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50 % WENIGER NATURLEISTUNG – WARUM ÖKOSYSTEME AUFGEBEN

Es gibt weniger Insekten, das haben wir schon mitbekommen. Dass die Natur aber durch unseren Raubbau und den Klimawandel ihre Ökosystemleistungen in Europa schon 50 Prozent aufgegeben hat und weiter reduziert, nimmt noch niemand so recht wahr. Doch der Weltbiodiversitätsrat präsentierte in seinem „Regionalen Bericht zu Biodiversität und Ökosystemleistungen in Europa und Zentralasien“ dramatische Zahlen. Daraus ergibt sich u.a., dass in Europa die Ernährungssicherheit bedroht ist. Außerdem spricht der Bericht von einer „Krise der biologischen Vielfalt“. Wir wollen in der Sendung klären, was zu tun ist.

Die Zahlen sind dramatisch: 50 % der Ökosystemleistungen sind in Europa bereits verloren gegangen. 25 % der landwirtschaftlichen Flächen in der EU sind von Bodenerosion und zurückgehender Fruchtbarkeit betroffen. Die Wasserverfügbarkeit pro Kopf sank seit 1990 um 15 %. 27 % der Arten- und 66 % der Lebensraumtypen weisen einen „ungünstigen Erhaltungszustand“ auf, während der Rest als „unbekannt“ gilt. Im Wasser ergibt sich ein ähnliches Bild: Nur 7 % der marinen Arten und 9 % der marinen Lebensraumtypen in der Europäischen Union befinden sich in einem „günstigen Erhaltungszustand“.

In Europa verspeisen die Menschen doppelt soviel Natur wie vorhanden: 5,1 Hektar ist der ökologische Fußabdruck pro Kopf, 2,2 Hektar stehen jedoch nur jedem zu. Was zu tun ist? „Wir kennen die Möglichkeiten, den Verlust zu stoppen und natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen“, schreiben die Autoren der Studie. Es gibt viele Beispiele für nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Praktiken, die der biologischen Vielfalt und dem Beitrag der Natur für die Menschen in der Region zugutekommen. Wirtschaftswachstum, welches die Ökosystemleistungen weiter reduziert, bedroht die unmittelbare Überlebensfähigkeit der Menschen in Europa.

Gäste: Dr. Elisabeth Jüschke, Biogeographin, und Clemens Ronnefeldt, Friedensforscher (Versöhnungsbund)
Moderation: Franz Alt

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