fortdauernder Konflikt mit Neuseeland und der muslimischen BDS-Kampagne. Wollte Netanjahu gegen diese Phalanx in die Offensive gehen, und zwar unblutig, dann drängte sich ein juristischer Feldzug gegen potentielle Scharnierstellen auf, darunter die einflussreiche, politisch auch im globalen Islamisierungsprozeß hochaktive Muslimbruderschaft, die ausgerechnet in Christchurch präsent war. (19)

Die „angegriffene“ und nunmehr fast heilig gesprochene „Al Noor“-Moschee soll in Verbindung mit ebendieser Bruderschaft gestanden sein, und Berichte, denenzufolge sie als Durchlauferhitzer für Islamisten diente, muß das Gotteshaus für den neuseeländischen Geheimdienst interessant gemacht haben. (20) (21) (22)

Selbstverständlich verfügte auch der israelische Mossad über diese Informationen, er wusste um Agenten die Neuseeland hier durchschleuste, und er kannte die Verbindungen muslimischer Vertreter mit Regierungsoffiziellen, auf der WhiteCollar-Ebene. Hieraus liess sich mit entsprechendem Willen ein belastendes Paket schnüren das, über eine medial aufgebauschte Anklage vor Gericht, erhebliche Folgen für die nationale BDS-Bewegung und die Regierung gleichermaßen gezeitigt hätte.

Man muss die Usancen und Verbindungen der Israel Lobby nicht erst über Jahre hinweg studieren, auch nicht den „Fall Waldheim“ kennen, um zu wissen wie effektiv derartige Prozesse politisch ausschlachtbar sind – erst recht wenn es gelingt, „nahe stehende“ Richter, Staatsanwälte oder Ankläger ins Rennen zu schicken. Der ehemalige Oberste Richter am Neuseeländischen Arbeitsgericht, Thomas George Goddard (eigentl. Tomasz Goldwag), wäre als Jude sicher angesprochen worden – er starb 24 Stunden vor dem Moschee-Massaker.

Befand sich ein solcher Prozess in Vorbereitung, dann wurde er durch die Ereignisse vom 15. März völlig matt gesetzt, denn Beschuldigungen gegen Opfer verbieten sich quasi von selbst. Mehr noch: Die Todesmeldungen gestatteten, wenn die Vorgänge virtuell waren, das Abtauchen ausgesuchter Personen.

Weiterhin konnte die neuseeländische Regierung auf diesem Wege restriktivere Waffengesetze auf den Weg bringen, was bereits Stunden nach der Schockernachricht genau so bekannt gegeben wurde.

Und, für die muslimische Seite von Interesse: der Amoklauf von Christchurch bediente ein Bild, das dem Islam widerrechtlich vorenthalten wird: Das des OPFERS. Gerade in den Tagen des „Moschee-Überfalls“ wurde Gaza wieder einmal von der Netanjahuregierung mit einem regelrechten Raketenregen eingedeckt – ohne dass sich die veröffentlichte Meinung großartig darum scherte.

Das „Blutbad“ von Neuseeland schuf nun diese Aufmerksamkeit und die Medien hatten allergrößte Schwierigkeiten, die Verbindung zur Gewalt in Nahost dabei nicht zu ziehen. Es ist ebendieser als Motiv taugliche Effekt, der zu einem israelischen Angriff gegen die Al Noor-Moschee in diesem Zeitfenster nicht passt. Er legt in diesem speziellen Punkt das genaue Gegenteil nahe: Dass sich die muslimische Seite ermutigt fühlte, aktiv zu werden.

Das Vorgehen musste nicht einmal mit der neuseeländischen Obrigkeit abgestimmt und konzertiert sein, auch die Prozess-Drohung brauchte es nicht – man konnte ganz alleine vorgehen, auf der Linie des eingangs vorgestellten isralischen Übungsszenario-Kaper-Plots, Israel dabei durch das Einbringen der geheimdienstlichen Rätselgestalt Tarrant (der 2016 das Heilige Land besuchte) still stellend.

Wer glaubt, daß die Muslimbruderschaft – Vatergesellschaft der Gaza regierenden Hamas – mit Terror nichts zu tun hätte, sollte sich noch einmal informieren. (23)

Zweifler sollten bei der Gelegenheit vielleicht auch einschlägige Geheimdienstunternehmungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan studieren, der als weltliche Gallionsfigur der Muslimbruderschaft firmiert.

„Sein“ Auslands-Geheimdienstes Milli Istihbarat Teskilati (MIT) hat sogar kriegsauslösende Terror-Aktionen im Programm. Erst 2014 brüstete sich MIT- Chef Hakan Fidan in einer abgehörten Sitzung gegenüber Erdogan und Außenminister Ahmet Davutoglu damit, jederzeit eine False-Flag-Operation mittels „unserer Jungs in Syrien“ lancieren zu können.

Er bot dabei an, einen Granatenbeschuss von jenseits der Grenze zu organisieren – gegen das türkische Gebiet – um so eine Rechtfertigung für einen Angriff auf Syrien zu haben. (24)

Im sogenannten „Bürgerkrieg“ gegen Assad war die Türkei über ihren Geheimdienst sowohl in die Unterstützung der Superfunditruppe ISIS als auch, an der Seite von Großbritannien, in mindestens einen falsch ausgeflaggte Giftgasangriff verstrickt. Anschließende Trauerbekundungen und ausgefahrene Anklagefinger gegen Assad mit im Programm. Demonstrative Trauer und Anklagen aus Ankara gab es auch nach Christchurch.

Während Youtube das Schussgewaltige Moscheevideo weltweit unter „Bann“ stellte, zeigt es Erdogan während seiner aktuellen Reden in voller Länge auf Riesenleinwänden. Schließlich wird am 31. März wieder einmal gewählt, in der Türkei. (25)

Auf dem Spielfeld der Politik wird mit harten Bandagen gespielt, wenn es der Sache dient gelten Menschenleben als Kollateralschaden. Versteckte Fouls und Lügen sind nicht Ausnahme sondern die Regel.

Nichts ist so wie es scheint, und manchmal scheint alles nichts zu sein.