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Anti-Islam Politik in China: Lager werden erst verschwinden, wenn der letzte Muslim „umerzogen“ ist

von Marilla Slominski

China – Die chinesische Regierung hat mitgeteilt, dass die Internierungslager, in denen Uigurische Muslime und andere Minderheiten verschwinden, eines Tages überflüssig sein werden. Die Gesellschaft werde sie irgendwann nicht mehr brauchen, erklärten die chinesischen Behörden am Dienstag. Sie würden damit andeuten, dass der Zeitpunkt gekommen sei, wenn jeder Muslim in China entweder dem Islam abgeschworen oder das Land verlassen habe, schlussfolgert The Daily Caller.

In den Internierungslagern, in denen die chinesische Regierung religiöse Minderheiten – insbesondere die uigurischen turksprachigen Muslime – festhält, sollen laut westlichen Medienberichten die Inhaftierten gefoltert, Kontakte zu Angehörigen unterbunden und einer Gehirnwäsche unterzogen werden. Rund 10 Millionen uigurische Muslime sollen in der westchinesischen Provinz Xinjiang leben. Dort geht die chinesische Regierung hart mit ihnen ins Gericht. Das Fasten im Ramadan sei ebenso verboten wie der Besitz und die Verbreitung des Korans, das Tragen eines Bartes und das öffentliche Beten, berichtet The Daily Caller.

Laut den Vereinten Nationen würden eine Million Uiguren in den Umerziehungslagern festgehalten. Die Chinesen streiten die Vorwürfe laut Spiegel ab. In den Lagern in Xinjiang werde den Muslimen eine Berufsausbildung angeboten. Sie würden dort Mandarin lernen und dazu angeleitet, „moderne Wissenschaft und chinesische Kultur zu akzeptieren“.

Daneben würde ihnen beigebracht, wie man Schuhe und Kleidung herstellt, sogar im Internethandel sollen sie nach Angaben der Regierung unterrichtet werden. Auch Halal-Essen werde ihnen angeboten, so Shohrat Zakir, Gouverneur der autonomen Region Xinjiang. Das Ziel der „Umerziehung“ sei, den „Nährboden für Terrorismus und religiösen Extremismus zu eliminieren“, bevor es zu islamischen Terroranschlägen komme.

Seit 2007 vergeht in der Region Xinjiang kein Jahr ohne Terroranschläge, berichtete Ende vergangenen Jahres die Junge Freiheit. 2009 brach eine uigurische Revolte in der Provinzhauptstadt aus. Damals tobte der islamische Terror in den Straßen, plünderte chinesische Geschäfte, verwüstete chinesische Quartiere und setzte Behördenstellen in Brand. 194 Menschen, mehrheitlich Han-Chinesen, starben.

„2013 schwappt die uigurische Gewalt ins chinesische Herzland. Auf dem Pekinger Tianmen-Platz raste ein Auto in eine Menschenmenge. 2014 attackierten schwarzgekleidete Personen die Passanten des Hauptbahnhofs von Kunming mit Messern und Macheten. Im Folgejahr attackierten drei Uiguren am Bahnhof von Guangzhou Zivilisten mit Messern“, so die JF.

Das Netzwerk des islamischen Terrorismus agiert weltweit und uigurische Muslime mischen kräftig mit. So seien auffällig viele Uiguren unter den Gefangenen in Guantanamo Bay gewesen und auch in den Reihen von al-Kaida seien sie zu finden. Die syrische Stadt Dschisr al-Schughur sei sogar unter der kompletten Kontrolle uigurischer Islamisten gewesen, nachdem diese die Freie Syrische Armee unterwandert hatten. Sie seien laut JF maßgeblich an der Vertreibung der dort lebenden christlichen Minderheit beteiligt gewesen.

Die chinesische kommunistische Regierung will mit ihren „Bildungs-Lagern“ offensichtlich jede Form von religiösem Glauben verbannen. Auch viele Christen haben in China massiv unter der sogenannten Sinisierung, der Umformung der Gesellschaft zur chinesischen Kultur, zu leiden, doch von ihrem Schicksal ist in den Medien weit weniger zu lesen, als vom Schicksal der muslimischen Uiguren.

Im Januar berichtete die Organisation Open Doors über die verzweifelte Situation der Christen im „Land der aufgehenden Sonne“:

China (von Platz 43 auf 27) ist ein Paradebeispiel für die wachsende Unterdrückung der Glaubensfreiheit durch ein immer repressiveres Regime.

Im Berichtszeitraum wurden dort mehr Christen als in jedem anderen Land inhaftiert: 1.131 gegenüber 134 im Vorjahr – viele davon ohne Gerichtsverfahren. Ausgestattet mit einer seit Maos Zeiten ungekannten Machtfülle, versucht Staatschef Xi Jinping die stetig wachsenden christlichen Gemeinschaften zur absoluten Loyalität gegenüber Staat und kommunistischer Partei zu zwingen.

Am 1. Februar 2018 traten neue Vorschriften für religiöse Angelegenheiten in Kraft. Zahlreiche Kirchen und christliche Einrichtungen mussten schließen oder wurden zerstört. Gottesdienste werden videoüberwacht, Pastoren in Umerziehungslagern inhaftiert.

An einer Reihe von Kirchen verbieten Schilder Besuchern unter 18 Jahren den Zutritt. Doch das genügt Xi nicht: Pastoren werden gezwungen, die Nationalhymne vor dem Gottesdienst singen zu lassen und die chinesische Flagge in der Kirche aufzuhängen – oberhalb des Kreuzes.

In einer Region mussten Gemeinden Bilder von Jesus durch ein Porträt von Präsident Xi ersetzen oder neben dem Altarkreuz Bilder von Mao und Xi anbringen.

Eine Nachricht, die von den Mainstreammedien kaum aufgegriffen wurde. Sie kämpfen lieber für die uigurischen Muslime, die in der Vergangenheit immerhin brutale Terroranschläge in China verübt haben. Trotz der massiven Kritik aus dem Ausland sieht sich der chinesischen Gouverneur Zakir auf dem richtigen Weg: Die Sicherheitsmaßnahmen und die Internierungslager hätten dazu beigetragen, dass es in der Region Xinjiang seit zwei Jahren keine Gewalt und keine islamischen Anschläge mehr gegeben habe. „Wir können nicht ein bisschen nachlassen“, so Zakir.

Die Lager würden auch in naher Zukunft bestehen bleiben.

 

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