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Afghanistan: „So leben wir nun – nachdem die Armee, der IS und die Amerikaner hier waren“

Bewohner der östlichen afghanischen Provinz Nangarhar sind obdachlos. Ihre Häuser sind niedergebrannt oder zerstört, nachdem der selbsternannte Islamische Staat und die afghanische Armee zusammen mit den US-Sonderkräften hier Schlachten austrugen.

Die Aufnahmen vom Samstag aus den Bezirken Haska Mina und Kot zeigen Erwachsene und Kinder, die inmitten der Trümmer ihrer ehemaligen Häuser arbeiten, die durch US-Luftangriffe, Regierungstruppen oder von IS-Kämpfern zerstört wurden.

„Vor zwei Jahren kam der IS in dieses Dorf. Einige dieser zerstörten Häuser wurden vom IS abgefackelt und andere von der Regierung bombardiert, weil es hier ein Schlachtfeld gab. Unsere Häuser wurden komplett zerstört. Wir forderten die Regierung auf, unsere Häuser so schnell wie möglich für uns wieder aufzubauen“, sagte Hamisha Gul.

Die örtliche Schule und das Krankenhaus seien ebenfalls zerstört und deshalb geschlossen.

Najya, ein kleines Mädchen aus dem Ort, sagt: „Jetzt kann ich nicht mehr zur Schule gehen, unsere Schule wurde zerstört.“

Viele der ehemaligen Bewohner sind so arm, dass sie sich nicht einmal ein Zelt leisten können und gezwungen sind, unter freiem Himmel zu schlafen.

Khan – ein Einwohner – erklärt: „Als der IS hierher kam, begannen die Kämpfe zwischen dem IS und Regierungstruppen. Dann bombardierten ausländische Streitkräfte mein Haus vom Flugplatz Jalalabad aus mit Marschflugkörpern, weil der hier IS aktiv war und dort eine große Basis von ihnen war. Jetzt lebe ich mit meinen Kindern am Fluss. Ich habe keinen Unterschlupf, ich habe nicht mal ein Zelt.“

Die Vereinten Nationen gaben am 15. Juli bekannt, dass die Zahl der bei den Kämpfen getöteten afghanischen Zivilisten in der ersten Jahreshälfte 2018 ein Rekordhoch erreichte, wobei 1.692 Menschen ihr Leben verloren.